Band 
[Erster Jahrgang] Zweites Vierteljahr. 1781
Entstehung
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gerade das alles fehlt, was darinnen seyn sollte. SczcnSie noch eine Ursache von dem allgemeinen Mangel guterSprachkenner und Redner hinzu? Die Beredsamkeit istbei uns beinahe eine Chimäre. Sie hat keine Gelegenheit,sich zu zeigen, daher gedeiht sie auch nicht, und wachßtfast nirgends auf. Zeigen Sie mir da nicht etwa die La»--zel — Für die Beredsamkeit im weitläufrigsten Umfangeist diese der Plaz gar nicht, kann es ihrer Bestimmung nachnicht seyn. Und wagt es ein feuriger Kopf, etwas höherzu fliegen, als der gewöhnliche Fahrweg unten im Thal

geht- wer dankts ihm? Wer ermuntert ihn? Wer

schützt ihn gegen-tarnend Dinge, die ich hier nicht

nennen darf? Wie wenige Kenner und richtige Schätzergegen den Bienenschwarm der Tadlet^ .der Neider, devBlödsüchtigen? Wo sind die Fürsten , die auf fromme undgemeinnützige Beredsamkeit Belohnungen setzen? Dieniedrigen Classen des Volks unterscheiden oft viel schneller,und viel richtiger, als der aufgeklärt seyn sollende Theildes Auditoriums, das Herzliche, Warme und Eindrin-gende in, Vortrag, und die gemeinen Leute lieben es auchvielmehr. Wenn einer in Deutschland hcrumreißte, nurin der Absicht, die Prediger in den Residenzen und Städ-ten zu hören, was für unglaubliche Dinge würde er inseinem Reisebuch erzählen können? Noch kenne ich keinendeutschen Jüngling , der sich blos durch seine Verdiensteauf der Canzel nur ein hinlängliche» Auskommen erworbenhätte. Was ist es Wunder, daß mancher die Canzel liebergar verläßt, und die Gabe, die in ihm iß, nicht erweckt,wenn rc sieht, Laß ein vorzüglicher Fleiß ihn doch nichtvor andern unterscheidet ? Wenn die Ordnung ihn noch