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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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m\ der qeistl. reglet, und deum Übungen der C hristen im ersten Jahrh.

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verfall auffgebrachre gewohnheitm zugeden-rkcn/damit das Pabst-und Antichristenthumsich unterstützet hat.

8. In dem läutern glauben und seinen un-' steo gla^z-rtrennlichen fruchten haben bckanter muffenbeunddest r>ieallerersten Christen vor allen übrigen einenn strich. g ani ,, Mvergieichiichen Vorzug. Davon auchalle ihre reden und wercke zum Überfluß zeugen.Zugeschweigen / was sonst von ihrer Herrlichkeitin den großen und hauffigen wunderwrrckenund unglaublicher gcdult bey so starcken Versu-chungen gewiß gnug/und inderobengedachtenabbildung nacheinander zu sehen ist. Wor-auffich mich dißfals beziehe / und hier in denschrämten des kurtzen begriffs von einer kirchen-historie verbleibe. Nur dieses kan man hier-aus sehen/wie krafftig die ungläubigen müssenzu CHristo seyn gezogen worden / da sie gleich-wolsolche proben einer übernatürlichen machtan den Christen wahrgenommen. Gewiß-lich ihre bestandigkeir und Verachtung aller din-ge/ihre gedult im leiden und tod/ihre sreudigkeitund selige ruhe dabey/ihr aufrichtiger un liebrei-^ cher Umgang un diegroffeliebe ungutthätigkeitgcgö ihreftinde konttnit anders/als den härtestesinn überzeugen/ es sey hinter diesen feilten gareine grössere trafst als ihr ausserliches schlechtesansehen am tag gäbe. DabedurffreMannichtdem einwurffzu begegnen / daß niemand üuff

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rechtenweißheitGOttes abgiengm/und dieJahivernunfft und xMlosopbie mit unter bitTheo- bi:logie mengeten. Welche nun uncet diesennocheinen schmack von der alten wahren'rdeologiebehielten/die suchten nach dem willen GQtteSdiestarcke speise vor den ungeübten zuverwah-rcn/ und dergleichen geheime Ideologie auchgeheim zu halten. Zumahl da auch nicht nurdieheyden allen büchern der Christen nächstes

leten/sondemauchselbstdieBischöffesolchesa-chen zu tadeln/ verkatzem und verwerffen an-fiengen/und mit der vernunfft und andern sa-tzungen drüber herfuhren» Dahero die ge-heimnüsse desHErm nach dem xxv. Ps.nuvbey denen blieben / die ihn recht fürchteten.Dergleichen schriffrm wol ohne zahl unter de--nenverworffmenleutmsteckenblieben und mitihnen verloschen sind. Hernach da die leutemehr freyheit und zeit hatten/ die alten fachenausszusuchm/ mag nun auch dieser Dionysiusbetauter worden seyn. Daß alsodieursachederer/die ihn verwerffen/gar nichts gilt/ weiljhnLutebius und Dreronymur nicht Melden /sowäre er nicht alt. Denn es ist gewiß/ daß sievielanderenicht mitgenommenhaben/diedochwörcklich damals unter den Christenin andernorten bekant gewesen. Ja es nennen einige denlsaäcum Symm, der in seinem buch von den en-qeln ausdrücklich img.ieculü den Dionysium

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tJiöhysius; Areopagi*

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das leben der Christen zu sehen und sich dran ar- änführetund lobet/ (K) darwider andere nichtsgern / sondern nur die lehre annehmen solte. gewisses auffbringen können. !

Denn da galt es nicht/ sich nur einen Christennennen / sondern die proben wurden in allenbald gefordert/ob einer die Christliche lehre imthun und leiden bezeigte/ und durch selbige seineböse gemüths-bewegungen ändern liesse.

9. Zum beschluß fällt mir hier ein sicribembey/dessen ich obmhatte gedcnckmsollm/undüberdemes bißhervietsiisputirms gefttzethat.

Dieser istder berühmte DiotiysitisÄreopagita,welcher name aus der Ap. Gesch.cap.XVTl.bekant genug ist. Ich habe ihn abernurals-bald in diesem si-cuioschon erwähnen wollen/ob ihngleich die meisten unter den gelehrten erstins;tt setzen/derengrossestreitigkeirchirrinunszu weitläüstrig fallen/der haubrstreitaber läuffrendlich dahinaus: Ob diese Griechische schriff-ten / die man noch unter diescmnamenhat/ei-gentlich dcmgedachten ersten Dionysio Areo­ pagita zukommen /oder einem andern/ der sieunter seinem namen in dem 5. seculo unterge-

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schoben und bekant gemacht habe. Jeneswollen sehr viel beständig beyaubrenundbrin-genzudemendenichtwemgeursachenvor/ (si)die ich hier ebennichrwiederholenwill. Esbe-ruhct zwar die fache auff keiner gewissen Nach-richt/ und kan man nicht leugnen / daß dieseschriffcen erst im s. seculo recht ausgebrochenund bekant worden sind. Wiewol sie auchschon zu Eusebii zeiten mögen hervor kommenseyn / wie einige aus dem Grego no Nazianzenobehaubtm/und noch aus dem >. seculo juve-nalem Dierotolymitanum UNd Anciream <Z&

läreeickemdazu setzen. (i) Aber dem ungcachr/kan doch auch niemand vor gewiß und mitgründ behaubtm/daß sie nicht lange zuvor/javon ansang herunter einigen Christen mögenbeybehalten und als geheime fachen verborgenworden seyn. Indem bekant ist/wie sobaldnach der Apostel zeit die meisten lchrer von der

Erster Thesi

(h) Feuardentiusin Theomachia Calvinist.lib, XHtc-, 17- Delrio Vindic. Areop, Pec. Lansscliusdist. Apnl.pio Dionys CorderiusJoh.Cfiaumonr.Defens, Arebp. Leone. Le.'Iiu* epist. ad Pet-Lanslelinm. Baronius Ann. CIX. p. 35. Hals.loixius Tom, 1 » Script. Orient, qu 2.ad Vitam Di~onyf p 175. Natalis Alexander diff 21. See. I.Schelstra e > de Diicipl. Arcan» c. VII. arr. t. p-.toy & Antiq. illustr. P. II. dils. j. c,}. Bellarmi-nus de Script, p»4j. & Editores plurimi, fi) Pe.arson, Vindic. Ignat» Epist. P. i. c. 10. CaveutHist. Liter, p» izf, Abraham. EcchelleisisEpist. ad Cotinum,

ic>. Ich will niemanden etwas hievön üuff-dringm/und bin selbst zuvor anderer Meinunggewesen / finde aber / wie ein gelehrter mannlängst diesen und der Griechen ihren ausspruchbilliget/daß nemlich diese bücher von den erstenkatzern (bey welchen meist die geheimei'beo-logie noch bliebe) so lange verborgengehaltenworden/bißsie lange hernach ausgebrochen.(l)Nachdem sie aber einmal bekant worden/habmsie imerzu ihre liebhaber und Vertheidiger gefun-dn. Alsohatfelbigeschommanfang des si.fecu-ti mtfetgeittscholiis erkläret JohannesScytho-polita, dercmch klagt/wie sie die katzerauff ihreMeinung ziehen wollen. Und weil sich. Annosz2. fcicSeveriancr auff dieselbige schrissten be-zogen/ so fimgen erstlich die Ortbocioxen an die-selbe zu verwerffen / wie sie pflegten / wenn sienicht weiter kommen kontm. Sie berufftenisich abernur auffCyriHum unöAthanaiium;Da hingegen Gregorius M.jie anzog und denDionysium einen alten und ehrwürdigen Va-ter nennte: nur daß er ihn nicht selber gelesenhatte/weil er seiner bekantnüß nach wenig Grie-chisch verstund. WorauffiM7tmseculo Alaxi-mus ein Mönch auch ichosia drüber herausgab/und den Amorem äusserst vertheidigte.Biß endlich im 9tm sceulo auch eineLattinhche

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