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Handbuch für Autographensammler / Eugen Wolbe
Entstehung
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Autographenschicksale.

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zwei bis dahin ungedruckte Briefe Luthers aus dem Jahre 1524 undfünf ebenfalls unbekannte Briefe Melanchthons aus den Jahren1555, 1556 und 1557.

Größeres Bedauern als die verschollenen Autographen dieeines Tages doch wieder erscheinen lösen die durch Brandgänzlich vernichteten oder durch Wasser unansehnlich, d. h. wert-los gewordenen Handschriften aus. Die Gefahr eines solchen Wert-verlustes liegt abgesehen von den durch Diebstahl in Verlustgeratenen Stücken bei den durch die Post versandten Stückenimmer im Bereich der Möglichkeit. Deshalb ist bei der Aufbewah-rung und namentlich beim Versand von Autographen größte Vor-sicht geboten. Wer ersetzt ein mittels eingeschriebenen Briefesohne besondere Wertangabe versandtes Autograph?

Abb. 76. Melanchthon.

Der amerikanische Händler Walter R. Benjamin wurde imDezember 1913 von einer Buchhandlung in Indianapolis um zweiJahrgänge seiner ZeitschriftThe Collector Abonnements-preis jährlich 1 Dollar ersucht und gleichzeitig angefragt, ob erüber Autographen von Clay, W. Harrison, Andrew Jack­ son und Charles Dickens eine einzige Seite! verfüge.Das war zwar keine direkteBestellung, Benjamin aber über-sandte die genannten Stücke im Werte von insgesamt 46,50 Dollarmittels eingeschriebenen Briefes. Drei Wochen lang ließ die aus-wärtige Firma nichts hören. Endlich, am 16. Januar 1914, teiltesie dem Newyorker Lieferanten mit, sein eingeschriebener Briefsei am 2. Januar,dem Tage, als es bei uns brannte, eingetroffen.Ich machte den Brief auf, schrieb der Kunde aber nur umzu sehen, was darin lag, er blieb auf dem Schreibpult liegen, welchesbald danach durch Feuer vollständig vernichtet wurde. Der Scha-den ist durch Versicherung gedeckt, drum bitten wir um eine aber-malige Rechnung über das von uns Bestellte. Benjamin sandte