Buch 
Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
JPEG-Download
 

3»hr

mdc. biß

MDC.

XXClIX.

Bon denen lecksten.

Drccbs«lersbuchgtgtii sicund dessenwiderle»-ung.

msm partem elegit. Alton® ad Albin. ex offici-na Cornelii van der Mculcn. Ann. 1675. Und tN

derniederteutschenübersetzungfolgender.A.kl.

van8chnrmanZvcleria. os vitkiezing vanHetbeste Deel vvaann veertoontvvert ecnkort be-grip van haar lcven.als mede vecl hooftstukkenvandenGodsdicnst grondig werden verklaart.

Der audere theil von dieser Lvkleria kam anno1684. zu Amsterdam heraus/ worinuen sie dieerzehlungvon ihrem zustand / wie sie selbigentm ersten theil zu beschreiben angefangen/voll-führet / sonderlich die umstände der ubadisti-schen gemeine zu Alton»/ die reist in Frieß-land /und die vornemsten streitigkeiten/ wel-che sich wider sie ereignet. Absonderlich/ant-wertet sie im 6den capitel ausi' Ioh. GabrielDrechslers sogenandte oder Disser-

tation , welche er über den ersten theil pubiici-ret harte. Sie bekräftiget aber noch weiter ih-re bekandtnüs von der falschen gelehrsamkett/und sonderlich von dem schaden der fügend ausden heydnisthen 8cnhenten. Über welchenpuncr aber ö gedachte Drechslerstlbst hernachmit einemandern schulmann inzanckgerieth/der sich seine götter nicht wölke nehmen lassen.(0) Seit der zeit ist es auch dieser Person wegenstille worden / gleichwie wegen derer babadi-stenmsgemein wenig redens mehr ist/ da dieOrthodox» mir andern zuthun bekommen ha-ben.

(k) Dannhaueru* Tom.II. Theolog. Conscient, pag,

170. (l)Gisb. Voetius difput. contra Schisinat.ap.

Auctorem Epistolarum annex. VitseLabad. pag 6

7-5

Würde derselbe gebührend erluchei/solche seine Jahrobservationes dem Herrn Verleger zuzustn- ^

JSitt übrigen werden nun verständige XXCIIX 'unö GOttsiichende gemüther aus der gantzen8erie lind ordnung dieser Historie nacheinander.hne fernere anfuhrung selber erstben / dasunaussprechliche allgemeine / und so langwie«rtge elend der gantzen sogenandren Christen-heit / welches gleichwol bey allem äufferiichenrühm und schein/ aus allen und jeden umstän-den und begebenheiten so gar deutlich in die äu-gen fält. Man kan nicht leugnen / daß d«elogenandte kirche in so viel raustnd-stückegleichsam oder partheyen und stcren von an-sang her / zerrissen und zertrennet worden :

^ daß/ wo man vollends die eintzrlen Perso-nen in ihren eigenen meynungen und wegenanstehet / wol so viel sinne oder concepten undreligions-arten/alßj'ederzeitfastköpste gewe-sen. Angesehen die worre und wercke derer fo-genandren Christen von ansang des Versalsdurch allezeiten ausweistn / daß gemeiniglichnicht einmal zwey oder drey in Christo JEsirwarhaftig und gründlich eins / oder wie dieallererste apostolische gemeine ein Hertz und ei-ne seele gewesen. Man sinder aber auch fer-ner/ daß diejenigen / welche noch mit demHeyland der wett und untereinander warhaf-tigund würchlich eins gewesen/ sich allein andieses Haupt in stiller Niedrigkeit gehalten/ undob sie wol von denen / die das ansehen gehabt/

tw) QuerdWms Theoi. oidact. Poiem. Tomi i fectirer und ki'tzer ausgerusskn worden/Cap IV. Sect a, p.105. (q) Colberg. Platon. Chri- dannochwederPaulisch/noch Apollisch/noch

' .. ' Christisch heissen wollen. Woraus ferner of-

fenbar und zu schlössen leicht ist / ob die gemei-nen und grösten Haussen oderparcheyen/dermein jeder sich rechtgläubig und in der lehre (wiesie diese von dem leben also abgerissen) vor voll-kommen ausgegeben / die wahre kirche jemalswarhaftig ausgemachet ? oder/ ob diejenigenvor die unsichtbare rechte heilige gemeine Chri-sti anzusehen seye / die unter allen sichtbarensecten als schaafe Christi den grossen Hirten al-lein gehöret/ respeülret und das ewige lebenvon ihm empfangen?

;.Gestalt diese hieran niemals hindern kön-bleibet. Es sollen aber dieselbe insgesamt/ nen/ daß entweder Heuchler oder offenbar-gort-nnlirb/nenenwartiaereditionfolgen/ j loic/ so sich unter den grossen Haussenlehrer

zu seyn unterwunden/ wider solche erntzelneund zerstreuere schaafe der kleinen heerdemiturtheilen und verketzern verkehrter weise ge-eiffert / und selbige / so viel an ihnen gewesen/aus den gränsen der äußerlichen gemeinschafftundkwchen-versammlungausgcstossen haben.Also/ daßsichleichtkeiner/ dergeübtesinnenhat an solchen proceduren dergestalt argemwird/ daß er sich den schein und berrug leererworre/ das ansehen der menschen/ oder an-dere gemeine vorurrheile blenden und bewegenlies / von dem urtheil und Muster Christi selb-sten abzugehen / und dem gemeinen laust blind-inas zufolge». Vielmehr ist es nttbig undselig/ seinensinn auch hierin« misGOt t zuvereinigen / welcher allezeit das thörichte undverachtete vorder welt erwehlet/ und eben da-mit zu schänden macht/ und verwirft / wasvor sich selbst ausser ihm hoch / messe / recht-glaMg / heilig / mächtig und berühmt seynmu. r »ttMtintestrotu*«.

P t c.n p.422. (o) Vid. Drechsleri AmicaEpillola ad Adversarium suum Guil. Asechovium,Hai* 1677. 8vo.

Beschluß dieser kirchen-undkeßer-Historie.

§. i.

-Nd bishiehcrhat die zeit und der räum»vergönnet die erzehlung derer kirchen-und ketzer-gesibichten fortzusetzen: Ob-wol von denen streitigkeiten dieser letzten hun-dert jähre noch eine merckliche anzahl zurückbleibet. Es sollen aber dieselbe insgesamt/so bald möglich/ gegenwärtiger edition folgen/und in einer eigenen Vorstellung nacheinandertreulich beschrieben werden. Zumal selbigenicht eben so zu reden zum wesin dieser Historieeigentlich gehören/ nachdem sie nur noch eiuße-le person.n betreffen/ und die grossen und vor-nemsten partheyen bereits alle nacheinanderentworssen worden. Dannenhero jene garfüglich mir einigen nothwendigen ^ppiemen-tis weitläuftigeren Documen«; und beylagenvieler hier enthaltenen AÄen, wie auch mu al-lerhand erläuterungen/und Verbesserungenkünftighin ans licht kommen können. Undwo demnach ein warheit-siebender und suchen-der leier zu dergleichen vorhaben/(sonderlichru Untersuchung der ketzer - gesibichte/) etwasnützliches und Gottgefälliges beyrragen/oderauch zu nöthiger emenciation dieses gegen war-fen buchs mit aufrichtigen erinnerungen inrMschassener liebe undbescheidenbesi/ (dannmit spöttern / lästerem und Frachtern hatman hier nichts zu thun/) verbelffen wotte -