Buch 
Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
JPEG-Download
 

24

Allgemeine AnmerckmiM

Die mögen fies? rühmen / sie wären schonrn derkindheit Theologi worden. (e)Mansicher/daß die Evangelische lehre nichtmit einem gelinden und sanfscen / sondernmit einem soldarenhaffcrgen gemütheheutiges tages rractirek wird: daß schu-len und Sirenen von; geschrey/lästern undverdammen voll sind/ und der rock LHrr-fii täglich mehr zerrissen und zerstücketwird. Die gröjren Theologi zancken sichohn unterlaß/und können sich aus demlabyrinth ihrer fragen nicht heraus wi-ckeln. Man wütet Fegen alle diffentiren#de sosehr/ als wenr; die warheit sonst kei-nen schütz haben könte. Darüber wer-den die gewissen verwirret/zweifstlhafftig und irrig / und weil sie endlich bey sol-cher bittern Uneinigkeit der Lehrer nichtsehen/ wo siesich hinwenden sollen/ so ent-stehet bey vielen lauter irychum/bey an-dern haß gegen die lehre/bey vielen Ver-achtung aller religion / greuliche sicher-hcic und deratbeismuL selbst. (£)

(c) Audoi'Mysterii Inicjuit.PIeudo.Evang.cäp. I.p.4j. (f) Idein in Vindiciis dedie.

17* Weswegen / fragt einer / enthaltman steh nietet von schmahwörtern?weswegen fanget man doch andern leu-ten die Wörter auff/ daman doch die Mei-nung schon weißs Weswegen verzeihetman doch nicht / wenn man für einenrechtschaffenen Theologum passire« wrl/auch twe injurie«/ die einem von andernangethan Werde« / sondern retorquiretdieselbe/und haussek also ein Verbrechenmit dem andern s auff eins solche art/dieschon viele an denIuricte« verworffen ha-ben/und gewiß den Theologis gar nichtanstehet. Es mag dieses mit der wah-ren gottesfurchk conciliirc« wer da wil;erwirds sehen/obstticht bessersey indie-stm stück bescherdenklich zu verfahren, (s)

(g) Dn. Srrykiu* 1 . e.

18. Gegen solche erinnerungen haben einigedieses und dergleichen vorgebracht: Es giebtheutiges rages Politicos. welche meinen/man müsse die warheit Nur in rheh lehren/Und die wiederlegung des gegensatzes/und der falschen lehrer auslassen / mitvorwand der gemeinen ruhe/ deswegensie eigenmächtig denen kirchendienernvorschreiben wollen/ daß sie die irrthü-Mer und falschen lehren entweder garNicht widerlegen / oder ohne erwehnungderer kectirer es thun.. (h) Dagegen man

dennallerhandbeweisegesuchet/welchebler an-zuführen die kürtze nicht zulässet. (i) Es wür-den auch ohne zweiffel verständige dieses nichtebengantz mißbilliget haben/woferne nicht dasärgerliche schelten / zunahmen / und lästern ge-meiniglich mit untergemenget worden. Daßaber dieses fast durchgängig geschehen/ist fastaus allen streit-handeln durch alle sceukm er-kennen /und in derhistoriedurch fastunzehlicheexenrpel oesiatiget. Hier stnd nur einige ge-meine anmerckungcn davon noch zugedenckm.

(!,) cZueutted.usIc.p^aZ. (,) y.d. velDedekcn-Iiusl. ILConiii. Theol. p, 4vQ.4oz.59z. 608.642.65 }Consil.Wutcb.P,II.p. 86 ,sec]q.P.III.p. 74 .. &I4Ö. Dunte Ca C. Conlt. p. ö;s. 691. HuttausCalYjmsta Aul. Pol«, cap, II. p. u*. Jjaldujnus

Cas Conse. Lib. IV. c. 7. n. a. &c. Deutsehmuiinus dils. fmgul. Anno 1675»

19. S)(i' eilte Chrysostomus hat bereits hie-von erinnert / es möchten doch alle diejeni-gen pauli ermahnungen mercken / welcheandere/die mit ihnen nicht gleicher Mei-nungen wären/mrt «llerhand schelkwor-kenverfolgten/ und mirschmähungenbe-legten / denn das sey nrcht der wahre wegsie an sich zu ziehen/sondern vlclmehrsieweiter von sich Zu treibe«. (1) Gleichwolist nicht allein in denen alten zeiten darüberhauffig geklagt worden/sondern auchnachderreformation von denen / welche das gemeineelend eingesehen. Ein orthodoxer eiffererschrieb widerD.hlajorn also: Esköme jetztselten von den W ittenbergischen Theolo.gen und ihren verwandten gelehrten einbuch in druck / sie müssen darmneN Mitgreulichen- zornigen und feindseligenworren um sich hauen / wie ein recht bö-ses eber-schwein. (m) Und abermal redet ei-ner insgemein/ und also nichr eben von einerparthey allein: Heutiges kages findet manin Deutschland leider viel solcher unarti-ger/wilder/ ungeheurer Theologe« / die/wenn siemit der warheit gejagetwerden/und in die flucht gebracht sind / undsichsonst nicht wehren können / lecken sie Zu-rück und sprüen lauter mist und Unflat/das ist/schmähen undlästernvonsich/da-mik sie diejenigen/si> ihnen zu nahe kom-men / abschrecken / besudeln Nttd verletze«Mögen. ( n)

(l) Horaii-Vi. in ii.fimotii. (m/ Verzcichuü5der bcschwerlichenPuacten in v. Majors PoM-(n/ Oefeuüvn-Schrisst L>. Pcrclii p.Z.

20 . Von dem gebräuchlichen zunahmenhaben kluge teufe geklaget: Man meinete /es könteweder auctori tät noch freyheit be-hauptet werden / wenn man nicht allesmit schelten und lästern thue. Undgleichwie die Zauberer die unverständi-gen mit fremden und vnbekandten Na-men betrügen / also pflegten die eisserermit seltsamen benennungen/die dem ge-meinen mann unbekannt waren /dre ge-mütherzu erschrecken / und umZUrreiben.(s) Weil aber diese art katzer zu machen nochimmtr weiter geübet worden/haben nachmalsandere wohl erinnert : Es möchten doch dieTheologi sich der schmählichen «amenenthalten / als da sind der Aacianer / Lu-deratter/ Papasini oder pabsiestl/ Sauüten/ Efauiten/ Sacramc^kirer/ den«inan sehe doch keinen nutzen von dieser sa,che/vielmehr aber folge eine grössereer-bitterUNg daraus. Dem; in der wieder-legvng müsse ja nicht allein die warherr/sondern auch die liebe des nächsten regr'e-ren / diese müsse aller handln ngcn/ und al-so auch der wrederlegungen regel scyn/»nie welcher aber solche schmähliche Na-men offenbarlich streiten. (p) Nichtsde-stoweniger herrsche auch bey denen kir-chen-verstnen die gröste schwätzhasstia-kert: da dre wenigsten glauben/was ü-t£ US i C3 ^* läget. Die f 0 genannte«Theolo§tschenhcher wären vollerinjüri-enundschmahsucht. (q)

(o)-