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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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Von der

Philoso­ phischen

Theolo-

v£.

w!e auch denen so genanten^r ruraUüen / veiüen rc. 6rz

Tractat.Theolo^jco -Polic.Cap.IV. p, 47. I r )Ibid. p. 4 6 ,

41. Er schreibet von denen Theologis un-ter andern also: Ich bekenne/daß sie sichub^ die tiefsen gcheimnüsse derSchrrffr verwunden haben: jedoch se-he ich/ daß sie nichts als Arittotelischennd Platonische lpeeul.tiones vorgetra-§en/ darausssie die Schriffk sppliciret/damit es nicht schiene/als folgtensie den>seyden nach. Es ist ihnen nicht Annagewesen / der Griechen ihrer thorheit zufdrgen/ jbndem sie haben auch die Pro-pheten nach derselben sccsmmociirek /woraus man sicher / daß sie die Gött-lichkeit der Schrifft niemals recht er-kane / und je mehr sie sich über die ge-hcimnüffe verwundern/ je mehr weisensie / daß sie nicht so wol der Schriffkglauben als nur schmeichele (s) AlleinübU derbetrachtung dieses mißbrauchs der H.Schrisfr / ist er hingegen auff das andere ex.rremum verfallen / da er von sich bekennet:Vomlichtweil ich sahe/ daß das licht der naturtenwtur/ nicht allein verachtet / sondern auch alsder Ursprung aller gottlosigkeit ver-dammet würde/ daß man auch mensch-liche gedichte vor Göttliche gründe an-nahm/ die leichtglaubigkeit vor denosddnL Ilauben hielt/ und die philosophischenGchrtlst.' sLreitigksiten in kirchen und gerichkenuric der grösten hesfeigkeit getriebenwurden/worausdiegrausämste Verbit-terung / Zerrüttung und rebeUionett ne-benst vielen andern schaden entbun-den ; fieng ich an die Schrifte vonNeuem mit einem freien geinürh ZU un-l. versuchen. (r) Da er sich nun also ohne daswahre licht und Göttliche rcgierung über dieSchriffc yergcmachet/ har er sich nicht wenigerals alle andere gemeine Lehrer zum meistcr über dieselbe gesetzct / mästen er ausdrücklich beken-net/ die Propheten hätten nur in denendingen auüorirät/ welche zur praxl deslebens/ und Zur wahren tugend Fehör-^ ten.' Ihre andere meynungcn / (so nenneter vermuthlich die Göttlichen / über diever-nunffcsteigendengeheimnüste/) giengen unswenig an. (u)

(s) Tractae. Theo!. Polit, praTat. (t/ Ibid. (uyib. & inTract, ipso Cap. VII. p äj.

5. Dos der 42. Da er sich nun also einmal solche falsche7/.drmuttffk.fteyheit heraus genommen/ leger er diever-rnmfft fast überall zum gründ seiner andernmeynungcn: wiewol er etwas mehrcrs/als dasbloß-natürliche licht / banmtchzu verstehenscheinet/ weil er unten auch dir erkanrnuß Chrn^ sti bey denHeyden suchet. Er setzet dieses alsumvicdersprechlich / die vernunfft tnifedas Re ich der warh eit und der werßhcit^ allein behalten/ die '1 hsologie aber ha-

be nur mit der pi-nat und dem gehorsamzu thun. Sie lege nichts vor als waszum gehorsam geyöre/könne undwockeauch nichts wider die vernunfft. M <£t' Bon den setz" auch ungcscheuet / daß dre Apostel mApostoli» ihren briefennicht ausGvttlrcyem be-'. schen fehl oder licht geschrieben hatten / son-

- jchrifften. oeriraus ihrem natürlichenjuörc.o. unddaß sie Nichts als brüderliche crnrah-

^ungen in sich hielten. (/) Daß sieg-irnve.auch ihre lehren nach dem sinn der lcure b>ß ^ ocZU ihren Zeiten accommociiret gehabt / L3LXKniUdamit sie nicht den leuten als etwasneues zuwider waren. Sie hätten diereligio» auff unterschiedene gründe ge-bauet / dahero auch so viel spalermgenentstanden waren / welche nicht eherauffhören würden / biß die religio»von Philosophischen specuJatione» gc rei-niget/ und wieder zu den einfältigstenlehren LHrrsti gebracht würde. Da-bey er auch wünschet / daß unsere zeiten soglücklich seyn möchten/daß man sie von allemaberglauben frey sehen käme. (z) Im üongenhat er zwar vonLHrifto bißweilen einige gureexpreMones, man will aber durchgehenvs sa-gen/ daß er es nur zum schein geschrieben/ unddaß er von ihm und seiner Heiligkeit weoeretwas wahrhafftes und gründliches erkanc /vielweniger würcklich genossen und erfahrenhabe.

(x) Tractat. Theol. Poüt. Cap. XV. p «70. Conf.

Huctiusde Concord. Rat, &h'id. JLib. 1 . c. 14,

&IJ-. (y) Ib.d. Cap. XI. p, tjg. (z) Ibid.

p. I4J-

43. Gleichwol schreibet er von demselben /daß GGtt durch den fürn LHrrsti sich -^ondenApostcln offenbaret habe. (a) .temdaß die Weisheit GGttes in LHristomenschliche navur an sich genourmen /und daßLHristusderweg des heyls ge-wesen sey. (b) Imgleichen von dem GeistCHristi: daß die gerechtigkeit und die und desst»liebe das einige und gewisseste kennzei- Seist,chen des wahren allgemeineir glaubens/und die wahre frucht desHeiligen Gei-stes sey. Und wo dieselben gefundenwürden/ da sey wahrhafftigLHristus/wo sie aber inangeln / da sey er auchnicht. Denn durch den Geist LHristiallein könne man zur gerechtigkeit undliebe gebracht werden, (c) § glaubet" Und dcffcnauch/daßbicHeyden undTürckenselbstven' aüzcmci.Geist CHristi hatten / wenn sie GOct mit " er.gerechtigkeit und liebe gegen den nächsten c ieucymog.verehrten / und daß sie darin selig würden/sie möchten sonst von dem Mahomer und den"Orackctn aus Unwissenheit glauben/ was sie"wolten. (cl) Oder wie ers andersivo aus-drücket : Wer sonst ein heylsämes er-Gebrauchkäirtimß / und ein rechtschaffenes leben dcrhabe / der werde doch selig/ und habe Schr-M.

, wahrhafftig den Geist LHrrsti iff sich /

! ob er gleich nichts von der Schrifftwr s-se. Da hingegen andere/ die zwardieSchrrffc gelesen/ und ihr geglaubethätten/ aber nicht nach ihrer lehre ge-lebet/ eben wenig nutzen davon hät-ten/als wenn sie den Alcoran oder eurenPoeten gelesen hatten, (e) Zum gründedieses satzes leget er den unterscheid zwisthender erkairrnüßCHristi nach dcmGei st und nachdem steischü'enehalt ernichrebcn abioiutnothig dem fleischzurseligkeir-Vondieser redet er also:Ghne denewigen SohnGÖttes/ das ist/ ohne dieewige weißhert Gottes/ die sich in allendingen/ und sonderlich in dem rnensch-lich.it gemüth / am allermeisten aberm LHrttro JEsü offenbaret hat/ kanHhh h 3 nimmt*