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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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Vorrede.

Ux/ der «i-htS als HE«/ HEn/ sagen lerne«/ vonGOttes nnddessen Hand-Lungen/ Worten und willen rawomren will. Es möchten sich auch wol alle/ dwmit dieser Historie nicht zu frieden waren / bald verrathen / worauffsie fustemWeil sie doch mit nichts zum Vorschein kommen dürfften/ als mit den gewöhn»Lichen vorurtheilen von beystimmuug der meisten in der welt/ vornehmsten/gelehrtesten/angesehensten/ mit der possession der warhett/ Orthodoxie / rerueg-kett/mit Diesen oder jenen selbsterdachten grundsatzen oder artickeln/ mit glau-bensbüchern / mit langstgeschehener Verdammung der dissentirenbm / väterlichenwerfen und auffsatzen/und dergleichen. Welche zwar an sich selbst in ihrem ge-bührendemwerth gelassen/hier aber bey erkantnüß der allgemeinen historischenwarheit vor keine reget angenommen werden mögen.

^ 7. Rechtschaffenegemüther hingegen werden gerne fehen/wo entwederanandcru/oderdurch andere anihuenselbst der alte schade desverderbten mensch-lichen hertzens/ und nicht nurdie gemeinen thorheiten und greuel/sondern auchdie gehktmen tücke der eigenen vernunfft und schlangenlist / die inrnZven desherschsüchtigenLucssers/dievtehischegrobheitdesnatürlichenmenschen/und derfeuerspeyende Drache des grimmigen Antichrists entdecket wird. Denn wer sichallezeit freuet/wo rhm einige besserung andiehandgegeben wtrd/drrnimr auchalle Warnungen durch exempelan/wcil dieeröffnung desgeheimnüffes derboß-heit den gründ zu aller besserung legen muß. Und wo nicht auch em jeder erst anthm selbst anfangt zu rekormiren/und dazu die gemeinen exempel anwendet /istaller anschlug/llisputiren und kummer/ von einer gemeinen Verbesserung verge-bens.

z 8. Wann aber jemand meinen möchte/es wäre nicht nöthig gewesen/daßsonderltch in denen letztenrccuiis soviel fpeaaie faäa nebenst i^enbeurthei-Lungen beygebracht worden: der wisse/ daß diese eben / vermöge der gedachtengründe/die nothwendigsten stücke einer gründlichen Historie ausmachen/wo siezu desLesers informatis» dienen sollen. Bevorab da CHristus selber die leh-rer andenfrüchten zu erkennen besohlm/welches eben die ausbrüche sind / die vondem innersten gründ zeugen/womit das hertzvoll gewesen. Im blossen lehren/predigten und allen äußerlichen Worten last sich viel zum schein sagen/heuchelnund andern zur last anstiegen; ob maus aber silber mit einemfinger anrühret /weist sich in der pra» aus. Darauss dcnu ein Historicus sein äuge vornemltchrichten muß/jedoch daß er zugleich indem lichte des H. Geistes auffsolcherauf-serlichen dinge gründ und Ursprung genau acht haben/und also ein rechtesurtheildem Leser überlassen könne.

39. Ob ichnunwol an dies : und jene sonderbare erzehlung sehrungernge-gangen bin/in betrachtung/ daß solche anregungen meist verhastund deneninter-eMrren zuwider sind: so hat es doch aus gedachten Ursachen geschehen/ und imübrigenerwartet werden müssen/ wo sich jemanddadurch ostonäirt bezeigen/undseinen gründ verrathen würde. Jmmittelst ist dieses allezeit mein ernstlicherWunsch geblieben/welchen der gelehrte Fndcncus 8panbemius,vor seiner erwei-tertenKirchenhistorienoch neultchstgesetzet: Daß Doch diese frucht der heili-gen Historie einmal zu sehen seyn möchte / damit diese unserezeiten aus denvorigen verbessert / und die vergangenen ersten Zeiten der alten kirchen dergantzen Ahristenheit wieder erstattet würden: denn so würden die Ge-meinden und Versammlungen ihren frieden wiederumerlangen/und alleinalle Waffen wider die feinde GOttes kehren. Alsdenn würden ferneseyn die ckilpücen und kriege unter brüdern/der ehrgeitz von dem kirchen--iener/ die Zärtlichkeit von dem hirren/die böse art derneucrungen vondentehren/dieeigeneauslegungenvonderH.Schrifft/dieSimonieund ge-meine ehrsucht von dem Gottesdienst.

40. Inzwischen wird manhoffentlich auch bey den schlimstcn und strafstbarsten handeln eine bescheidene und mit gelindigkeit rempenrte schreibart an-treffen ; sogar / daßich auch offt viele harte cxpreMones derer fremden Scnbcnrengerne gemildert hatte/wo ich nicht ihre eigene Worte ans noth/und um besserergewißheit willen anführen/und behalten müssen. Also daß der uuwtlle/wel-chen jemand darüber fassen wolle/ allein auffdie angezogenen Auaores selbst /

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