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Handbuch für Autographensammler / bearbeitet von Dr. Joh. Günther und Otto Aug. Schulz ; mit Holzschnitten und einer colorierten Tabelle
Entstehung
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(2 I. Zur Geschichte der Autographensammlungen.

Krone, besonders aber Friedenstractate, Bündnisse, Waffenstillständeu. s. w. zum Inhalt hatten, eine Sammlung, die ferner aus einer sehrgrossen Anzahl Autographen griechischer, lateinischer, französischer,italienischer und anderer Autoren, aus Autographen der berühmtestenMänner des 17. Jahrhunderts bestand und theilweis verschiedene wich-tige Punkte der Literatur betraf. Die Gebrüder Dupuy verwendeten 40volle Jahre darauf, diese wichtigen Archive zu vervollständigen, undvermachten sie endlich, noch bei ihren Lebzeiten, dem König Lud-wig XIII.

Philippe Graf de Bethune, gestorben 1665, war unter Hein-rich IV. und Ludwig XIII. mit verschiedenen wichtigen Aemtern be-kleidet worden. Auf seinen verschiedenen Gesandtschaftsreisen sam-melte er Originalbriefe und Actenstücke, wie sie ihm unter die Händekamen. Sein Sohn theilte seine Liebe zur Sache und vermehrte dieSammlung, welche Philippe begonnen, um ein Beträchtliches. AuchMichel de Marolles, Abbe von Villeloin, steuerte sein Theil zur Ver-grösserung der erwähnten Sammlung bei. Darüber sagt er im Kata-log seiner Werke: Javais recueilli avec grand soin plusieurs lettres,negociations . . . qui ont passe depuis dans le cabinet du roi, par lesmains du feu comte de Bethune, qui les aimait passionnement. DieSammlung des Grafen de Bethune und seines Sohnes enthielt unge-fähr 1000 Originalbriefe (vom Jahre 1300 bis zum 15. Jahrhundert),meist von Königen, Königinnen, Fürsten und Fürstinnen, von ihrenGrossofficieren und Ministern, welche dev Geschichte die wichtigstenDocumente liefern können.

Man begreift kaum, wie Franc.-Roger de Gaignieres, ein Mannvon nur mittelmässigem Vermögen, so viel verschiedene Stücke, Ge-drucktes und Geschriebenes, Kupferstiche, Zeichnungen, Tabellen,geographische Karten u. s. w. hat ansammeln und in Ordnung erhaltenkönnen. Laut einer Akte von 1711 machte de Gaignieres diese reicheSammlung dem König Ludwig XIV. zum Geschenk, sich jedoch fürseine Lebenszeit den Niessbrauch derselben vorbehaltend. Nach sei-nem Tode, 1715, ging die Sammlung in die königliche Bibliothek über,wo sie sich noch heute unter dem NamenFonds de Gaignieres befin-det. Sie wird eingetheilt 1. in nicht weniger als 80 Foliobände, wel-che Originalurkunden mit den Insiegeln und Monumenten in Betreffder Bischöfe und Erzbischöfe enthalten; 2. mehr als 20 Bände Origi-'nalurkunden oder Auszüge, Wappen und Grabschriften, verschiedene