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Viertes Kapitel.
für ein Zentralorgan des gesamten Autographenwesens dauerndrege, namentlich für ein solches, an dem die hervorragendstenFachleute des In- und Auslandes mitarbeiteten. Jacques Chara-vay fand demgemäß allenthalben den Boden für ein neues derartigesUnternehmen größeren Stils vorbereitet, als er am 1. Januar 1862die erste Nummer seiner Halbmonatsschrift ,,L’Amateur d’Auto-graphes“ mit Gabriel Charavay als Schriftleiter in eigenem Verlageherausgab.
Nunmehr löste Charavay den wissenschaftlichen Teil aus den„Bulletins“ los und übernahm diesen als Kernstück für den „Ama-teur“, während sich die „Bulletins“ fortan ausschließlich auf dasBestandsverzeichnis des eigenen Autographenlagers beschränkten.
Im „Amateur“ wechselten und wechseln wissenschaftliche Auf-sätze mit dem Abdruck ungedruckter Stücke, Vorgänge auf demAutographenmarkt aller interessierten Länder mit der Aufdeckungvon Fälschungen ab. Ein reichhaltiger Autographenkatalog unterdem Titel „Manuel de 1’Amateur d’Autographes“ mit Angabe derauf den Versteigerungen für die einzelnen Stücke erzielten Preiseschlingt sich wie ein roter Faden durch die Jahrgänge.
Noch zweimal wurde in Deutschland der Versuch gemacht, ineiner Spezialzeitschrift für das Handschriftensammelwesen einenMittelpunkt zu schaffen 1 ). Beide Male mußten die gut redigiertenOrgane nach zwei- bzw. elfjährigem Bestehen ihr Erscheinen ein-stellen. Der französische „Amateur d’Autographes“ erfreut sichnoch heute, wo er die Fäden der Sammelfreudigkeit durch sechsJahrzehnte gesponnen hat, derselben Beliebtheit wie damals, alser zuerst in die Häuser der Sammler flatterte.
Gleich im ersten Jahrgang eröffnete der „Amateur“ einen
„Blätter für Autographensammler“, herausgegeben vonMoschkau (1877—79) und „Mitteilungen für Autographensamm-ler , herausgegeben von E. Fischer von Röslerstamm, später von Bert-ling (1884 1893). Die Leitartikel dieser Zeitschrift, aus Fischers Feder,beleuchten nahezu sämtliche Gebiete des Autographenwesens. Für dieAbfassung des vorliegenden „Handbuches“ bedeuten sie wahrhafte Fund-gruben.