Vorrede.
Hfft schweren und mißlichen Untersuchungen der so sehr verdunckelten uno ver-fälschten Kirchenhistorien. Das gröfte gebot unsers Schöpffers (welches istdie liebe gegen alle menschen) hat mich gelehret nach der unsichtbaren allgemei-nen ktrchen zu sehen/ wie sie nach der Theologen lehre nicht an eine gewisse sichtbaretoLieratgebunden/sondevndurch die gantze weltunter allenvölckernundGemem-denverstecket/und zerstreuet ist. Diese hatmich ferner verbunden GOtt um denGeist der Prüfung zu ersuchen / durch denselben alles nach der rtchtschuur des ge-offenbarten Wortes zu messen/das gute darauszu fassen/ vorzutragenund zu ruh-wen/das bösezu verwerthen.
26. Jchhabeausdiksemgrundauchdietugendknderer/diewan sonst alsfeinde beschrreben/nicht schelten dürffen. Denn ich habe allezeit von hertzen ge-wünschet/daß die liebe meingemüth beydieser arbeit in eine süsseharmon-eundstillesctzte/damitallesEeüenmöglichstingleicher haiancegehalten/und mir allerequilirg eines rechten wahren tt'ttorici beygelegt würden. Ich erinnerte Michoffie des Vorsatzes/ welchen Hugo Lroriusvon sich bekennet in der vorrede von ge-wißhAt der Christlichenreligion: Daß er seinem gemüthe dabey die nöthigefreyheit genommen/weil man doch die warheit nicht anders verchadigenkönne / als mit lauterer warheit / wie man sie in seinem hertzen selbst dafürbekennen müste.
27. Und deswegen ist mirs schwer/ja unmöglich worden/vom gutenohne liebe und gunst/und vom bösen ohneabscheu zu schreiben/ wre Louinusvon einem redlichen Histonco mit recht erfordert. CMeth. Hst. c. iv. p. 49 .) Ja eswar mir von GOtt in meinem gewissen die nothwendigkei t ein vor allemal auff-gelegt/niemandenzuschmeicheln oder der warheit einem zu gcfalleuetwas zu ver-geben. Welches mir denn auch metner narur nach lebenslang zuwider geivesen /ungeachtdie wett dergleichenmcht wol leiden können/und lieber die schanbltch-stendinge als dieses vertragt. So hab ich auch mich keineverkehtte ernfatt mitwillenbetrügenlassen/daman ans ansehen der Person/menschenfurcht und dcr-gleichen vorurtherlengerne und platthtn annimmt und glaubet/ivas andere einen
überreden/als welche derneueFrautzösischeKtrchen-»>ttoncu8 billrch
verwirsstundden schaden derselben so beschmbet/daß auch alle gemeine rmhü-Mkr UNd falsche Urtheile daraus entstehen, (kretace de i’Hiltoire Ecdesiaftiquc .)
2 8. Daheroicb obgedachter maffenfreyltchinso weitauch alles/ was mirsonst nach der natur nahe oder michauffetnegewtsseseiteoder Parthey zu ziehenfähig gewesen/so lange aussetzen müssen: damit nemltch die blosse unschuldigewarheit desto Hellerunter äugen leuchten könte/wenn selbige von der natürlichenblindhett so wolalsvou denendurch lange Unterweisung und gewohnheit überzo-genen schvppen befreyet waren. Und daß folglich die Leser in betrachtung der hi-
storieneiner unverfälschten gegründeten rciarion versichert/auch dabey lm .gemü-the ruhig/ freudig und vergnügt s zm möchten: welches denn allen zu wünschen i st.
29. Woltejemanderinnern: Manhattedochdißoderjenesvoneineroderder andern parthey verschweigen können/oder müssen / wo man sich unpatthey-isch auffführenwollen: so ist die antwort/daß eben dies:r Vorsatz der unparieylich-keit Haupt sachlich erfordere / nichts was zum gantzen begriff der hrstorischen war-hett dienet / anzulassen/zu bemanteln/zu verdrehen oder verkehren.Dennebendarinne bestehen die großen gebrechen der Historien / wenn sie unter allerhandschetnursachen ihrer wcic-at rühm und Vortheile allein beobachten/die andern mö-genbleiben/ wo sie wollen. Hingegen wie allhier nichts tadelhafftes und ge-brechliches an einiger Gemeinde /so viel zertund räum vergönnet/Übergängen/also ist auch keine lobwürdtge fache verschwiegen worden / und zwar abermal sowolanemeralsderandernseite. Deswegen auch die lehren derer secten aus rh-renelgenenschrifftenvorgetragenworden/ohnebeysorgederversuhrung/welchebeydem gewtssengrund der warheit keine statt findenkan; also daß es sehr elendklingen würde / wo man sich dißfals eines befürchtetenschadens beklagte.
30. Es möchten aber viele den gemetneneinwurffwtedervorbrmgen: dieliebe mutter/dle Christliche ktrche/dürffe nicht so proMmiret werden/nachdem siesonst gnuq leiden müste. Dem antworte ich erstltch: daß es ungeübten schwersey / zusehen /welchesdenn von denen aussernkirchenversinnmlnugen die wahrekircheundalsodtemutterhetssensolle/nachdemeinjederuachseinenneigungenundimerefle seine ihm angeborne religiondarunter verstanden haben wtll r Uberdiß