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Da§ I Kapitel.
Von ausbrcitnng der Chrtften und ih-ren verfolguugen/in dem erftenJahr-hundert/me auch deren Ursachen.
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Zcugklüsse ^^^Emnach gehe ich die Historie der Evam1322 W^gelistenvorbey/und bemercke nur/daßvon Lbri' über diese auch gar viel heydnische undJüdische
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Scrrbenten/von Christo und seinen Jüngernerwehnung thun/und die warheitdergeschich-ren an sich selbst genugsam bestücken. Unterden heyoen sind die Zeugnässe aus 5 uetonio,Inciro-klinio Lcuncio und andern offenbahrund bekant gnug. Unter den Juden/ als denärgsten feinden der Christen / gedencket einerausdrücklich lolianniL des Täuffers / undzwar in solchen rermims, die mit jener Historieeinstimmig sind. Wie er denn auch IEsumselbst nach seinem begriffeinen werfen mannnennet / der viel jewjame werc?e verrrch-ret / »nd die leuce unterwiesen habe /welche der warheie hatten folgen wol-len. Ja er stehet im zweiffel / ob er ihn nureinen Rossen menschen nennen solte / rühmetdabey auch die beständigkeit seinsr Liebhabernach seinem tobe / denen er wiederum erschie-nen sey /und welche biß dahin noch inderweltdaureten. Von welchem zeugniß bißher vielunter den Gelehrten cMsiunret worden / dieaberdoch die sacheselbst nicht mitgrund zweif-felhafft machen können. Andere Urkundenzugeschweigen.
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Nachdem Christus von den Aposteln
2.
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Hr^ü^r hinweg genommen ward / blieben sie annochzu Jerusalem/ungeacht Herodes undAgrip-* 1 pa im jähr Christi 44. eine verfolgung widersie erregte. (Apost. Gesch. Xrl ) Und obwo! vorher der schnaubende Saulus die Jün-ger auch zerstreuere/und dievermeinten neuenkatzrr mir grossem eiffer auffsuchte: so bliebendoch die meisten daselbst beständig: Andere/die in Die nutzesten örter ausgegangen wa-ren/kehreren bald wiederum an den ihnen vonChristo bestimmten Ort. Indessen verkün-digten ihrer viele den umbliegenven Ottern vonSamarien / Syrien u. s. f. auch unter den hey-den das Evangelium / und harren sonst ihrWesen allezeit überall / nachdem sie der GeistGOttes antrieb. Doch ist gewiß / daß son-derlich die Apostel nicht eher von Jerusalem gantzlich gewichen/biß daß es nun gäntzlich sollezum steinhauffen werden. Und dieses ist imsiebentzigsten jähr nach Christi Geburt/besagedervorhergehendenweissagung/geschehennach-dem dieApojttl 2 2. jähr zuvor einegemeine Ver-sammlung daselbst über einigen streitigkeirengehalten hatten. (Apost.Gesch.XV.)
3. Vor und nach diesen Geschichren/brei -ill andern tete sich der Name Christi sehr weit aus / undtaudcrn. erfüllete nicht nur Judaam / Samariam/Phoniciam / Syriam/ sondern auch auswär-tige länder unb städte / sonderlich Cilicien/Pisidien / Lycaonien / Galarien/ Troada/Ephesum/ Miletum/ Colossen/ Laodiceam/Hierapolin / Cypern / Cretien / Samothra-cien/Malra/ Thessalonich/ Corinth/ Athen /Niom ./ und fast unzehliche andere. AUwo
manchmal durch wunderliche Gelegenheiten Jahr k.das Evangelium bekannt gemacht wurde, biß c.Sonderlich aber gaben die feinde desselben offt Ausbrct,wider ihren willen die näheste anlaß dazu/M,^wenn sie durch ihr wüten und schreyen / die^ 'fache nur weiter ausbreiteten / und die leuteimmer begieriger/die Jünger auch immer dur-stiger machten/das Wort zu reden ohne scheu.
Und gesetzt/daß sie einen etwa ins gefangnissteckten/ oder umbrachten / so traten ihrer wolzehen dagegen wieder aus / die noch heffcigerausrieffen : Ihr / der feinde / wesen taugenichts 1 die leure sollten an den Sohn Gottesglauben/und jene fahren lassen. ,
4. Insonderheit war es den Jüden ein rech- Widernter ernst Christum und seinen namen gantz stand derauszurotten. Daher brauchten sie unter an-dem auch diese list/daß sie von Jerusalem ih-rer etliche in alle weit auf ihre Unkosten aus-schickten/welche von denen Christen die greu-lichsten beschuldigungen ausstreuen musten.
Und das war keine geringe erfindung diesen leu-ten schaden zu thun. Wäscher nun diese Ursache»und andere / gleichwol zu so äusserster bitter-keir wider die Christen erwecket haben mag/ ^ist hier wol werrh und vergönnet einmal vorallemal mir wenigen zu untersuchen. Dennobgleich GOtt seine Hand darunter hat/undalles weißlich und wol regieret/gesetzt/daß sei-ne Majestät noch so sehr durch solche Verfol-gungen beleidiget wird : so führen doch diemenschen hiebey ihre eigene absichten / dereneinsieht manchmal viel gute anmerckungen ge-ben kan. Inzwischen erzeigte sich doch auchhierinn die allgemeine Vorsehung GOttes/ daßste dieses vortreffliche gut bald weit und breitbekanr / und dessen so eine unzehliche menge vonleuten theilhafftig machte.
Justinus Diai.,cum Tryplione.
s. Die Sache lasset sich überhaupt folgen-der Massen ansehen / wie es die Harmonie der MeistensHistorien selbiger zeit gibt. Zufördert ist zu gen'ngewisscn / daß gemeiniglich nur geringe leute/^tewur-und zwar die schon mit einer andern religion^*^ 1 *
eingenommen waren / die lehre JEsu Christi angenommen haben. Denn obfchon auchviel Grosse gleich anfänglich beyfallgaben/ sowaren doch die meisten umb solche dinge un-bekümmert /und mochten sie aus Hoffart oderaus Nachlässigkeit weder hindern noch fördern.Deßwegen auch der Christen in kurtzer zeit soviel wurden/da ohne dem alles ausser einer rück-frage oder consens der Obrigkeit geschahe/nachdem die Apostel einmal von höherer Handgetrieben wurden / die andern aber am ge-schicktesten und begierigsten darnach waren.Sie waren in ihrem leben am meisten mit aller-hand elend beschweret / und da sie in dieserlehre so vieserquickung funden / als welche ih-nen die kräftigsten Mittel zur wahren ruhezei-gete/nahmen sie dieselbe mit freudenan. Ihrgemüth warnicht mitso närrifchenvernunffts-schlüssen und hochmüthigen einbildungen ein-genommen/ wie beyden gelehrten und vor-nehmen ; daher war es auch bequemer / denschlechten vortrug von dem weg zum rechtenheyl zu fassen. Die Apostel selbst waren sol-che schlechte unansehnliche Personen/und hiel-ten sich auch am liebsten zu ihres gleichen/diesie auch gar gerne aufnahmen. Massen sol-
isten.
A-R-H- ErikrTheff
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