Zur Psychologie des Autographensammelns.
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graphen von lebenden Berühmtheiten oder minder bedeutendeBlätter (von geringem Inhalt und Umfang) von Berühmtheiten derVergangenheit zu billigem Preise anböten. Mit dem für Briefbogen,Briefumschlag, Freimarke und frankierten Rückbriefumschlag ver-ausgabten Betrage konnte man früher ein hübsches Autograph einerzeitgenössischen Berühmtheit erwerben.
Vom Standpunkte der beginnenden sowie der minder begütertenSammler kann man es nur lebhaft bedauern, daß die Möglichkeit,freihändig, d. h. laut Katalog, kaufen zu können, sich immer mehrverringert. Dem Händler ist die Bevorzugung der Auktion vordem freihändigen Verkauf nicht zu verdenken. Der lebhafte Wett-bewerb zahlungskräftiger Sammler sichert ihm ungleich höhereGewinne, während zu den auch für die Drucklegung und Versendungdes Lagerkatalogs erforderlichen Kosten eigentlich nur das Honorarfür den Versteigerer hinzukommt.
Zur Ermunterung der jugendlichen Anfänger empfahl Alfred Moschkau , ,,die Herren Händler möchten unter ganz kurzemHinweis auf das Unterhaltende und Belehrende des Autographen-sammelns kleine Kollektionen von Handschriften, die in hübschgeordneter Mappe eingelegt sein müssen, preiswert offerieren“.Wie der Markenhändler ein Album mit 100 verschiedenen Post-wertzeichen, der Münzenhändler Kollektionen zu je ein paar Markin den Zeitungen feilbietet und mit solchen Offerten erfolgreichSammler wirbt, so solle der Autographenhändler aus seinen Kon-voluten Namen aller Gebiete zu Kollektionen zu geringem Preisein gefälliger Form vereinigen und öffentlich ausbieten. So gut wieauf diese Weise andere Sammelgebiete sich neue Genossen heran-ziehen, müßte uns die Erzielung geeigneten Nachwuchses gleich-falls gelingen.
In den Kreisen der heranwachsenden Jugend, in welcher dasVerständnis für ernstere Sammeltätigkeit aufkeimt, ist dieserNachwuchs anzuwerben. Offerten billiger Kollektionen von Hand-schriften in den für die Jugend bestimmten Zeitungen dringen amehesten in diese Kreise; Versuche werden es bestätigen. Sie werdennicht nur die reifere Jugend auf unser herrliches Sammelobjekt