14 I. Zur Geschichte der Autographensammhmge».
künden des Hauses de la Jugie, dem zwei Kardinale angeliörten; 7.eine Sammlung Briefe, Dekrete, Ordonanzen, Testamente u. s. w. vonKönigen, von Philipp dem Kühnen, Ludwig Grafen von Flandern, vonden Grafen von Forcalquier, von Karl II., König von Sicilien, vondem Kaiser Heinrich VII., von Johann, Kardinal von Clermont, vondem Kaiser Ferdinand an den Papst, von Salias Maria Sforza u. s. w.u. s. w.; 8. mehrere Sammlungen von Originalbriefen Gaston’s von Or-leans, der Kardinäle Richelieu undMazarin, von Ministern, Geschäfts-trägern u. s. w.; 9. eilf grosse Rollen von Originalactenstücken übergerichtliche Verhandlungen und Verurtheilungen der Templer u. s. w.
J. Ant. de Mesmes, erster Präsident und Mitglied der französi-schen Akademie, geboren 1661, gestorben 1723, besass eine mehr als600 Bände starke Sammlung. Sie enthält Friedenstractate und Bünd-nisse mit den verschiedenen europäischen Mächten, Memoiren über dieKräfte und die Verfassung jeder Nation, über die Rechte und An-sprüche des Königs und der Gesandten, Wechselbriefe, wie die desberühmten Grafen d’Avaux, von 1628 bis 1650 reichend, und die Ori-ginalmemoiren derLigue, mit dem Jahre 1579 beginnend. Die Biblio-thek des Königs erwarb diese kostbare Sammlung im Jahre 1731.
J. B. Colbert, geboren 1619, gestorben 1683, besass eine derreichsten Sammlungen, die man bisher kannte. Ausser den durch ihrAlter werthvollsten Actenstücken fand sich in derselben eine grosseHinterlassenschaft vom Ministerium Mazarin 1 und eine Sammlung vonUrkunden, Memoiren, Instructionen, Briefen u. s. w., die Regierungund die auswärtigen Angelegenheiten betreffend; ferner 60 Portefeuil-les mit Originalschriften verschiedenen Inhalts; Diplome der französi-schen Könige von Philipp August bis Franz I.
Pierre Daniel Huet, Bischof von Avranches, Mitglied der französi-schen Akademie, geboren 1630, gestorben 1721, hatte die sämmt-lichen Briefe seiner Correspondenz aufbewahrt und geordnet. Unterdenselben finden sich 75 von Leibniz. Sie stehen in der k. Bibliothekunter dem Namen „Fonds Huet“.
Die Sammlung des berühmten frankfurter Bibliophilen und Sena-tors Zacharias Konrad v. Uffenbach, geboren 1683, gestorben 1731,welcher in 65 Folio- und 54 Quartbänden Briefe der ausgezeichnetstenGelehrten vom 16. Jahrhundert bis auf seine Zeit herab zusammenbin-
1. Diese Sammlung wird iu dev k. Bibliothek unter dem Namen „Cinq cents de Colbert“aufbewahrt.