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Handbuch für Autographensammler / Eugen Wolbe
Entstehung
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Zehntes Kapitel.

spräche für sich. Wäre nicht die Aufführung von übelwollendenDarstellern sabotiert worden, so hätte das Stück einen glänzendenErfolg gehabt! Nur schwer war der alte Ireland zu bewegen, indie Drucklegung des neuen Shakespeare -FundesVortigern zuwilligen.

Ein dünnes Folioheftchen, enthaltend das Leben und WirkenKönig Heinrichs II., lieferte dem jungen Abenteurer der trotzalledem kein übler Dichter war das Material zu einem Dramagleichen Namens, das Ireland mit fliegender Feder innerhalb vonzehn Wochen aufs Papier bannte. So sicher fühlte er sich jetzt,daß er seinem Vater bereits dieAbschrift in eigener, unverstellterHandschrift auf dem damals üblichen Papier vorlegte. Der jungeMann hatte Glück: kurz nach der Vollendung vonHeinrich II.zeigte ihm sein Vater folgende Stelle in derBiographia Drama-tica:

Heinrich I. und Heinrich II. von Wm. Shakespeare und Rob.Davenport. In den Annalen der Buchhändlerzunft findet sichunterm 9- Sept. 1653 obige Eintragung. Was für eine Art Theater-stück das war und ob eine oder zwei Vorstellungen stattfanden,dafür fehlen sämtliche Unterlagen. Vermutlich ist es bei dem großenBrande im Warburtonschen Laden zugrunde gegangen.

Das Feuer hatte 1759 stattgefunden und eine Menge von Büchernund Manuskripten vernichtet. Ireland konnte auf diese Tatsachehinweisen, um die Echtheit seiner Manuskripte mit einem weiterenGrunde zu rechtfertigen. Hurtig dichtete der 17V 2 jährige Pseudo-Shakespeare weiter, beabsichtigte er doch nichts weniger, als dieganze englische Geschichte von Wilhelm dem Eroberer bis Elisabethmit Ausschluß der bereits von seinem großen Vorgänger behandel-ten Themen zu dramatisieren!

Mittlerweile war das Interesse an den vermeintlichen Shakespeare -Autographen so groß geworden, daß Vater Ireland sich genötigtsah, den Zutritt zu denSchätzen nur gegen Einlaßkarten (Montag,Mittwoch und Freitag 123 Uhr) zu gestatten. Von allen Seitenwurde der Besitzer bestürmt, die Manuskripte etwa 400 Blätterdurch Druck der Öffentlichkeit zu übergeben. Ja, wenn nur sein