von denen Kätzer-Geschichten.
(o) Camerarius Vita Melanchth.prajf. & p.j^S. edit.
nova; Lips. (p) Brunnemannus 1 .c. Lib.I, c.6.
§. 27-p.ii9- Cq) Idem Lib.I.c.i. §. 'J. p. y.
21. Neben dieser verkehrten art ist auch nichtunbemercket blieben/wie man öffters unschul-digen leuten durch üble auslegungen und Ver-drehungen ihrer Worte schaden thun wollen/sel-bige falsch angezogen / verstümmelt oder ver-mehret und dergleichen practicken mehr began-gen/ daher kommen die beschwerungen: Svol-tze ausfgeblafene gr-tster grübeln mande-rer golehrden büchern und sthriffrett/ su-chen mit grossem flerß/ob sie etwas findenmögen das man schändlich depravire« /corrumpiren / und etwa bey den haarenaufi einen wrederwäreigen verstand zie-hen Sonne- XVcnn sie dann etwas fin-den/daß sie calumnirett Wtfcdep ravire« kön-nen/ob mans gleich candide verfielen Sonste ; so sind sie doch bald fertig mit kä-tzernamen/mit verdammen und verban-nen/ und ist ihre graste lust/ wenn sie je-mand dem keuffel geben mögen. Gleichals wenn es eine besondere eugettd undkuryweil wäre / andere dürstrglich zu ver-dammen/ ohnangesehn daß sie es ostr inihrenheryenund gewissen anders wissen/und verstehen / nur allein daß sie vor rein-ste zelote« und eysstrer wollen gehaltenseyn (r)
(r) t). Srgfrid Saccus (Sptlfel'/SJJrefc. p.15.
22. Deswegen haben andere bedächtigeregewärmt: Man könne leichtlich andernunrecht thun/und die Zuhörer mit einerungegründeten relation betrügen / wel-ches der gröste schade in der kirche ist.Wernundiewiedersacher anklagen wil/der muß vor allen dingen zusehen/ daß erden irrthum nicht aus einem blossen ge-schrey vernommen habe / sondern aus le-sung der auctorum selbst / damit sie davonrecht urtheilen können- wer dazu kei-ne Mittel hat/der lasse sich begnügen/ daßer andere stücke seines amks chue/ und dieWiderlegung geübten überlaste, (s) Vondiesen und denen übrigen arten der verkatze-rung/ wie sie in Worten bestanden/sonderlichvondem offtgewöhnlichen bannstuch ertheilenübermal die eintzeln hier befindlichen begeben-heiten sattsame Nachricht. Und daß es auchunter denen eiffrigsteN an so grossen Unrichtig-keiten nicht gemangelt habe/ werden die katzer-geschichtedarleghZugeschweigen/daßvonvie-lengemeinen katzer-registern mehr als zu wahr
ist/ wasVoNdeM bekannten CatalogoHäireti ■torum Gonrädi Schliiflelburgii eM gelehrterman gedencket:Wieer ncmlich zuweilen dremaß überschritten/und denen wiedersa-chern etwas angedichtet / oder auch alzu-harte consegusmiengemachethabe. (t)
en/ welche wider jene zwar dißfalsprotestiret,so offt sie es selbst betroffen/imübrigen aber anandern dergleichen wider ihre eigene principi«ausgeübet haben. Die exempel hievon wer-den die Historien dieses und des vorigen sceuüdarlegen: hier mögen nur etliche observationesvoranstellen/und zwar solcher die hierinnen un-partheyifch gewesen. Denn da sind bekanntgantze schrifften so hievon herausgekommen/
als des Lalduini Disputation: Wie diekä-tzer zu bezwingen styn?Des Ibummü ira.«lkat: Daß man die kätzer nicht tödten sol-le. DesHeerbrands: Ob die kätzer am le-ben zu straffend Des Justilvleieri Frage: Obdie Protestanten nach dem Rayserlichenreche kätzer / und am leben zu strasstnseyn? Und viel andere dergleichen. Wieauch unterschiedliche ausführungen der frage:Ob auch einem kätzer treu und glaubenzuhalten i davonsonderlich D.Damelis Cra-meri Tractat bekannt ist.
24. Insonderheit wird von verständigenüberhaupt wohl erinnert/man finde beyde-»nen Aposteln nur die macht das Evangelium»zu verkündigen/auch ohneconsens der Dbrig-"keit/sonsi aberweder herrschafft noch zwang/ »2. Gor.X. 6 . VI. 4. segg. VlII. 8 .Lo 1 oIs. 1 . 23 '«
as.Daßauch ferner sie nicht einmahl oblique <«oder indirecte sich einiger herrschafft anmassen»dürffen/weil solche Verfälschungen ihnen nichteinmahl in sinn kommen mögen/ i.Oor. ix.“
16. Ferner: daß alle herrschafft wider die na-"tur der Christlichenreligion streite/daß/wennman die streitigkeiten verbieten wolle/ man»nurmchr Heuchler und heimliche kätzer mache/»nichtaberrechtglaubigeChristen. Derglau-»be müsse durch die gnade desH. Geistes erwe-"cket werden / und bestehe in einer vollen zuver-»sieht des hertzens/ welcher denn durchzwängeoder befehle in einen äusserlichengehorsamder^zungeverwandelt/womit die Worte zu abwen-"düng zeitlicher straffe sormiret werden/ wel-"che doch vom hertzen gantz entfernet seyn."Dkan könne nichts ausrichten durch gewalt»odermenschliche straffen/noch dieerleuchtung “des gemürhs und den innerlichen beysallfol-»cher lehren/die über die vernunfft steigen/zu"wege bringen. Hingegen sey dieses nichts»wenigerals eine religion/ wenn man seine mei-'nungenim hertzen behält/und ein anders mit"dem munde bekennet/oder durch gewisse cere.--monim und stellungen des leibes darleget.»Dadurch werde die kirche nur mit Heuchlern"und mit solchen leuten erfüllet / die brandmah-"le in ihren gewissen haben/und deswegen in»steten ängsten dahingehen/ weitste mit"uneinigen hertzen und tippen GOtt gespottet ‘thaben, (lc)
(k) PuiFendorffius de Hab.Reiig.p. 72,76. iSo. 21Ö,seqq.
(s) ßalduinus difc.TheoI. de Mathatnatisin. th. 27.(t) Sagittarius Introd.Hist. Ecci. p.Sip.
23. Von diesem wort-streit ist es offt zurwurcklichen wiederlegung oder vielmehr ge-waltsamer Unterdrückung und beleidigung de-rer vermeinten kätzer gediehen. Und zwarnichtnur bey denen Römisch - Catholischen / vonwelchen alle und auch diese Kirchen-Historienund die lnguis>tions-und Märtyrer-bücher vollsind: sondern auch bey denen andern parthey-
2s. Und ob wohl viel die sorge dergemei-"nen ruhevorwenden /um welcher willen man"alle eusserste Mittel die religions-spaltungen"auffzuheben brauchen müsse / dadurch auch"wohl die gelindesten Herren bewogen werden"könten/ihre macht dergrausamkeit derer prie-"sterdarzuleihen; so seyjdoch dieses demzu--»stand der kirchen zuwider/in welcher das un-'<-kraut unter demweitzen stehet/und doch nicht'«mit gewalt darff ausgejätet werden. Der'-
A.L H. Erster Thett.
D
Hey,