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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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8 ?H.I. sg.T. C.m. vondem Concilio zu Jerusalem und den entstandenen

I. Aktion von kkilcluino oder einem andern f>civ^ biß Cv aus kam/dem hernach viel andere gefolget sind.Betreffend aber den Dionysium selber/ so rüh-men ihn die alten als einen in der Griechischencruclirion hocherfahrnen mann/ (m) als derlange zuAthen undDeliopoli inEgyptenKu-ciii et gehabt/ da er auch diegrosse sonnen-finster-nüß -ar zeit des leidensCHristi soll observirctund gejagt haben: Entweder GOtt selbst lei-det /oder hat mit einem leidenden mitleiden/welches gar viel Theolog als gewiß wiederho-len. Worauff er um das jähr CHristi 50.Paultim;u 2 lthen gehöret und ein Lhriste/auchzu Athen auffseher/ (n) und endlich einMär-tyrrrworden. (o) Die ihm zugeeigneten schriff-ken sind erstlich die b. ieffe anOftum, Dorothe-um, Solipatrum JDemophiluni, Titum, Apol-

iophonem, cm den Evangelisten Johannem/item an Polycarpum. Weiter das buch vonder himmlischenltisrarcbi e/von dem göttlichennanren/von der Kirchen Hierarchie und von dergeheimenGottesgclehrrheit. Ohne die andern /welche in diesen hin und wieder gedacht werden:als von der symbolischen Theologie . von dengöttlichen lobgefangen/von den gerechten undGöttlichengerichren/vonderseelen u.s.f. Dieseschrifften/ ungeacht/von welchem sie herkamenmögen / rühmen die verständigen und gelehrtengar sehr/und nennen ihn einen von den besten8cribemen/der wegen der ÄNticzuitat undGott-seligkeit hoch zu halten /dessen fachen sehr köst-lich und gleichsam mit vielen edelgesteinenundcronendesglaubens versetzet seyen.(p) Jnglei-chemeinen Autorem»der lesenswürdig sey/undder Papistensache in vielemzuschanden mache,(q) Er sey wegen der Historie zu lesen nöthig/und weise / wie man damals die ceremonienbloß zur bedeutung/und nicht zum verdienst/ge-habt habe. (r) Daß aber vielen der hohe aus-Vruck und vortrag darin nicht anstehet / ist nichtdes Aucoriz schuld / der es der gkheimnüsse we-gen thun müssen/sondern der vernunffcund ih-rer verderbnüsi/ die sich bey allen mythi-schen schrifften auffert. Was hingegen vonneuern ceremonien und aberglauben von an-dern darunter gemenger ist / kan von geübtensinnen ohnschwerumerschiedenwerden/welchealles zuprüfen/un das gute zu bchalren/gewoh-net sind. Von dem unterscheid des DionyMzu Athen von dem Parisischen verbeut hier diekürtze etwas zu sagen: man findet die fache ingantzen streit-schrifften/ sonderlich von denFrantzosen unlängst ausgeführet/nachdem sienemlich Dionysium zu ihrem Schutzher.'NtlNdHeiligen angenommen haben. (*)

p) Usterius in MStbap. Cavcunip. u"). (m) Sui-

das in Aimdt. (n) D.onysiusConnthiusap.Eu-ifcb. 111. H. E c 4 . & IV. c. ii. (o) Aristides inApol. ap. Usuardum 2c Adonem in Martyrol. V.Mon. Octobr. (p) Joacii. Kildcbrandus Artet/cnemoriendi (>.<>. (/]) ls. Calaubouus MSto.

ap. Caveum J.c. p. U 5 . (r) ChemnitiusOrat.deLect.Pat. (s) Vid. Scripta Sirmondij Ger-mani Miilet:, Joh. Samblacati 1 Cl. Menandri,Launoji , ChifKcti, Sctevolse & I.udovici Samuiar-tlionornm.

DasIII Kapitel/

Von dem Eoncil-o zu Jcrufälmi undden enLstnudcuen irrungen nndkntzc-tcycn in dem ersten Jahrhundertins gemein.

i.

2"kr t;biß«.

0 stund es damals auff.seiten derwah-Ä^ren Christen/wie sie gegen alle/so wolihre eigene/ als anderer Heuchelei) und übrigeverderbnüß cyferigst stritten. Wobey sie frey-lich nur einen glauben hatten/wie ein geist indem bände des friedens und der liebe war/ undnicht etwa durch das band einer gewissen sym-bolischen sormul oder conselllon vondemaus-serlichen begriff und verstand des glaubens.

Nun wurde ihnen aber/ausser und neben den ty-rannischen Verfolgungen / auch mit wieder-spruch oer feinde von aussen zugesetzt. Wel-ches ihnen eben nicht so nahe gieng/ als wennunter ihnen selbst.mannerauffstunden/die ver-kehrte lehre redeten/und andere an sich zogen.

Ehe ich aber solcher leute hie gedencke/muß icherst ein wenig untersuchen /so viel zwar die engedieses buchs zulasst/ob und wie man in den er-sten zeiten etliche leute vor irrig erkant und er-kläre:/auch wie man mit ihnen nach der Apo-stel sinn verfahren habe. Da mir denn keinverständiger verargen wird/wenn ich nicht al-lezeit dem gemeinen bericht hievon nachgehe/wie man ihn fast ourchgchends aus denschriff-renderfolgendenzeitenzunehmengewöhnet ist.

2. In Massen ich über das/was bereits in Vonrmder abbildung der ersten Christen kürtzlich ent-Mck»worffen ist/auch viel bedenckliches bey den Scn* derKchr.benten finde/ die hierinnen etwas gethan haben.

Sie urtheilen von denen/die sie aus den erstenzeitenvorkätzer angeben/gemeiniglich nachdemsinn und begriff ihrer verderbten zeiten/ wennman nicht gleich alles begreiffen /und nach demeigenen gemachten maaß der lehre abmessenkan. Zumal da es gemeiniglich hernach ei-"nem jeden frey stund/einem andern / dem er et-wa nicht gut war / irrthümer schuld zu geben.

Man richtet sich da nicht nach der Apostoli-schen art/wie dieselbe von solchen fachengeur-rheilet / und damit umgangen sind / sondernnach den schon sehr verdorbenen lehr-sätzen / undeingeführten gewohnheiten der verfallenen kir-chen. Man siehet auch nicht darnach /ob sicheinige noch geändert/ und also des ungätigenUrtheils der nachkommen dadurch entledigethaben/zumal/wenn niemand dadurch verfüh-ret/ oder die verführten selbst zurecht gebrachtworden. Man erweiset sich offre garzu offen-barlich partheyisch/und setzet ohne groß beden-cken das und jenes zu denbeschuldigungen da-zu/verschweiger auch offte das beste und nöthig-ste/nur damit solche Personen greulich gvugaussehen/und man ja nichts an ihnen zu billi-gen oderzu loben habe. Summa, es waren sehrviel gebrechen in der Kätzer-Historie auch dembuchstabennach zu zeigen/wenn es hiehergehö-rete. Wiewol folches im forrgang bey den son-derbaren exempeln etwas klar werden mag.

z. Hier müssen wir zufördcrst aus den schriff- lddunSten der ersten; 00. jähre ohne absieht auffdie fol-L?«.gende zeiten sehen / ob und was man damals JJ {i"tthum/ abfall/ katzerey und dergleichen genen-ner habe. Damals aber war nun das Wort«k* oder kätzer kein eigentliches fchelt-wortoder zuname / damit man so muthwillig undohne unterscheid einander beleget hätte; son-dern die Apostel und ihreJünger zeigetendmmrden lautem ernst und nach der warheit eine boß-

haffri-