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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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TH.H.BXVH.C.XXI.

s^rMDc senredlichkeitin seinem amte bey Hohen u. nie.

ut m nc beliebet wurde/also daß er in Amsterdam /

txxxmi. ^M^/^idcn/Rotcrdamviel freunde bekam/zu denen er auch offt reiß« zmovirtcn sich balddie andern dagegen / wie es bey so gestalten sa-Klagm chen zu gehen pfleget. -»Solcher gestalt fien-der Pre.gen dicPredlger an sich über ihn zu beschweren/feiger tt>»' c r wolce mit den ÖonatisteN eine reinefecr ch«- Kirche haben/redete viel von dem neuen»menschen/ von einer neuen artderwr-»der-gcburth/ einer neuen avslegung derGchrisst / verachtete die Prediger / be-schuldigte sie der Unwissenheit und sän l-irndevbli-heit. Es kam endlich dahin/ daß er gar vomchebcur» Etc abgesetzet und von derGrmcmschaffl aus-lauduvg. wurde: dessen ungeacht er in Mid-

drlburg blieb/unb / wie seine anklag t' schreiben/in den Häusern hin und herlehrete/ biß er endlichsich nach Amsterdam begab- Hirrsollnun-inKeedam / "och viel grössererzulauffvon grossen und klei-nen zu ihm gewesen seyn / weiche ihn gehöret/und scintm vortrag g folget. Man forderte ihndeßwegen vor Gerichte, werl sonder!, die Predi-ger sich sehr über ihn beschwerten/daß er sie undihre Gemeinen vor Babel/Eatans - schule unddergleichen schelte/ und bmgegcn eine unbefl ck-von te Kirche auffrichten wolle. Er reiscte aber von«2/ i)av hinweg / und gieng zu schiffe anno 1670.^ nach Bremen / da er gleichfals einigen anhangscllbckommenhaben / undweil erdamals derund so Aobarissn von Heerford Elisabctha/ einer

fort nach Pfaltz-Grafinbekant wurde / und diese ihnmw Ab' witdenseinigcin ihreResioentz invitirft: so zogiona. ' erdorthin/ lebteaber nicht über 4. jähr/ musteauchauffKäyserl.befthlw- ichm / wie wir baldhürenwcrden. Er starb anno74/nacbdemernicht wenige inHeerford und sonst seiner lehre zufolgen bewogengehabt. (c)

(c) lidemli.ec.^nn» Maria SchutmanniaEt.xAif,/*,Cap.VII.p.ijt. seqtj. äc Cap.UX. totö, Diarium EuropscumTomoXX.pjy,

Derübri» 4. dlochvor des Labadie tod Habensich diegkl> adzug übrigen von seinen anhängten mit ihm nachsjg^, Alton« bey Hamburg begeben / allwosondcr-

Fnßlavd lich die Xnns b^aria Schurmannin, VVON und

Du andern ihre schrifften xublicirt gehabt. Letz-lich ist ihr vornehmster Lehrer kctrus ^>on Mden semigcnin West-Frrßland gezogen / undAvd ikre zwar auff ein schloß VVirverr» nahe beyLöwcr-vc'.samm'den/welches einer Familie vom Somnaelsdyklnkig da. zustehet. Alldahaben die so genanten Labadiselbst. unter d,* auffstcht etlicher Lehrer in ziemli«

eher anzahl beysammen gelcbct/undzwar/ daßsie sich von ihrer Hand-arbeit genehrct/ ihr ver-mögen aber untereinander gemein gehabt/undsonsten in äusserlicher zucht und ordnung sichauffgeführct. Siesollcnaberkürtzlichauchzer>streuct/undihregesellschaffrundwemtineauff-gehobenwordenskyn/id) wiezwarihrcgegnerversichern wollen: ob wol noch nculicbst berichteingeiauffcn /daß ketruzVvsn noch am leben/und leine Gemeine annoch meist beysammensey. Vonihm sechsten dem Labadie neben zwarseine wiederwärtigen insgemein cimPbarffäi-sche schemheiligkeit vor / dadurch er <o viele anVonbcs sichgezoaen und geblendet hätte. Andere un-fr&mmL parthkyische aber gestehen ausdrücklich / daßtui. 8 " in fanem lebert fromm und gottselig

gewesen, (e) Und Herr D. Spmer hat von s*»*ihm bezeuget / daß als er ihn an. 60. und 61,^ md c)U Genss offte predigen hörenmündlich gesprochen / er nicht alleindessen gaben und eiffer im amte erkant/sondern auch feinen übrigen Icbens,lauff/ und die Unschuld wieder seinerfeinde der Papisten lästerungen ausglaubwürdigen Relationen erfahren ha.be. Er könne auch nicht anders sa-gen / als daß Labadie feinen Wandel da-mals unstrasslzch gefuhret / davon de-sto sichere Zeugnisse wären / weil er be.reits in (Senfs der feinde und ncrder in,weltlichen und geistlichen stand viel ge.habt / und solche doch nichts erhebli.ches gegen ihn aussbringen können 1\<x viele ihm das Zeugniß emes untadeli-chen lebens selbst gegeben. ( f ) W>bches zeugniß denn auch andere Theologi W j ( ,verholet und gutgehnssenhaben, (ß)

(d) Vid.Scburniannia loc. cit Histoire de la Vit&Cooduite&c. Sagittarius Introd. Histo-ria: Ecclesiastic* pag. io}i. Craefiut Histor.

Quaker. Lib. III. pag. fia. StokmatiniHacreses pag. 212. &c. (e) Balthasar Stol-

bergius apud D.Majerum MataröIog.Labad.

pag. 1. (5) Seod.schrejbeo an einca

Theologum vou feiner kehre «ob CojicgüsPictans , pag. HO. ( g ) D. Majcrus loc.cit. Sagittarius 1 . c. pag. toji.

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f* r Eben diese und andere 8cr!benttn haben Falsch,vorlangst überhaupt erinnert / daß diesem brschMmann mit dem ungütigen tractament zu v>els»»g"> Maugeichehkn. Welches auch aus seinem jctzter-^ ^

»khlten lebens<lauffe überflüssig tthcllet. Lmnvonkeiiwas der Jesuiten Händel wieder ihn betrifftw'rd von andern fäglich angWercket / daßsie nicht allein überhaupt der unwarheitenund Verleumdungen v rdachtig / sondern auchsn s^ccie lN fachen dieses Mannes zum zeugmßuntüchtig waren / weil sie von ihm / der ihregeftllschaflt und IrrligioN verlassen / freylichnicht anders als übel reden kämen. ( h )

Die andern / nemlich die Resormirten / hat-^svmbrren sich ebcnfalS öffentlich als des Labadie h*feinde erkläret und auffgeführet / und weilsie silbstcn behaupteten / daß man eines scin-des zeugmß nicht annehmen dürffe / so könneman viel weniger ihren anklagen wieder ihn sobloß hm glauben bchmcsscn. (i) Wie sichdenn die allzuhrfftiglN dffectm derer Prcdi.ger gegen ihn gar zu deutlich bloß gegeben /und in allen ihren schrifften von bedachtsamengcmuthern abqemcrcket werden. So MündÄ,daß auch selbst di» PapistNchcn Scribenlen^"^'anmercken / daß die Prediger zu Herfoidundin d rs'clben gegend so gar heffig wieder den ;

Labadie fulminirt gehabt / daß auch CCfC< ur - Fürst von Brandenburg ihnen solchesernstlich und bey straffe untersagen muss n (lc) ; jW.

Wiewol sie es dennoch durch ihre anhaltendeklagen und beschw rungen am Kai-ff lichtnHoffe dahingebrachtgehabt/daßvondortauSLabadie mit den seinigm aus selbmer gegend zuwlichen ernstlich befehliget und genöthigetworden. ( 1 )

(b).v.