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Handbuch für Autographensammler / Eugen Wolbe
Entstehung
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Viertes Kapitel.

benötigte. Seine Absicht, die Sammlung im ganzen zu veräußern,scheiterte. Darum entschloß er sich, die Stücke einzeln unter denHammer zu bringen.

Bereits im Januar I838 erschien der leicht erklärlicherweisefranzösisch geschriebene Auktionskatalog, der die Öffentlichkeitauf den 2. April I838 einlud (vgl. S. 597).

Diese Versteigerung war die erste in einem Landedeutscher Zunge.

Die im Katalog vertretenen Namen wie Luther, Melanch-thon, Erasmus, Dürer, Franklin, Linnd, Opitz, Rousseau ,Lessing, Goethe, Schiller, Händel, Mozart , Schubertlockten eine stattliche Reihe von Käufern aus Österreich , Italien und Polen an; aus Deutschland war nur sehr wenig Nachfrage.

Die erste Autographenversteigerung auf reichsdeutschem Bodenfand zu Leipzig Mitte September 1843, im Auktionsinstitut derFirma T. 0. Weigel statt, welche nunmehr alle Jahre mindestenseinmal zu dem nämlichen öffentlichen Verkauf an Meistbietendeeinlud.

Im Jahre 1840 vollzog das Antiquariat von 0. A. Schulz inLeipzig einen für das Autographenwesen wichtigen Schritt, indemes sein derAntiquarischen Bibliographie als Anhang beigegebenesAutographenverzeichnis zum ersten Male mit Preisangaben versah.Nachdem diese Firma 1858 die Sammlung des Grafen LudwigVictor Henckel von Donnersmarck unter den Hammergebracht hatte, trat sie 1861 mit dem ersten selbständigen d. h.von den Bücherverzeichnissen unabhängigen Autographen-katalog in die Öffentlichkeit.

Um den Sammlern in bequemer Weise lange gewünschte Stückezuzuführen, richtete der Frankfurter Händler Anton Baer einenTauschmarkt ein. Der Sammler übergab ihm seine Dubletten inKommission, und Baer brachte sie bei der nächsten Versteigerungunter den Hammer. Jedem Kunden eröffnete er ein Konto, inwelchem er die empfangenen und verkauften Stücke verbuchteund mit den Stücken, die der Sammler neu erwarb, in Gegenrechnungstellte. Preiskataloge, die nach jeder Versteigerung angefertigt und