II. Natur der Autographen. Autographenfälschungen. 27
Chartes parties, die Talons, die Hinterlegung bei Notarien oder inöffentlichen Archiven, die Stempel mit Farbe, die trockenen Stempel,die Ordnungsnummern; seit mehr als 60 Jahren wird das Papier zuPapiergeld oder Bankbillets mit geheimen Erkennungszeichen odersichtbaren Merkmalen, die alle mehr oder minder der Verfälschungunterliegen, versehen.
Ausserdem sind noch eine Menge Mittel vorgeschlagen worden;Erwähnung verdient das Banknotenpapier, auf welchem bei der Berei-tung selbst mit verschiedenfarbigen Lumpen allerlei Charaktere ange-bracht werden, deren Farbe durch Säuren und Alkalien verändert wird,wodurch sich die Versuche, die Dinte wegzubringen, verrathen. ImJahr 1826 endlich schlug man, besonders von England aus, vor, dasPapier mit einer Auflösung von blausaurem Kali zu tränken, damit diegemeine Dinte durch Säuren nicht verwischt werden könne.
Es sind der Akademie zweiundzwanzig Dintenproben vorgelegtworden; da es aber nicht räthlich wäre, die von der Kommission damitangestellten Versuche bekannt zu machen, so beschränkt sich der Be-richt auf allgemeine Bemerkungen. Manche dieser Dinten haben grosseVorzüge; sie sind aber entweder zu matt, oder erweichen die Federn;mehrere werden von den Alkalien angegriffen, andere zersetzen sichzu leicht. Von einigen wird das Recept geheim gehalten, und diesekann man aus begreiflichen Gründen schon deshalb der Regierungnicht Vorschlägen. Die Kommission hat daher nach Anleitung der zahl-reichen Versuche, zu denen sie dieser Gegenstand veranlasste, selbstunvertilgbare Dinten bereitet, deren Recepte öffentlich bekannt ge-macht werden können.
1) Man löst chinesische Tusche in verdünnter Salzsäure auf. Mankennt zwar die Zusammensetzung der chinesischen Tusche nicht ge-nau, sie ist indessen schon so lange, in solcher Menge und zu so nie-drigem Preise im Handel, dass sie nicht für das Produkt eines geheimenReceptes gelten kann und ihre Güte offenbar nicht von dem Willeneines einzigen Fabrikanten abhängt. Die auf diese Art bereitete flüssigeDinte ist vortrefflich und das Litre kommt nur auf 42 Centimes, wo-gegen die gewöhnliche Dinte im Grossen zu 50—60 Centimes dasLitre verkauft wird. Oder aber 2) man löst die Tusche in einer Auf-lösung von essigsaurem Mangan mit überschüssiger Säure auf. DieSchrift wird unvertilgbar, wenn man den Dampf von flüssigem Am-moniak an das Papier gehen lässt.