Band 
[Dritter Theil]
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404 Dritter kerioäus. II. Capitel._

8. xvU. biß den 12. da endlich die Besatzung wider des Commendanten Willen ca-pimlirte. Nun war noch das alte Castel übrig, dessen Belagerung den Fran-tzosen noch schwarer ankam, weil allda eitel Felsen und keine Erde zum ^x>-prockiren war, sondern dieses alles bloß mit Wollen- und Erd-Säcken ge-richtet werden muste; doch fanden die Frantzosen Mittel, alle diese Schwä-rigkeiten zu überwinden, also, daß das Castel, nachdem es sehr viel Stür-me abgeschlagen, und ein Stuck nach dem andern davon erobert worden,endlich den 18. Juny die LllÄMÄäe schlagen lassen, und gleichfalls sich erge-ben muste. Es kostete zwar diese Belagerung viel Mühe und Bluts, undschätzte man den Verlurst der Frantzosen auf 7020. Mann; so musten sieauch im Lager grosse Noth ausstehen, indem die Mim Armee unter demKönig von Engelland und dem Churfürsten in Bayern , sie gleichsam bela-gert hielt, und ihnen die Lebens - Mittel und kouraZe gewaltig abschnitt,von welcher sie auch täglich Lermen auszustehen hatten, weil diese, die in-dessen sich nahend biß auf 120220. Mann verstärket, alle ersinnliche Mit-tel hervor suchten, um einen Entsatz hinein zu bringen; daneben ward ihnendurch den Verlurst der grossen See - Schlacht und nunmehr befürchteterfeindlicher Landung das Absehen nicht wenig verrückt; die Frantzosen aberhatten solche gute Vorsicht genommen, und wurden von der Gegend desLandes, da sie zwischen der Sambre und Maaß stunden, und dem Wet-ter, welches durch vieles Regnen die Flüsse gewaltig aufschwellen machen,also unterstützt, daß den Mitten etwas wider sie zu unternehmen nichtmöglich war.

Ruhmre- Über diese Eroberung, die in so kurtzer Zeit erfolgt, machten die Fran-sige in. sehr viel Rühmens, und unter anderm über eine von den Porten der

jcripnon. Stadt diese Ruhmredige Aufschrifft: Kecicil potelk non Vinci, wodurchsie zu verstehen geben wollen, wie daß zwar diese Stadt in dem Friedenendlich wol dörffte wieder gegeben werden, mit Gewalt aber würde sie ih-nen wol niemand abnehmen: Sie machten auch eine Lravacie daraus, daßdie Eroberung in Gegenwart der ganhen Mitten Armee geschehen war,und liessen eine Münh prägen, mit der Aufschrifft: ^mst Viökoris leües.Wir werden aber in dem folgenden 169s. Jahr vernehmen, wie daß dieAlliirten dieses alles ihnen rühmlich wieder anheim gegeben.

Anstatt Nach erobertem Namur , und währender Belagerung desselben, war^ Jönigs gröste und vornehmste Sorge, wie er, da seine Flotte aus der

Annrung. See geschlagen, und die Cüsten offen stunden, die bedrohete Landung derAlliirten abkehren möchte. Die Sache hatte ein mißliches Ansehen, danndas Land von Normandie und Bretaigne ist sehr nieder, daß man gar leichtmit einer Landung, worzu die Engelländer und Holländer alle Anstaltenmachten, allda zu recht kommen kan ; das Volck hatte man auch nichtviel übrig, sondern dasselbe in Niederland vonnöthen , war also dißmal