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gründen ſich faſt nie auf eine Idee die fo jedem einleuchtet,fie beziehn ſich vielmehr nur zu oft auf eine Menge Vershaͤltniſſe, die alle um die Sache zu ſchaͤtzen nôthig zu vif.fen find. Es iſt fait unmöglich, daß der Finanzminiſterimmer in der That hinlaͤnglich des Zutrauens ſeinesHerrn verſichert iſt, daß er hoffen kann, er werde ſtetsdie Wuͤrkung des Widerſpruchs, der ſich ſobald die Ober—-verwaltung Neuerungen einführt, erhebt, durch Vernunft-gründe zunichte machen, und es haͤlt ſchwer lange eineabſtracte Idee gegen Schreier zu vertheidigen und das An-ſehn der Regierung immer willig zu ſeiner Vertheidigungzu erhalten.
Ich entwerfe hier nur ins kurze die verſchiednen Gruͤnde,weswegen ich Ihrer Maieſtaͤt die Ide vorſchlug, Verwal-tungen in den Provinzen einzufüren; ich entwickelte ſie mehrin einer Schrift, die Ihre Maieſtaͤt zu einer andern Zeitgeſehen haben, ich glaubte aber beſtaͤndig, daß es klug ſey,langſam dieſe Einrichtungen zu treffen, und fo den Unter-richt der Erfarung mit den Rathſchlaͤgen der Vernunſt zuverbinden.
Bey allen Anſtalten finden ſich ohne Zweifel Nachtheile;Männer, die zu einer offentlichen Verwaltung vereint ſind,und auf die eine ganze Provinz ihre Augen richtet, laſſenſich nicht allezeit bewegen, mir Orbnung und das allgemeineBeſte zum Geſichtspunct zu haben; Intreſſe und Gunſtleiten ſie von dem rechten Weg: hat denn aber ein einzelnerMann nicht auch feine Eigenliebe? haben die Berxollmaͤch-tigten die unter ſeinen Befehlen ſchalten und walten, keineprivat Bewegungsgrunde? haben die Groſſen, die Leutevon Gewicht, haben die keinen Einſtuß auf ihn? und hat er