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Handbuch für Autographensammler / Eugen Wolbe
Entstehung
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Zwölftes Kapitel. Autographenschicksale.

seinen Sammlerkollegen einen Gefallen, denn er ermöglicht ihnenden Erwerb lange entbehrter Stücke.

Wem durchaus daran gelegen ist, als Sammler im Gedächtnisder Nachwelt fortzuleben, der spezialisiere sich auf eine Persönlich-keit, und übergebe die gesammelten Autographen und anderen Er-innerungszeichen dem Geburts- oder Sterbeort dieses Mannes, wiees Karl Theodor Gaedertz getan hat, als er den gesammeltenSchatz an Reuterreliquien an das Städtchen Stavenhagen alsReuter-Museum Karl Theodor Gaedertz abgab. PeineinHannover wird gern ein Bodenstedt-, Wunsiedel ein Jean Paul -, Stolp in Pommern ein Heinrich. Stephan-, Schivelbein ein Virchow-, Sprottau ein Laube-Museum einrichten; Säckin-gen sammelt Andenken an Scheffel, dem es seinen Weltruhm ver-dankt; Hannover wird zweifellos seinen großen Mitbürger Hin-denburg durch einHindenburg-Museum ehren.

Bringt die Versteigerung einer Sammlung einen unerwartethohen Betrag, den der Besitzer durchaus einem gemeinnützigenZwecke zuzuführen wünscht, so wird eine öffentliche Bibliothekoder ein Museum diese Summe zu einem Anbau oder einem Ehren-saal gern entgegennehmen und diese Erweiterung mit einer seinenNamen verewigenden Gedenktafel schmücken. Die Besucher desMuseums oder der Bibliothek werden dem Erblasser für die Stiftungnotwendiger Räume dankbarer sein, als wenn er ihnen seine Samm-lung überantwortete, die immerhin nur einer ganz kleinen Benutzer-zahl zugute käme.

Auf alle Fälle verfüge der Sammler rechtzeitig über seinen treugehüteten Autographenbesitz.

Abb. 78 a. Casanova.