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Beschluß dieser kirchen-und ketze r-historie
chervorschnften/ formen / urtheilefaM. ^' / und Übungen blos und lauterlich aujs- Mr> c.
ntiirfii'n / auf uns,', -ü rts,infu>H<i a»czL MDC.
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Mr, wehme Historien nachemander reiflich überle- cher
v.D£. biß , und die bey allen partbeyen und gemeinen ten..
yxciix befindlichen gebrechen erkennen lernetder, feoen «nachen / auf unsers uvc
kan nichta»d»-al«schüchttm und rorsichttf §« und vE„dw.werden / sich einigem menschen indem wlchti- Kephas / und Apollo konren wm /gen werck seiner gantzen seltgkeit anzuver- j GOtt dazu brauchen wölke /
■ . Indem man durchgehends gewahr ^ . - W^tzenund
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trauen, „jhw»»*wird / wie auch bey denen an nch selbst GOtt -gesälligen Personen und gemeinen / die auchüber der warheit von der wett wol verwomenworden / dannoch mir der zeit etwa nach ge-schehener verlassung der ersten liebe / und beynachlassenden äusserltchen Züchtigungen/ auchdie inwendige zucht der göttlichen Weisheitmeist verlassen/ und von der lauteren warheit/wiefte rn Christo allein wesentlich ist/ mercklichabgewichen.
4. Deswegen/wo auch eineunpartheyischekirchen-historie sonst nichts nütze wäre/so kansiedoch darinnen einem gemuche/ demeöal-lein um die rettung der seligkeit zu thun ist/dazu hauptsächlich dienen / daß es durch dieerkandtnüs des allgemeinen elends destokräf-tiger zu Christo dem ewigen lebendigen Wortdes vaters allein getrieben wird/ und sich beyso augenscheinlicher gefahr in innigster begier-de desglaubens in ihn hinein fincket. Dann/wann von allen seilen her mit vollem halse ge-russenwirdr Seher/ hier istChristus/da istChristus! Sehet/ er ist in dieser kirche/ oderschule / in der/ oder in jener predigt / oderÜbung / in diesem Collegio , oder kammer-und hauß-Versammlung / bey der oder je-ner Perlon ist er allein ! so folget ein Hertz/das Christum warhafrig kennet / nicht/ ge-het auch nrcht ausser sich und ausser der ge-meinschaft und dem steten Umgang mit deinHErrn. Sintemal / wo es nicht an anderleme schaden aus denen hier erzehlten erem-peln klug werden kan / es gleichwol durcheigene erfahrung gewitziget ist / wie leichtedas unschuldige lautere/und freye leben JE-su Christi / bey solchen außschweissen undsmirischm ansehen der Personen verletzet undverloren werden könne. Es haben leider!(besage dieser Historie) die gutwilligsten ge-müther und bescheinenden gemeinen durchdergleichen partheylichkeit / sectirische ablon-derungen / filbstgefälligkeit und eigne erhe-düng das von GOTT verliehene gute nachund nach augenscheinlich verloren / und mitsich zugleich andere / die sich ihnen allein zu-gesellet / und anvertrauet gehabt /verlekter/und von dem allgemeinen und einigen weg/der da Christus selber ist/ abgeführet.
5. So bleibet demnach aus allen vorher-gehenden erzehlungen dieses der beste Vor-theil / daß unser gemürh von allem / wasChristum zertheilen / oder nur stückweiseanpressen und vortragen/ oder auch an sichund semeIehre allein binden will / ernstlichfliehe / und sein aug und ohr eintziq und al-lein gegen CHristi warhastiqe gestalt undstimme frey offen behalte. Der jenige geistder Weisheit / der uns in alle warheit zu lei-ten versprochen ist / wird auch seine gehorsa-me/ untergebene lehren die Christengenau
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begiessen / mit fingern auf Christum weisen/und russen : Sitze / das ist Gottes lamm!Aber wer waren diese alle / und was kon-ren sie ansuchten / wo GOTT nicht dasgedeyen gab? Wer in sectlrischer eigen-liebedie braut vor sich / und kern beaurigam vor-enthalten / oder ihm einen anbang und na-men von unwissenden und einfältigen zuwe-ge bringen / oder auch den von der weit umeiniges guten willen ihm beygelegten Chara-cter und zunahmen zu sanrrnlung einer gewis-sen eigenen secte oder geineme brauchen/ undalso Vacer /voLlor - Meister und Herr desglaubens beissen wolre / der konte mit Nich-ten des bräutigamS freund seyn. Und gleich,wol hat der saran immer dieses zum fallstnckvieler an sich selbst anfänglich aufrichtigenlehrer gebrauchet / daß sie sich durch der wen«schen lob / beyfatl und erhebung / auch woldurch einigen von GOTT verliehenen fiegenaussblehen / und so dann auf Antichristischeart ihre auctoritat lehren und aussprüche anstatt Christl ICsi« selber in die hertzen setzenund eindrucken lassen. Welches dann ebender rechte Widerchrist durchgehends ist / (indenen / die als diebe und mörder vor Chri-sto kommen/ ) der sich rn dein tempel Got-tes oder die qemüther gurhertziger menschensetzet / und fürgibt / er sey GOct / das ist/man müsse seiner mcynung und fübrung soglauben und folgen / wie er selbige etwa miteinem mißbrauchten biblischen spruch odervernunsi-schluß oder mir feinem eigenen erem-pelals göttlichvorlege.
6 . Aus dieser bitteren wurtzel der eige-nen liebe und ehre hat sich der gantze bäumdes irrkhums und falschen Christenthums inso viel hundert äste / zweige und früchteder kctzereyen/ spaltungen / feiten und Haus-sen durch die gantze Welt ausgebreitet. Ichwill nicht sagen von denen össenbarlich - bö-sen und gantz verwerflichen grossen kirch-ge-meinen / deren greuel auch ein vernnnfftig-kluger sehen kan. Sondern das elend derer/welche unter einigem schein der warheit oderGOttfiligkeit / dannoch Christum um haßund hadders willen in eigener erhebung dis*puciren / verketzern / und in verwerffungdes allgemeinen unpartheysschen Meisters ge-prediget haben / oder noch predigen / ist de-sto grösser / je weniger es erkandt / oderentdecket wird. Solche sectirer haben gemei-niglich die einfalt und den blinden gehorsamgutwilliger gemüther mrßgebrauchet / unddie leichten seelen an sich gelocket / ihren ei-genen weg zur allgemeinenregel aller anderngemachet / diejenigen / welchen er unzuläng-lich und zu kurtz gewesen / als irrige eigen-willige und ketzer verworffen. Woraus dannferner erfolget ist / daß solche arme fielendurch einen subtilen gewissens-zwang in diegefitzten schrancken der menschlichen meynun-
Lü prüfen/ und mit hindanfitzung menschli- gen nnd satzungeneingeschlossen/ und nicht