Echtheit und Fälschung.
353
verstarb? Bei Tennyson ist überhauptVorsicht geboten: der ”poet laureate“ gabwillig Autographen, meist nur den Namens-
zug. Das Datum freilich fügte der Sohn bei!Vielfach werden Autographen auf dem
Wege der Autotypie faksimiliert undweniger für echt ausgegeben als vonNichtfachleuten für echt gehalten.
Fürst Bismarck ließ allen den Hun-derten, die ihn zu seinem Geburtstage be-glückwünschten, ein autotyp r '- 1ben — dessen erste Niedersclvon seiner Hand stammtefolgenden (oder ähnlichen)
t
abe und den;te, bitte ichlk entgegen-v. Bismarck.
möglichen
i unter Glas
— in demeigenhändig,nler ein der-
— natürlich
höchlichstBlatt mitlig wertlos,oten, wennfeilgeboten
gehen:
Für die mir übersandte Festgabe und denpoetischen Gruß, der sie begleitete, bitte ichSie, meinen verbindlichsten Dank entgegen-
zunehmen.
In Sachsen prangen in allen möglichenGaststuben dergleichen Danksagungen,welche die Stammtischrunden unter Glasund Rahmen fassen ließen — in demGlauben, die Briefe seien eigenhändig.Wenn Unkundige einem Sammler ein der-artiges Bismarck-„Autograph“ — natürlichbisher treu behüteter Familienschatz! —zum Kaufe anbieten, sind sie höchlichsterstaunt, wenn sie hören: das Blatt mitBismarcks Schriftzügen ist völlig wertlos.
Eine gewisse Vorsicht ist geboten, wenneinzelne Namenszüge Bismarcks feilgebotenwerden, namentlich solche, die aus den
Einschreibbüchern fürstlicher Hoflager stammen. Da diese Be-suchslisten weder amtliche noch private Urkunden sind, so war
Wölbe, Autographen 23