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Geschichte des Elsasses / von Rudolf Wackernagel
Entstehung
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Deutschen haben will. Namentlich aber sind die Scharen derprotestantischen Franzosen wichtig, die als Flüchtlinge kommenund zum Teil auch hier eine neue Heimat finden; Strassburg jhat seine französische Gemeinde, und mehrere Dörfer in derZaberner Gegend, die seit dem fünfzehnten Jahrhundert verödetwaren, werden jetzt durch Hugenotten wieder besiedelt undheissen die wälschen Dörfer. Als literarisches Detail kann er-wähnt werden, dass an der Einführung französischer Romanein Deutschland damals namentlich Strassburg beteiligt ist; inMümpelgart werden der Amadis und die Schäferromane gedruckt.

Alles dies berührt sich mit grossen politischen Vorgängen.Wobei es sich immer aufs neue um die alte französische Politikdes Dranges nach Osten, in all ihrer Klarheit und Konsequenz,handelt. Eines scliliesst sich ans Andere. Im Jahre 1519 lässtKönig Franz I., der nach dem Tode Maximilians die Kaiserkronegewinnen will, auch mit der Stadt Strassburg verhandeln; erredet von einem Bündnis; er verlangt Bewilligung freien Durch-zugs für seine Vertreter sowie Bewilligung, die für -das Wahl-geschäft erforderlichen Gelder in Strassburg deponieren zu dür-fen; dagegen stellt er Handelsprivilegien usw. in Aussicht; dochkommt eine Einigung nicht zu Stande. Diese Verhandlung istnur eine Einzelheit innerhalb eines andauernden diplomatischenVerkehrs. Schon Wimpfeling hat auf seine Weise von diesemVerkehre geredet. Es sind Beziehungen, die in dem für Strass-burg so kritischen Jahre 1547 wieder Geltung gewinnen und auf .die, zum Teil, auch König Heinrich II. im Jahre 1552 seinenPlan einer Gewinnung Strassburgs baut.

Immer mehr wachsen Inhalt und Bedeutung dieser inter-nationalen Verhältnisse. Der Entwicklung des französischen Geistes gemäss, die im Jahre 1559 den König dazu führt, Teil-nahme an den Beratungen des deutschen Reichstages zu bean-spruchen. Aber auch der Gestaltung der innerpolitischen Zu-stände Frankreichs gemäss. Aus der Zwietracht dieser Parteien,aus den Kämpfen der reformierten Kirche Frankreichs , die jaals «Glied des universalen protestantischen Gemeinwesens» geltenkonnte, aus dem Auf und Nieder dieses furchtbaren Rürger- undReligionskrieges strömt Leben und Leidenschaft auch in die aus-wärtigen Beziehungen. Wir sehen die Bemühungen der franzö-