Dritter p-rioöus. VII. Capitel.
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8 XVII. dens Handlung gar abbrechen, und gegen das Reich allein den Krieg mithöchstem Gewalt fortsetzen. Nun war das Reich selbiger Zeit/ da Käy-serliche Majestät noch sehr in dem Türcken-Krieg verwickelt / die Standeauch wegen des neundten Chur -Wesens gar nicht in der erwünschten Einig-keit waren/ bey weitem nicht in dem Stande/ daß es den Last eines soschwären Kriegs allein auf sich solte nehmen können; muste man derohalbenaus zweyen Bösen das erleidentlichste erwählen/ einen Stillstand der Waf-fen eingehen/ und sich entschließen/ den Frieden, wie Franckreich solchenvorgeschrieben hatte, zu unterzeichnen.
. Da man sich nun auf solche Weise allerdings in Sicherheit und in dem !weaen Port zu seyn vermeynte, kamen die Frantzosen gantz unvermuthet mit einerder Reli- neuen Schwärigkeit aufgezogen, und hatten in den IV. ^rt. des Friedens-gions. Instrument eingerücket, daß die Catholische Religion an den Orten dieeisuiui. da würden abgetretten werden, in dem Stande solte verbleiben, in wel-chem sie sich dißmal befände.
Die Evangelischen Gesandten wurden hiedurch über die Massen bestürht,weil sie dieses als einen Riß , so in den Westfälischen Frieden gemachtwürde, ansahen; so wollen auch die Käyserliche und übrige CatholischeGesandtschafften solches keines wegs gutheißen, und liessen so wol durchden Herrn Schied-Richter als die Holländer, den Frantzosen ernstlich des-halben zureden. Diese aber blieben ein vor allemal dabey, und entschul-digten sich mit ihres Königs außdrucklichem Befehl. Weil nun die ange-setzte Zeit vom letzten Octobris vor der Thür war, wollen die Käyserlicheund übrige Gesandte dieser Ursach halber das Friedens-Werck nicht in nochgrössere Gefahr setzen, und unterschrieben den Frieden mit obigem Anhang,dergleichen auch einige von denen der Gefahr am nächsten gelegenen Evan-gelischen Ständen thaten ; denen übrigen aber ward noch eine Zeit vonsechs Wochen zugelassen, daß sie näheren Unterricht einholen, und entwe-der den Frieden auf obige Weise gleichfalls unterzeichnen, oder aber gleich-wol den Krieg allein gegen Franckreich fortsetzen sollen, worzu aber niemandLust hatte, sondern endlich alle zu der Friedens-Unterzeichnung sich bequemten.
Die Friedens-Puncten feststen mit dem Reich haben wir im ersten Ca-pitul allbereit nach ihrer eigentlichen Art und Beschaffenheit angeführet;damit wir nun den Leser mit deren doppelter Vorstellung nicht beschwüren,so wollen wir es dabey bewenden lassen. Hingegen aber allhier noch ge-dencken was ausser der Friedens-Handlung'diese Zeit über in Niederland sich zugetragen, weil solches in obige Erzehlung mit einzumengen sich nichtwol wollen thun lassen.
Aussranv Vor das Vornemste nun ist billich zu achten der grosse Aufstand derzu Am- sich gleich jm Januario des Jahrs 1696. unter dem Pöbel zu AmsterdamItervam. ereignet, wegen einer neuen Auflas, die man das Jahr vorher auf die
Hoch-