weil man sich von den Kräften des Brannteweins/ derwirklich / zu wenig Tropfen genommen / oder nur darangerochen / des Menschen Kräfte wunderbar erhebt undstärkt/ den Begriff machte, daß er dem Menschendas Leben geben, und ihn von allen Krankheitenbefreien könnte. Und wirklich, so lange der aus Wein-hefen gemachte Branntewein noch selten und theuer undein Geheimniß war, und nur als ein grosses Medicamentzu wenig Tropfen eingegeben wurde, that derselbe oftwundervolle Wirkung. Es hatte aber Arnold de Villanova, ein damals berühmter und gelehrter Arzt, vondem Raymund, die Kunst, Hcfenbranntewein zumachen, abgesehen oder erlernet: und von diesem erfuh-ren es einige Genuesische Kaufleute, welche sofort anficn-gen, Wucher damit zu treiben, und diesen Trank ingrösserer Menge machen zu lassen; da er dann in kleinenGlasern, wie eine Arzenei, in ganz Europa versandt undtheuer bczalt wurde. Es erfanden auch die Genueser,daß man, in Mangel dcr Weinhefen, aus andern saftigenFrüchten, ja sogar aus Mehlwerk, einen ähnlichen Trankbereiten könnte» Alle diese Geheimnisse sind nachher beimVerfall des Genuesischen Handels, sonderlich im fünf-zehnten Säculo, entdeckt, und in andern Landen bekanntund nachgeahmt, und dieser schädliche Trank mit gröstcmMißbrauch eingeführt worden. Der erste, welcher, so vielich weiß, die Bereitung des Brannteweins in Schriftenbekannt gemacht, ist der in der Mitte des fünfzehnten Sä-culi berühmt gewesene Medicus, Michael Savonarola,dessen sehr rares Tractätlein: Von der Kunst den einfa-chen und zusammengesetzten Branntewein zu verfertigen,
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