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Geschichte des Elsasses / von Rudolf Wackernagel
Entstehung
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Colmar muss sich zuletzt ergeben, ebenso am 27. Dezember Bei-fort, am 1. Januar 1633 Thann.

Während die Schweden sich in dieser Weise des Elsasses be-mächtigten, verloren sie drüben im Reiche ihren König; am16. November 1632 fiel Gustav Adolf bei Lützen . Die Bildung desHeilbronner Bundes deutscher Fürsten unter schwedischem Di-rektorium, neue Verhandlungen mit Frankreich , im Bundesheereselbst das Hervortreten des jugendlichen Feldherrn Bernhard von Weimar waren die nächsten Folgen. Für das Eisass aberwar von Bedeutung, dass nun auch Spanien Truppen zu diesemReichskriege rüstete, mit der Absicht, von der Freigrafschaft unddem Ober-Elsass aus den Kampf gegen die Schweden zu führen.

Zunächst dauert hier das bisherige Wesen ungemindertweiter, mit den Zügen der wilden lothringischen Scharen undihrer Besiegung bei Pfaffenhofen am 11. August 1633, mit derEinnahme der Feste Dachstein durch die Schweden am 11. Sep-tember. Dann aber kommt jenes gefürchtete Spanierheer in derTat, geführt durch den Herzog von Feria, und überflutet füreinige Monate das oberrheinische Land. Es entsetzt Breisach ; esnimmt den Schweden wieder Rufach , Gebweiler, Thann , Beifortund andere Plätze. Dann zieht es fort in seine würtembergischenWinterquartiere.

Damit beginnt das dritte dieser schrecklichen elsässischenKriegsjahre, das Jahr 1634. Es bringt die Entscheidung fürFrankreich .

Nicht als Eroberer tritt Ludwig XIII . auf. Wie seine Vor-fahren Heinrich II. und Heinrich IV. sich zum Schutze der «Li-bertät» Deutschlands erhoben haben, so erklärt auch er in diesenelsässischen Wirren nur als Protektor der Bedrängten zu handeln,ohne Präjudiz für irgend welches Recht. Wer seinen mächtigenSchutz aufsuche, der empfinde «la douceur et seurete dont jouis-sent ceux que le Roy tres-chretien honore de sa protection». Insolchem Sinne hat Frankreich schon im September 1633 Müm-pelgart, Blamont, Hericourt mit seinen Truppen besetzt; dasGleiche geschieht dann in der Herrschaft Hanau mit Buchsweiler,Ingweiler und Neuweiler; ebenso gelangen auf Wunsch desstrassburgisch bischöflichen Administrators Zabern und Hagenau