Band 
[Dritter Theil]
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Teutsche Geschichten. N7

„ rechtigkeiten nicht allein eingenommen, sondern auch deren ruhige Be-än.»7os.„ sihung wider Franckreich , und dessen Anhänger, die sich dieser Erb-„ Folge entweder schnurstracks oder auf andere Weise widersetzen möch-„ ten, nachdrücklich behauptet, und alle Gewalt mit Gewalt zurück ge-trieben werde. Zum andern wollen sie bey ihren Marken, denen Chur -fürsten des Reichs, alle ihre Dienste dahin anwenden, daß Ihro Kay-„ serlichen Majestät ältister Sohn, der Durchläuchtigste Zosephus, Kö-„ nig in Ungarn , fördersamst zum Römischen König erwählet werde:

« Und daferne Franckreich diese Wahl durch Drohungen, oder durch„ würckliche Gewalt , zu hindern oder zu steuren suchen solte, so wollen,, sie Ihro Kayserlichen Majestät mit aller ihrer Macht beytretten, und sich„ denen Frantzosen aufs nachdrücklichste widersetzen. Der SpanischeHof wüste so wenig davon, als der Oesterreichische Hof zu Wien , undwurde alles so geheim gespielet, daß auch die schlauesten Mmtters nichtsargwohnen können. Endlich kam ein Curier in dem Monat Junio inWien an, den der Hertzog von Lothringen , so den ersten Geruch vondieser Sache bekommen, an den Kayser schickte, und ihm hinterbringenließ, daß man eine Theilung gemacht, worinnen Oesterreich der meisteTheil der Spanischen Erb-Folge entzogen, und sein eigenes HerhogthumLothringen , welches Franckreich heimgeschlagen wäre, mit Mayland ver-tauscht worden. Gantz Wien und Europa entsetzten sich hierüber, aus-genommen der Kayser, welcher, mit einer Ruhigkeit des Gemüths, ver-sicherte , daß dieses nicht zu Stande kommen käme; dann so wenig alser es annehmen würde, könten die, so den Tractat gemacht, dabey be-ständig bleiben, welches auch ohnfehlbar geschehen wäre, wann man vonFrantzösischer Seite allein in diesem Absehen verharret.

Weil dieser Theilungs - Tractat Oesterreich am meisten zum Nach-Dertheil gerichtet war, so ist es nöthig, ihn hieher unter die Käyserliche Hi-Thei.stocke zu setzen, obschon Spanien, Engelland und Holland , ein jeder sei- .nen Theil daran hatte. Er war schon in dem verwichenen Jahr den z.

Matt. geschlossen, und bestund eigentlich darinnen: ,, Erstlich ward dieErhaltung der allgemeinen Ruhe, und die Beylegung aller Streitig-„ keiten, welche man wegen dieser Erb Folge aus einigem Verdacht und„ Argwohn, wenn ein Printz alle diese Länder bekommen solte, entstehe»

„ möchten, als Bewegnüß - Gründe zu diesem Tractat angeführet. Die„ darinnen enthaltene Theilung war folgende: Vor den Dauphin, und„ seinen Printzen wurden die Königreiche Neapolis und Sicilien, sammt,, der Stadt und Marggrafschafft Finale, ausgesetzt; so dann die gegenToscana zu liegende Plätze, namentlich 8 r. Sebastians, Porto Her-„ cole, Orbitello, Telamon, Porto Longone, Piombino , mit denen an-,, gränhenden Jnsuln, ferner die Provintz Guipuscoa, und die Stadt Font-Hl. Theil. Dddd „ arabi