34 II. Natur der Autographen. Autographenfälschungen.
von 80 Thalern) erst an St. in B., dann an B. in F. (s. oben); fernereine Sammlung grösserer Gedichte (z. B. die Glocke) nebst ganzenScenen aus den Räubern, Fiesko u. s. w.,. überhaupt 179 Seiten, zumPreise von 60 Friedrichsd’ors, an die königl. Bibliothek zu Berlin, auchnoch einige andere an verschiedene Privaten. Noch viel umfänglicherund gewinnreicher war der Handel Grosse’s. Abgesehen von allen den-jenigen Schiller’schen Handschriften, welche derselbe seit 1851 an Pri-vatpersonen verkauft hatte und welche nicht mehr ermittelt werdenkonnten, werden folgende Verkäufe von ihm namhaft gemacht: an denverstorbenen Grossherzog für lOThlr., an den jetzt regierenden Gross-herzog für 113 Thlr., an Frau v. Gleichen für 1419 Thlr., an Prof.Griepenkerl aus Braunschweig für 10 Friedrichsd’or, an Hofrath Prel-ler hier für 10 Thlr. Ausserdem hat G. an den Buchhändler Lippertin Halle 1854 eine Anzahl Handschriften verschiedener berühmterMänner, darunter auch einige Schiller’sche, für den Gesammtbetragvon 100 Thlrn., an die Autographenhändlerin Frau Schieck hier 30—40 Schiller’sche Handschriften zum Preise von y 2 —4 Thlr. das Stückund endlich noch an mehrere hiesige Private solche zu verschiedenenPreisen verkauft. Im Ganzen sind hier weit über 2000 Thlr. solcherangeblich Schiller’scher Handschriften aus der Gerstenbergk’schenFabrik in den Handel gekommen. Das Verzeichniss der dem Unter-suchungsrichter vorliegenden, bei einzelnen Wiederverkäufern gefun-denen, oder von diesen oder den Käufern eingelieferten Handschriften,weist 416 Nummern nach. Wir gehen nun zu den Beweisen für dieUnächtheit der von Gerstenbergk ausgegangenen angeblich Schil-ler’schen Handschriften über.
Künzel begründet seinen Ausspruch dadurch:
1. dass die vorliegenden Handschriften auf einer und derselbenPapiersorte sich befinden, während Schiller verschiedenes Papier,selbst in einem und demselben Jahre, zu benutzen pflegte;
2. dass der Charakter der Schrift ein von dem ächten wesent-lich verschiedener ist;
3. dass auch in der Rechtschreibung Abweichungen Vor-kommen.
Dielitz macht folgende Gründe geltend:
1. Die Schrift ist eine ihrem Charakter nach von der ächtenSchiller’schen wesentlich verschiedene, es mangelt ihr die Rundungund der grossartige Schwung Schiller’s. Sie hat statt dessen etwas