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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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TH.1I B.xvn. C.XVI. Von denen Atheisten /

2*c|e»» gewesen l alles das jemge/ wasiwaviuW» andern geschrteben worden / undich aUhrer zu/ammen getragen habe/mdem andern theil zu wiederlegen / und

Dekea-

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neue bewerß-gründe vor das wahre We-sen GGttes beyzufügen. Daß ich aberhinzu gefetzer: wir Atheisten glaubenalso / »st darum geschehen / weil ich ei-nen Atheisten redend eingeführt. Ichhabe mich über AlsteJium ostv verwunddert / daß er so schlechte und unkrafstige beweissthümer vor Gott angeführet/deßwegen ich sie angemerket. Er hatauch dazumal vor dem Rath stärckere argu-menta von GOTT vorgebracht als sie tn oengemeinen Ecnbenten stehen. Sein ihmgugelassener Advocat aber opponite exceptio-nem termini illegitimi» weil er nicht recht-mässlg citiret und verhafftet worden / dema,der durch ein Königlich Decrer das maul ge-stopsfet/und der lermin zur allerletzten Verant-wortung gar kurtz anberaumet wurde. Da

denn der Advocat einbrachte / daß bey be-klagtem keine pertinacia in voluntate , jaauch kein error in inrellectu Ware / weil erNur frembde Meinungen ohne einige beystim-mung auffgeschrikben/ selbige hernach zu wi.Verlegen. Man könte auch des Edelmannssinn aus seinem gantzen leben gnugsam erken-nen / welches die gantze Woywodschajst ineinem zeugniß Vor Christlich gerühmet / wieer denn auch noch etliche tage vor seinergefangnißzum Abendmahl gegangen/ undgar rerchltche allmosrn ausgetheilet! hätte.Seine klüger hätten ihm auch seine andereschrifften weggenommen/ und wollten sie nunnicht wieder heraus geben / darinnen er vielgottselige betrachtungen auffgrsetzer gehabt.Endlich versprach er alles mit einem eid zubekräfftigen/ und bat um gnade, (l)

wol aber nnt semer ausführlichen «Gärung i Mm*die man ihm im ktoster seinem begehren nack ^ MDC »«hätte verstatten können. Man hat unter an-' liildern zum bewetß, daß er gewiß ein Atheiste

gewesen/folgendegrabschrifftangeführet/dieer

soll 9cttistcf)f ein ctcfcbti#

der Leser urtheilen kan.

Grab.

Heus Viator !

Lapides istos*cave, praetereas. grifftNihil ad has ostendes : nisi veritate of-fendaris.

Disces a saxisVerum:

Quod homines* etiam qui sciunt, id elfeverum, docent esse falsum.DOCTRINA SAPIENTUM PRU-DENS EST MENDACrCJM.

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17. gbtnitt diesem 88sten jähr erhieng ßchein Studiosu5 Juris , namens Joachim Ger-hard Ram/ von Glückstadt aus Holstun/zuWittenberg / und hinterließ auff seiner siudier-stuben folgende schrifft:

(1) Relatio citata.

Denrr,

16. Die Nager aber bestunden auff ihrerhärtigkeit / gaben des beklagten thränen vorverstellt aus/ und die guten wcrcke vorkein zeichen des wahren Glaubens / wolltenauch von keiner gütigkeit des Königs wissen/welche sie ohne gerechtigkeir vor die gröstety-ranney erklärten. Der beklagte selbst aber sagtezu letzt: Er möste seyn wie ein tauber /ifym wäre nichts bewust / aber damit.k-»l..n»,*väreer nicht gerechtferttgek. Bat dar-/ man möchte ihn in ein kloster setzen /worinnen er seine Unschuld klar beweisen wol-le. Nichts desto weniger wurde er endlichzum tod verdammt / und muste er den rotenMartii anno 1689. in der Kirche dieihmbey-gemeffene Meinung revociren / den König umgnade bitten. Warauff er den ritten gäntz,sich verurtheilet / und vom König mit demschwerdt ( wie es hiesse) begnadiget wurde,ondhill. Den Z osten Marti! wurde er enthauptet /richtuog. und der leib zu aschen verbrannt / die asche inein stück geladen und gegen die Tartarty ver-schossen. Mit welchen thörichten eeremonienund blut-vergiessea wol weder seiner noch an-dern fielen im geringsten geholffen worden /

Taedio finem quaero vitas miserrimae Zu Minjecto laqueo, redacturus in id,quo originem duxi meam; judiciumeorum, qui mc nescio quo relegatumputarim, contemno. Anima namquenostra mortalis est , Religio ad vulguspertinet , inventa se. ad decipiendoshomines, coque melius regendum.Neque vero sic sentiens jure sic videorvocari Athcus. Quis enim DEUM es-se Cnaee mentis homo negat > Ut veroea, quae vulgo de religione traduntur,ä Sacerdotibus doceantur , ratio, utidicitur, postulat status. Qui aures habet,audiar. Mundus regitur opinionibus.

Sed sapienti sät. Non enim omnes hocverbum capiunt. In me sepeliendo ve-lim agatur humaniter, quam in remimpensi fumtus uullum est dubium, quinä me restituantur. Quibus cum gratia-rum actione meo nomine pro tara infi-nitis beneficiis ab initio vita: usque adhunc infelicem, imo felicissimum diemin me collatis simul extremum vale,va-le dicatur. Sed trahor ad fata. Nequeequidem amplius possum sine lacrymisde illis cogitare, inque hac morte, vitiinquam , sine extremis cordis angustiisatque terroribus diutius permanere.

Invasi DEUM calidissimis precibus an-te discessum meum fusis etiam lacrymis,omnino ideoque confido propter infini-tam suam misericordiam eum ingratiamme recepturum. Nolite, Nolite me con-demnare , ne ipsi rursus condemnemini.

trfa.

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