aus politischen Gründen, betrieben worden ist, so wirkt auchhier im Eisass das Haus Habsburg als die starke Kraft gegen-reformatorischer Arbeit. Erzherzog Ferdinand II. , seit dem Jahre1567 Herr der Vorlande, betrachtet die Sorge für die katholische Kirche als seine erste Regentenpflicht. Er arbeitet unausgesetztfür ihre Regeneration und für die religiösen Bedürfnisse desVolkes, zum Teil im Kampfe mit den kirchlichen Behördenselbst. In seinen Landen tritt er jeder Ausübung der neuen Lehrestrengstens entgegen; und auch in den Städten seiner Reichs-landvogtei sucht er in diesem Sinne zu wirken. Er gründet einPriesterseminar, er dringt unablässig auf Visitationen des Klerus.
Wir sehen auch noch Andere am Werke. Besonders tätig istder Basler Weihbischof und Isenheimer Administrator Franz Bär.Neben Erzherzog Ferdinand arbeitet in den Vorlanden der Pfarrervon Ensisheim Johannes Rasser, der auch Propst von Enschingenund erzherzoglicher Rat ist.
Namentlich aber die Jesuiten erweisen sich auch im Eisassals die klassischen Werkzeuge der Gegenreformation.
So manchen Orden schon haben wir seit einem Jahrtausendins Eisass einziehen und hier heimisch werden sehen! Jederhatte neue Gedanken, neue Formen, neue Wirkungen, undimmer wieder war die unermüdliche Schöpferkraft der Kirchezu bewundern. Jede Ordensstiftung Brachte die Stimmung einergewissen Periode zum Ausdruck, diente der Forderung einesgewissen Momentes. So auch der Jesuitenorden. «Die erfolg-reichste Auflehnung gegen die katholische Lehre und die Artihrer Begründung, gegen die hierarchische Verfassung und kirch-liche Disziplin, welche die Welt bis dahin gesehen hatte, rief denJesuitenorden ins Leben».
Im Jahre 1540 war dieser Orden entstanden. Für das Eisassfand er seine erste Vertretung in der Person des berühmtenPeter Canisius . Dieser wurde im Jahre 1551 vom StrassburgerDomkapitel aufgefordert, dorthin zu kommen und zu predigen.Diese Reise kam nicht zu Stande; aber die Verbindung desHochstifts mit dem grossen Jesuiten dauerte weiter, und imJahre 1558 konnte dieser nach Strassburg sich begeben und dortim Münster seine Predigten halten. Seitdem ruhen die Beziehun-gen nicht mehr; unter Bischof Johann werden sie immer enger;
245