Hier kommt es zu einem grossem Handeln in geschlossener s
Form. Hier herrscht nur ein Bekenntnis. Hier tritt bald auch der ;
Begriff der Gegenreformation in sein Recht. r
Die katholische Kirche besann sich wieder auf sich selbst; 1
sie hatte in den Kämpfen, die der Augsburger Friede schloss, £
ihre Gegner und sich selbst kennen gelernt. Sie sah, dass ihre fi
eigene Läuterung geschehen müsse; nur auf Grund einer solchen 1'
war auch eine Kräftigung und die Hoffnung künftiger Siege «
möglich. Diese Gedanken führten zu den Beschlüssen des Tri- st
dentiner Konzils. Es war eine Reorganisation der mächtigsten k
Art, mit Konzentration aller Kräfte, mit erneuter Festsetzung und Pi
Sicherung der Glaubenssätze. Es war ein Kampf, der dem durchSpaltung und Sektiererei geschwächten Protestantentum den ein- deheitlichen, in der Wahl von Personen und Mitteln nicht scheuen, y,renascierenden Katholizismus entgegenstellte.
Die Durchführung der Gegenreformation im Eisass glauben ®wir uns vor allem als das Werk der Bischöfe denken zu sollen.
Diese Bischöfe waren: in Strassburg Erasmus Schenk von Lim- al<bürg 1541—1568 und Johann Graf von Manderscheid 1569 bis1592, in Basel Melchior von Lichtenfels 1554—1575 und Jacob ^Christoph Blarer von Wartensee 1575—1608. Aber einzig der .iLetztgenannte macht den Eindruck eines ohne weiteres und von v ^vorneherein vom gegenreformatorischen Genius getragenen Für-sten. Bei den andern Drei erinnern wir uns der im Allgemeinen . figeltenden Wahrnehmung, dass der deutsche Episcopat für dasWerk der kirchlichen Herstellung wenig getan hat. Der Jesuit i [f .Canisius sagte von ihnen: «sie schlafen, statt für das Wohl ihrer 1 ^
Herde zu wachen»; und dieses Urteil scheint auch hier gerecht- ifertigt. Bischof Melchior von Basel musste seiner Amtsführung ,wegen wiederholt vom Papste getadelt werden. Unter BischofErasmus herrschten in der Strassburger Diözese die übelsten ,Zustände, und die Mattheit des Bischofs Johann hat erst spätereinem kirchlichen Eifer Platz gemacht; seine Wahl zum Bischof ^blieb vier Jahre lang ohne päpstliche Konfirmation, da er so ^
lange die Anerkennung der tridentinischen Beschlüsse verwei- j
gerte. _ . .
Gerade wie in andern Teilen Deutschlands die katholische
n
Restauration vor allem durch die weltlichen Fürsten, teilweise
244