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Handbuch für Autographensammler / bearbeitet von Dr. Joh. Günther und Otto Aug. Schulz ; mit Holzschnitten und einer colorierten Tabelle
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II. Natur der Autographen. Autographenfälschungen.

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a. 28 Schillern mit Widerspruch beigelegte Gedichte, nämlich:

Zweifelhafte Xenien.

Unter den Gerstenbergkschen Xenien-Autographen sind 23, wel-che für Goethesche angesprochen werden, theils weil sie Schillernicht in seine Gedichtausgaben aufgenommen hat, theils weil Goethesie in seine Gedichte aufgenommen, theils weil Schillers Gattin sie alsverfasst von Goethe notirt hat, theils aus innern kritischen Gründen. Esmuss zugegeben werden, dass diese Bestimmungsgründe keine abso-lute Sicherheit für jeden einzelnen Fall geben. Behandeln wir aber dieSache durchschnittlich, so ist es eine sehr massige Voraussetzung, dassdie kleinere Hälfte dieser sämmtlich zweifelhaften Xenien nicht vonSchiller verfasst sei. Wir können also sagen, hier sind gewiss 10 Xe-nien von Goethe mit Schillers Handschrift und Namensunterzeichnunggegeben.

Ganz unverbürgt sind mehrere lyrische Gedichte in der Gersten-bergkschen Sammlung, die allerdings unter Schillers Namen in Zeit-schriften oder Gedichtsammlungen abgedruckt erschienen, aber vonbewährten Kritikern als nicht von Schiller herrührend bezeichnet wer-den, darunter eines, welches Döring nach unverwerflichen Zeugnis-sen für ein Gedicht eines Freundes von Schiller, Pfeiffer, erklärt, einanderes (Napoleon), welches erwiesenermassen von K. Müchler her-rührt u. s. f. Keines dieser Gedichte hat sich in Schillers Nachlass ge-funden , sonst hätte sie Körner in die Ausgabe nach Schillers Tod auf-genommen; keiner der Herausgeber dieser Gedichte hat eines davonin Schillers Handschrift vor sich gehabt, denn die Berufung daraufwürde allen Zweifel entschieden haben. Wenn daher Gerstenbergk im5. Jahrzehnt nach Schillers Tode dieselben in Schillerschen Autogra-phen bringt, und zwar übereinstimmend mit den Abdrückenin Hoffmeisters Nachlese, so sind diese angeblichen Handschrif-ten aus den Abdrücken abgeschrieben.

Auch diejenigen unter den Gerstenbergkschen Autographen, wel-che ältere Gestalten Schillerscher Gedichte geben, stimmen mit demDrucke in Hoffmeisters Nachlese überein.

Es ist überhaupt auffallend, dass uns unter den zahlreichen Ge-dieh tautographen verschiedener Recension, die der Aktenvorrath ent-hält, keine abweichende Lesart vorgekommen ist, die als eine bisherunbekannte, aber Schiller wohl beizumessende erschiene, sondern nursolche, die entweder, sei es mit Richtigkeit, sei es als Fehler, schon