ten Verkehre predigte der Kirchenfürst keine andern Regeln als«liberte et facilite»;«sans cela nous ferions de ceci un desert».Manchem Gaste gefiel dies Zabern besser als das feierliche Ver-sailles; es war eine Zauberwelt im Stile Watteaus.
Charakteristischer, dem Eisass eigener waren andere Orte,an denen Beamte, Militär und vornehme Gesellschaft zusammendem französischen Wesen eine Stätte boten.
Wir denken dabei an Colmar , das mit seinem Conseil Sou-verain, mit den stolzen Räten, der offiziellen Gerichtssprache,den vielen redseligen Advokaten, den Adelsfamilien der Um-gegend einen überraschend starken französischen Eindruck in-mitten des deutschen Landes machte.
Namentlich aber denken wir an Strassburg . Hier waren allehohen Behörden und Verwaltungen beisammen: der Gouverneur,der Intendant, der Festungskommandant, der Königsleutnantsamt zahlreichen Stäben und militärischen Beamten, der Prevötgeneral der marechaussee, der Prätor der Stadt. Aber auch derBischof und das glänzend vornehme Domkapitel, der Officialusw. Jede dieser Stellen im Kreis ihrer besondern Obliegenheitenund Beziehungen tätig, aber auch jede das ganze Frankreich unddessen Art repräsentierend.
Zunächst natürlich in ihrem Amte.
Aber wie bei der Vornehmheit drüben im ächten Frank reich als oberste Pflicht die Gastlichkeit gilt und das etre encompagnie das stärkste Bedürfnis ist, so sind sich auch hier inStrassburg die hohen Beamten des Reiches ihrer gesellschaft-lichen Aufgabe bewusst. Tenir salon ist gute Sitte, es ist die Artihres Standes; aber ganz unzweifelhaft auch ein Dienst amStaate gegenüber der Provinz.
So ergeht sich nun dieses Leben in den Palästen der Inten-dantur und der Prätur sowie in einigen alten Höfen, die einstdeutschen Fürsten und Herren gehört und andre Zeiten, andreGäste gesehen haben. Der Mansfelderhof in der Blauwolkengasse,erweitert um den Leiningerhof und den Landsbergerhof, wirdHotel du Gouvernement; der Zweibrückerhof ebendort wirdKommandantur; im Badischen Hof am Nicolausstaden wohnt derF estungsgouverneur.