Allgemeine AnmerckunM
chung und Verachtung von GOtt gewesen/daß sie die richtigen und klaren bcschreibun-gen / so hier im j. buch aus Paulo und Pe-tro angeführet / verlassen ? Und ob es nichtdeswegen geschehen/ weil siealsdenn nach sol-chen ftibsthärttn die grössesten kätzer hcissenmüssen?
4?. Ob auch dieser fretzel und leichtsinnig-keit nicht höchst straffbar und unverantwort-lich / daß in denen alten und ncuenKatztr-re-gistern soviel geringe indifferente meynungen/»a recht kindische und abgeschmackte dingefälschlich erdichtet/und so einige nicht unwahrgewesen / doch alsbald vor grosse verdamm-Uche irtthümer angeschrieben / und ihre Ur-heber deswegen verdamt werden dürffen / un-geacht zuweilen solche beschuldigungen nichtden geringsten gründ gehabt ?
44. Ob man also nicht selber anlaß gege-ben/daß die kätzereyen von vielen gescheiden ge-müthem gemeiniglich vor einen erdichtetenpopantz / larve oder non-ens, ja vor einenclericalischen siaars-streich undgrund-jaule/der ungeistlichen souverainite und tyranneygehalten worden / damit man nur redliche ge-müther schrecken /krancken und zu allem gutenuntüchtig machen wollen?
4s. Ob auch ein eintziger mensch / er seynoch so erleucht / geübt und erfahren / mitgründ der warheit von sich sagen könne : erhabe keinen einigen irrthum oder sey unbe-rrüglich / und also keiner katzerey fähig oderschuldig/könne also auch unbetrüglich von al-len andern urtheilen?
46. Ob nicht viele/wo nicht alle/wo sie jazu einem warhafftigen und göttlichen erkant-niß gelanget/ dennoch zuvor so manchezweif-fel/ vernunffts-einwürffe/ satanische Versu-chungen und widerspräche / durchgehen müs-sen / darinnen sie wol viel jähre zugebracht/ehe sie zur ftstigkeit und gewißheit gelangenkönnen?
47- Fölglich/obnichtsolche gemuther/wennsie in dergleichen anfeckMngen gestanden undweil sie nicht anders überzeuget gewesen / da-mit ausgebrochen/auch darauf wider alle re-monsttation bestanden / von denen ungestü-men kätzermachern unsccliglich und unbarm-hertzig offt zurück gestosscn/ ausgefcholren/und an statt des befohlenen sanffrmüti-gen zurechthelssens so fort verdammet wor-den ?
Über dem IV pimct/von der art und Werst des katzermachmswäre znbcdcnckcn:
Eseht/daß dieser und jener wircklich ge-l irrer hatte/auch davon gnugsame uhr-kunden vorhanden gewesen : ob nicht gantzandere und bessere Mittel möglich und nöthiggewesen / als insgemein bey den verfallenenLehrern angewendet worden ?
2. Ob nicht der mitleidige Hohe-priesierChristusZEsusfelber nicht allein bey feinemsichtbaren umgamg auf erden die verlohrnenfchaaffe mit wolthunund sanfftmuth gesuchetund zurecht gebracht / sondern auch noch im-merdar mitleiden habe mit denen/fo wol die
da unwissend sind / als die da wircklich irren;und sie also nicht alsbaldverstosse/verdammeund verderbe/sondern mit vielem verschonentrage und zu bessern suche?
z. Ob nicht alle und jede / die sich Christen/
oder auch gar seine d ienerund boten nennen/die-
scm exempel genau und ohne einige Widerredenachzufolgen schuldig seyn? f
4* Ob sie auch nicht seinen ausdrücklichenbefthlennachkomnien müssen/ kraffr welchrr ersooffteden gelindcstenvorsichtigsten weg/unddie gewisse stuffen in zurechrbringung vorge-schrieben/und solch verfahren zum kennzeichenseiner wahren jünger gesetzet; auch insgemeindie reget aus der natur gegeben: Was ihrmit/ das euch die leute thun sollen / das thutihrihnenauch? Und ob nicht dieses dieMmmades Gesetzes und der Propheten / und also dierechte lehre sey? ^
5. Absonderlich öb nicht JEsusCHrisiusgeboten/ daß man den irrenden bruder erstlichalleine und ins geheim/hernach mit zuziehung 2.oder z. zeugen / dann erst vor der gemeinde er-mähnen/ und wo er diese nicht höre/alsdemrvor einen Heiden und zöllner halten solle ?
6. Ob auch nicht dieses alles die allererstenlehrer und Christen in solchen fallen treulich er-süllet/und die folgendexroceduren der verfal-lenen als anrichristische greucl verabscheuet ge-habt/undob dieses nicht auch aus denen Apo-stolischen schrifften bey allen solchen cxempelnoffenbahr sey?
7. Ob sie auch auff gaNtztiche ausrottungund Hinrichtung oder verjagung dcrKätzerge-gangen/ dasie mir Paulo gewust/ daß unterdenen gemeinen rotten und steten seyn müssen?
8. Und ob sie nichtdahero vielmehr ihre ge-meinen durch alle zulängliche Göttliche Mittel/und sonderlich durch sonderbare ermahnungcNund Weisung auff den unbeweglichen Mrs ge-gcnwartigenLehrer/den geistCHristi/vor allergefahr der irrung verwahret?
9.Ob es nicht an denen lehrem stlbstgelegengcwestn/daß in den ersten feeuli?sowenig/her-nachaberso viel kätzereyen entstanden: weilje-ne die Ursachen derselben durch kraffrige wir-ckung des H. Geistes in göttlicher weißheirab-geschnitten/diese aber durch ihre Nachlässigkeitund ungeistiiches lehren und leben bey ein-reissndcr Unwissenheit des verlassenen volcksviele selbst veranlasset ooer verführet/und dieentstandenen irrungen mit ungestüm/lärmbla-stn und tyranncy/nurdesto mehr bcsiärcketundausgebreitet?
w. Ob die abgefallenen lebrcr/ pfaffen/mönche und dergleichen sich auff die epempelder Apostel bcruffen können / welche die hals-starrigen dem saran übergeben gehabt/da jeneselbst aus dcrsatans-schuie gewesen/ und auchdie wirckung nicht celeber/ daß solche widerspre-chcr nicht mehr gelästert oder zu ihnen gefallenwaren?
_ c 1 n item.- Ob sie sich mit warheit rühmenkönnen / daß sie / wie die Apostel/ denen Kätzerndas maul gcstopffet/sie überzeuget/ und in gött-licher krassc schweigend gemacht/wenn sie mitunwarheiren / falschen beschuldigungen / ja mitausscrlicher gemalt und durch den henckcr ih-nen das maul gestopffet?
12. Ob aber nicht durchgehends bey allen
solchen