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Handbuch für Autographensammler / bearbeitet von Dr. Joh. Günther und Otto Aug. Schulz ; mit Holzschnitten und einer colorierten Tabelle
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II. Natur der Autographen. Autographenfälschungen. 51

der Zeit, wo Schiller drucken liess, wenigstens in der Regel angewen-dete Revisionszeichen trägt.

3. Die Haushälterin Schillers, Frau Netze, eine angebliche Freun-din seiner (G.s) Mutter. Wie diese Frau zu so vielen HandschriftenSchillers (wohl gemerkt, nicht Concepten, sondern sorgfältig mundir-ten und mit dem Namen Unterzeichneten Schriftstücken) gekommensein solle, weiss Gerstenbergk nicht zu erklären.

Da sich keine dieser von Gerstenbergk angegebenen Bezugsquel-len als eine solche erweist, durch welche glaubhafter Weise eine sogrosse Anzahl wirklicher Schillersclier Handschriften in GerstenbergksHand gekommen sein könnte, da ferner die Unächtheit der von ihmausgegangenen bis zur Evidenz erwiesen ist, von keiner der Personenaber, auf welche die angeblichen Bezugsquellen Gerstenbergks zu-rückführen würden (Römhild, Froriep, Rodeck, Frau Göpfert, Gries-bach, die Netze oder Schillers Gattin), auch nur mit irgendwelcherWahrscheinlichkeit angenommen werden kann, dass sie jene Fälschungvollzogen, überhaupt die Annahme, dass eine solche Nachbildung,welche in jedem Theil ihrer massenhaften Producte einen annäherndgleichen Grad von Geschicklichkeit, ja sogar s. das S.-V.-GutachtenNr. 1 denselben Grundcharakter der Schrift zeigt, von drei odernoch mehr verschiedenen Personen geschehen sein solle, viel wenigerglaubhaft ist, als, dass sie von der einen geschehen sei, in deren Hän-den erweislichermassen sich diese ganze Masse gefälschter Handschrif-ten zusammengefunden so erscheint der Beweis, dass Gerstenbergkselbst der Fälscher sei, wenn auch nur auf indirektem Wege, dochmit einer so zwingenden Nothwendigkeit, wie es nur überhaupt einindirekter Beweis sein kann, zu Stande gebracht.

Gerstenbergk sucht freilich noch auf andere Weise seinen gutenGlauben an die Aechtheit der von ihm ausgegebenen Autographendarzuthun, indem er theils behauptet, eigentlich gar keinen Handeldamit getrieben, sondern sie an Grosse und Andere nur auf deren be-sonderes Andringen verkauft zu haben was Diese aber leugnen,indem er ferner seinen Abnehmern jedesmal gesagt haben will:ernehme dieselben zurück, wenn sie solche nicht behalten wollten,freilich meist mit dem Zusatze :wenn er Geld habe, was selten derFall war; indem er ferner sich auf die geringen Preise beruft, dieer dafür erhalten, um so jede gewinnsüchtige Absicht von sich abzu-lehnen was aber ebenso gut gegen ihn spricht, da er ächte Hand-

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