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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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Vorrede.

menn es billich wäre / ausgeschüttet werden solle. Wiewol eben nicht zu ver-muthen stebet/daß ein einiger seine schwachheit hiedurchso gar merckltch darle-gen /und also derer dtngc sich schuldig machen werde/ welche htermnen beschrieben

41. Es ist zu dem ende alles in unserer spräche abgefasset /damit nicht nurSchulgclehrte/sondcrn auch andere/dic gleichwol auch ausser dencnschulen vielwcrßhett und crfahrung von GOtt haben/mögen insgernein von allemund jedemurtheilen/ und sonst etwas daraus nehmen können. Sonst wo man nicht denge-ttntncu nutzen allein beobachten wollcn/hatteman den gemeinen weg der Welt-gelehrten gehen / und tu ihrer gelehrten zungedurch allerhand cr.riguen und schern-baredingc das buch auezreren können/welches zwar leichtundbcy derhand /abermehr schädlich als nützlich gewesen wäre.

42. Zchwünjchc aber lctzlich von gantzem hcrtzen / daß GOtt allrund je-de gcmütber also reinigen / verändern und heiligen wolle/ damit der Geist derwclßhcitund erkantnüß desRathsundgervissen Verstandesrn ihnen wohnen / leh-ren/züchltgeu/regieren und führen könne. So wird er ste bald aus allem rrr-ihum/ (worinalle menschen/ste mögcnlndieser oder jenen ktrchegebohren undnach dem buchstabknintormirct seyn/von natur stecken/) heraus undinallewar-hcrt fuhren/ auch mit einer unfehlbaren richtschnur versehen/ wornach sie ihreeigene und anderer Worte und wercke zu prüfen haben.

DerGOtt des friedens wird die/so ihm gehorsam werden in seinemfrieden/und also mdie wahre seltgkcit ziehen/daß sie au dem schaden und greuelder vorigen strettigkeitcn/welche unter dem schein des eiffcrs gcführct worden/klug werden/und dem frieden ailcinncbenst der Heiligung nachjagen. Er wirdste auchhrebey durchsetnezüchtrgcnde gnade regieren/daß sie dem licht der war-hettnichtwiederstreben/daswasthuennichtsogleich verständlich/Nicht alsbaldanfeinden oderverwcrffen/sondern alles zur besscrung anwenden. So könnenste mit gründ alle vergnüglichefrucht dcrgerechllgkcithoffcn/daß sie mit allemstgendesEvangklltvönJEsuCHristoaussihncnruhcn werde.

44. Denen aber / welche mit den Baaltten anff beyden fetten hincken / diesich derwcltuntereinigemvorwand noch gleich stcllcn/undcs mit ihr aus schlim-men ablichten nirgends verderben wollen/gebe GOtt ein lauteres treues Hertz/daßsteihmallelngetreuseynlerncn. Erraumehmwcgdiegehcimnüssederboß-hcit und tückebey allenLaodiceern/Heuchlcrn undPharisecrn/ dem geschlechic/das demHErrn jederzeit eingreuel/und CHrlsti euifalt durchgehcnds zuwidergewesen. Diese kehre derSchöpffcr um durch eine zulängliche demütigung rh-rerhertzen/schickerhnenviclfeuerdcrtrübsslenzu/damitdtesoverborgcncschla-ckcn ausgebrant/und sie lauter/und dem Hausherrn brauchlich gemachet wer-den.

4^. AlsdcnnwerdensiestchüberkeinetinAuigrirat/eigenemeinungenoderwege zu beschweren haben. Jhncnwird die lautere warhclt so lieb alsihrlebcnund eine freude seyn / wo ste derselben ausbrüche undfußstapffen auch hicrlnnefinden. Denn wo die heimlichen vcrnunsstsqrisfc und krumm en ftb langcngangeaus ihnen verbannet worden/die sich nochmunerunter dem brldedcrgctstltgkcttund guten ablichten verkappet: so solle bald das verstandnüß geöffnet /die blosseundarmuthbeydcmfalschen mchthum der heuchelet)/ meuschengesalligkeit/un-vcrnunsttigen Gottesdienst und dergleichen crkant/die augensillbe verlangt undausgebeten / und die fcyerklerder begstug ergriffen tverdcn.

4s. Seligist/dersichanCHrtstomchtargcrt/wieerallenmenschlicheneigenen tverckcn / Meinungen / satzungeu / getvohnheitcn und gesehen entgegenwandelt / und damit den Heuchlern ctn stein des austosses tvrrd. 9loch seliger /wenn erihnwürcklich zum Eckstein annimmt/und mitvcrlassung allcrbaulcu-te / die ihn bey der gcsttzlichen ccremom^iisheu erbauung vcrworffcn / auff ihn al-lein bauct/ruhetuudetviggcgründetbleibet. Ein solcher soll sich annichtsstos-stn / weilketnargernußinthm ist; denn er ist aus GOtt selbst gebohren.

47. Dahcroihmauchdiep3rLcjox3dcstobedencklrchcruudaugcnebmerfal-Leu/wtil doch der wahre weg CHristusselb st uicht sogcmein/annehmlich/odcrdenen angenommenen Meinungen () gemäß ist / daß ihn jedcrman oderauch nur die meisten betreten sollen. Sondernwic er weiß/ daß ibrer wenig se-lig werden/ alsokehrter sich mcht dran/wenn auch keiner mehr mttCHrrstowan-

delte.