Geschichte des Autographenwesens.
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Kaulbach, Liebig, Raumer, Rauch, Schumann, Simrock, Varn-hagen, Richard Wagner usw. erschienen.
Diese Werke, im Verein mit der im Jahre 1843 neu aufgelegten,von Theodore Delarue besorgten, nunmehr vier Bände umfassenden„Isographie des hommes cMebres“ schärften das Auge fürdie sorgfältige Unterscheidung echter Schriftzüge von ihrer Nach-bildung und weckten in vielen Lesern den Wunsch, die Hand-schriften auf diesen Tafeln im Original zu besitzen.
Was den Interessenten in Zeitschriften, Büchern und Nach-bildungen theoretisch vorgeführt ward, bekamen sie in natura aufder Autographenausstellung in Chambery zu sehen. Hier fandI 863 ein wissenschaftlicher Kongreß statt, bei welchem der Ehren-präsident Marquis Costa de Beauregard einen Teil seinerManuskripte und Autographen ausstellte. In einer dem British Museum ähnlichen Aufmachung zeigte er Handschriften vonLudwig XL, Michelangelo , Macchiavelli und von vielenPersönlichkeiten, die auf Savoyen und dessen Hauptstadt Cham-bdry Bezug hatten.
Abermals waren Autograph und AutographensammlungenGegenstand lebhafter Erörterungen in der Tagespresse wie in denFachblättern, zu denen mit der Zeit ein schwedisches („Svenskaautograf-sällskapet tidskrift“, unter Leitung des GenealogenVictor Oernberg), ein amerikanisches ("American Antiquarian“von Burns & Son), ein englisches ("The Archivist“) und ein italie-nisches Fachblatt ("Bibliofilo “ von Carlo Lozzi in Bologna , haupt-sächlich bibliographischen Interessen dienend) kamen.
Vor allem aber warben zwei Schriften dem Sammeleifer für Auto-graphen — namentlich in Deutschland — viele Freunde. Die erstewar der gediegene Aufsatz des preußischen Generals und Staats-mannes Joseph von Radowitz (f 1853) über Autographen, imersten Bande seiner gesammelten Schriften, die andere das erstedeutsche „Handbuch für Autographensammler“ von Dr. Joh.Günther und Otto Aug. Schulz (Leipzig 1856 ).
Radowitz sinnt mehr den psychologischen Momenten des Auto-graphensammelns nach; das „Handbuch“ will — was den Heraus-