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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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wie auch dmen so genannten Naturalisten / Deiftemc-

£01

Än D c' Ien/ ^ vermuthlich bey dcn onotrn groflmLxxxvm. veid / und folgen&ö meitere fcisibfcligfiiccn v«,dienet.

fO Vid. MorhofiusIoe.cit.pag.7y.Wcberus l,c.

pag. 68. (u) SpizeliusdcAth.erad.pag.i6.

Moihofiuspag.74. (x) Müller Ath.devict.

81 . (y) GramraondusLib.III.Histor.Gall,

pag. rio. 2eilerus Tmuer-Geschicht p. r§S.

(r) Grammondusi. c.

9 * Wie man denn nicht geringe stürm der»lgungcll Mischen anklagen wieder ihn in seiner Historieanmerckenkan/ da unter andern gedacht wird/daß/ als manihn gefangen genommen / undseine fachen viQtirt / man eine kröte in einemglaß mit wassec gefunden / daraus man ihnder zauberey beschuldigen wollen / ungeacht erbezeuget / daß er sie zur artzney gebrauchetSchriff. hatte. ( a ) Die vornehmste ursach aber zuseiner grausamen Hinrichtung hat man ausdessen buch genommen / dessen titul dieser ist

Amphitheatrum asternas providentias divi-no-Magicum, Christiano-Physicutn, nccnonAstrologo-Cathoiicum, adversus veteres Philosophos , Atlieos , Epicureos , Stoicos ,Auftore Julio Cassare Vanino, Philosopho-Theologo, & Juris utriusqueDoctore. Lug-

1 M.

.''a&rMDC.riß M DC '

wercke geleugnet. Er habeGore und sture Regierung deutlich ' <j»lxxxv!u.rrtnt/ dre autoritAt der herligenSchafftFetten lassen/ und ausdrüÄich geleh-rct/ daß ausser LHristo kerne stelittkeitsey. (d) Wi! man nun in '-ein buche'silb-Itcn Nichts von seinem Atheismo gefunden /sondern vielmehr zugrcbc / daß selbiges vonunparthcyischcn ohne anstoß gelesen werdenkonte / so kömt der verdacht endlich bloß auf Verdachtden bericht sein« feinde / nemlich der Clcri-ks'^rvcr.sty/ an/ welche ihn beschuldiget/ er hatte lleumig/den schalck im bergen gehabt / mit wel-cher gottlosen maxime man einem jeden garleichtlich beykommen könte. Und wenn manferner setzet / fein ander buch (das Phyfico-Magicum) »qre zu Pariß öffentlich verblautworden / so beweist diese Verbrennung ebenso wenig seinen Atheismum , als seine eigeneHinrichtung ohne genauere nachucht davonversichern kam Was aber den scheinbarstenverwand betrifft / daß Vaninus Dr alten ge-Argn^wöhniichM argumenta V0N der existentzGst-me^-ales ausgelassen/ und hingegen neuere um ""r.Got,schwächere veygebracht hätte / so wäre wohl J',/., 1 *folgenoeö hrebey zu ged-mcken / ehe man steh CI °des Urtheils simer rrevter auch mälhui.safftiq machte. Diese

- ,e jrme argumenta hat er aus der

duni apud viduam Antonii de Harrhii anno Divino - Magica oder Cabalistica gerrenM / ">^>ca

1615. Welches buch im folgenden jähr mit und selbige denen gemeinen Liristoteujchen und^^°'einer Censur und privilegio des Königs zu j scholastischen offtmals sehr eiendeu gründen s ' a? n S CD Pariß wieder ausgeleget wurde- Aus diesem j vorgezogen / wie es der titul des buchs selber

daraus

wcgm

hat nun die Clerisiy nochmals / ungeacht siedes^lhe- zuvor das buch paffirm lassen / bey Mtstan-iiini. dener feindschafft wieder Vaninum ihn desAtheismi angck aget / und zwar/ so viel ichfinde / aus diesen Ursachen / theils weil er inden Dialogis auff dem titul die natur eineDeam und Reginam genmnet / 'welche Wortedoch in des Königs privilegio selbst forrnall-ter wiederholet worden sind. Theils undvornehmlich / weil er unter dem schein die A,theisten zu resuti«« Vielmehr ihre argumentaschlecht wiederlege. Nun bekennen die/ wel-«rthcil che das buch selbst gelesen / daß sein Am-onderer phitheatrum satis fanum oder Verständiggeschrieben sey / und zu behaup-lhearro. tung der Unsterblichkeit der steten garsubtil disputire. ( b) Jngleichem daß erSeme betten argumentis derer Atheorum viel*ÄUmal gar gründlich begegne / wiewolmddn ^ichk aus der schrisse/ weil diese vonstele. den Atheisten und Heyden nrche ange-nommen wird / sondern aus der Philo,sophie / und also »<«' (c)

(a) Grarnmondusl.c. (b) Morhofius 1. c, pag. 75 .(c) Weberusl.c.p, J2«

Seine 10. Man gestehet ferner / daßerinselbi-

klage« . «em buch über den ^.theisrnurn selbst hefp

«h-iNrn kig klage / ihn eine sehr gtssrige pestr-lentzische seuche / und die Atheisten Cy-clope» nenne/ wie auch die allerheulose-'sten unter den menschen / und gravsa-Twstli, me wrlde thiere- Er sielte greulichchereiffer aufs den Epicurum , Machiavellum, Car-lvidkk sie. tlanum und andere / die GOTT oder

weiset / daß er auch wider die Peripateticos(und folglich die Scholafticos , ob er wol denAristotelem selbst als einen offenbaren Alhe,isten noch ziemlich maintenirt ) disputifcn wol-len. Seine fundamenta mystica aber ver-stunden die Schul-THeologi nicht / und hiel-ten sie daher vor unzulänglich oder gar Athei-stisch.

(d) In praefatione Amphitheatri & Exercitat. I.seqq.'

Vid. Weberus i. c. p, ji.

1 1. Nur einige puncte von diesen seinenar- Eeempekgumenten anzuführen / so beweiset er unter seine randern die Gottheit aus dem geheimniß der rcPd-esIX. zahl also : Die 9 te zahl ist die aller-vollkommneste / sie sänget von emsund endigt sich in eins: sie hält alle an,dere zahlen mit ihren arten und propor-tione» in sich/ dannenhero stellet sie diewelk vor wie sie alles in sich hält / undsich doch aufs das eins gründet/ wel-ches nichts anders sty als GOtk / derder weit ansang und ende ist. Man hat p»«*»«ihm auch ferner vor übel gehalten / daß er ein,- w«'

gt mysticas un&paradoxas descriptiones Got-^^^

tesgesetzer/als wenn «geschrieben: Goeerstallezeit i unddoch ohnezeit/die vergan-gene gehet ihn nicht vorbey / und diekünffttge berühret ihn mcht. GOttiststin stlbst ansang und ende/ imd hat dochderen keines/ober wohl ein Urheber vonbeyden ist. GOTT herrschet überall /aber ohne orth. Er ist unbeweglich /doch ohne gewissen stand/ ge-

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schwind / und doch ohne regrmg; ausi