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Der fünf und zwanzigſte Jaͤnner.36.Chriſtian der 2 von Daͤnnemark. 1559.
Chriſtian oder Chriſtiern der Zweite, war wolluͤſtig undgrauſam, und wie ſchwach er an Verſtande war, erhelltdaraus, daß er ſich von ſeinen Guͤnſtlingen, den Erzbiſchoͤf-fen Falkendorf in Norwegen, Schlaghek zu Lunden undGuſtav Trolle in Schweden, beſonders aber von Siegbritte,der Mutter ſeiner Buhlerin, einer gemeinen Dirne, regie-ren, und zu ſchaͤdlichen Anſchlaͤgen verleiten ließ. Er bezahlte ſeine Thorheit mit dem Verluſte der dreifachen nor-diſchen Krone. Denn auf der einen Seite ſtunden dieSchweden ſehr ungerne unter daͤniſchen Scepter, und derAufruf eines Sture und Guſtav Waſa, Chriſtierus Jochabzuwerfen, war ihnen erwuͤnſcht. Auf der andern Seitenuͤzt Friedrich, Herzog von Schleßwig und Holſtein, dasMißvergnuͤgen der Daͤnen und Norweger, tritt auf dieSeite der aufruͤhriſchen Juͤtlaͤnder, und vertreibt ieinenNeffen. Denn da dieſer auch die Hanſeſtuͤdte, deren Machtdamals auf der Nordſee noch von Bedeutung war, gegenſich aufgebracht hatte, ſo mußte Chriſtiern ſeine Zuflucht zuKaiſer Karln dem 5. ſeinem Schwager, nehmen, der aberzu entfernt, und ſelbſt in zu vielen Streitigkeiten verwikeltwar, als daß er mit Nachdruk haͤtte helfen koͤnnen. Endlichbringt der abgeſezte Koͤnig doch einige Voͤlker in Nieder-teutſchland zuſammen, faͤllt damit in Norwegen ein, undbelagert Aggerhuß, laͤßt ſich aber von Guͤldenſtern, Kom-mendanten daſelbſt, ſo betruͤgen, daß er ihm ohne Beglei-tung nach Kepyenhagen folgt, und daſelbſt gefangen