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Handbuch für Autographensammler / Eugen Wolbe
Entstehung
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Viertes Kapitel.

in Paris eine eigene kleine Sortimentsbuchhandlung, die er auchwährend des deutsch -französischen Krieges ohne nennenswerteBelästigung seitens der Regierung fortführte. Mannigfache künst-lerische Neigungen gewannen ihm die Freundschaft von Hans von Bülow und Max Klinger . Voll Interesse hatte er die Vor-gänge auf dem französischen Autographenmarkt verfolgt, um seinemBuchhandel gleichfalls eine Autographenabteilung anzugliedem.Er konnte freilich gegen die Weltfirma Charavay, die sich bereitszu verzweigen begann, kaum auf kommen. Auf Jacques Charavay (f 1867) war Etienne Charavay (f 1899) gefolgt, von dem die Firmabereits 1894 auf Noel Charavay übergegangen war. JacquesBruder Gabriel hatte 1865 die Autographenhandlung von La-verdet (die I839 den ersten Katalog herausgegeben hatte) über-nommen; auf ihn war sein Sohn Eugene (fl892) gefolgt. Unterdem Drucke der Konkurrenz, hauptsächlich infolge der starkennationalistischen Bewegung, welche in Frankreich nach dem deutsch-französischen Kriege einsetzte, mußte Liepmannssohn Frankreich verlassen. Nach vorübergehendem Aufenthalt in London fügte erim Jahre 1873 unter seinem Namen den bereits bestehenden Ber­ liner Autographenhandlungen von Stargardt, Zeune und AlbertCohn ein neues Geschäft hinzu, das freilich zunächst in erster Linieein Musikantiquariat darstellte. Diese drei Firmen wechselten inder Veranstaltung von Autographenversteigerungen miteinander ab,bis die Firma Albert Cohn (seit 1867 bestehend) ganz einging undLiepmannssohn sein Geschäft im Jahre 1902 an 0. Haas aus Frank­ furt a. M. verkaufte. Ein bedeutendes, ständig vermehrtes Lager,gediegene, bei den ersten Firmen Deutschlands und Amerikas erworbene Geschäftskenntnis sowie bereitwilliges Eingehen aufdie Wünsche der Sammler ermöglichten es dem Nachfolger LeoLiepmannssohns, den alten Ruf des Hauses nicht nur zu wahrensondern auch zu mehren.

Zu den Mitarbeitern des neuen Inhabers gehörte Karl Ernst Henrici aus Leipzig , der bereits 1905 ausschied, um nach Über-nahme des Porträtlagers der Firma Spitta und zwei Jahre späterder Autographenbestände der Leipziger Firma Otto August Schulz