Achtzehntes Kapitel.
Vom Wert der Autographen.
Es hat einmal eine Zeit gegeben, wo der Wert handschriftlicherErinnerungszeichen allerersten Ranges ein paar hundert Mark nichtüberstieg. Ja, sogar für eine halbe Mark konnte man einen eigen-händigen Brief mindestens von einem bedeutenden Zeitgenossenerwerben. Noch in den Jahrenvor dem Weltkrieg, als An- (gebot und Nachfrage sich dieWage hielten, war von einer ^bb. toi. Novalis ,
besonderen Kostspieligkeit des
Autographensammelns kaum die Rede. Jedenfalls war das Auf-häufen autographischer Kostbarkeiten nicht teurer als die An-schaffung bibliophiler Seltenheiten.
Auch heute noch ist der Wert der Autographen kaum im Ver-hältnis zu der allgemeinen Preissteigerung in die Höhe gegangen.Wenn also Ende 1921 ein König Albert, 1. a. s., für 50 M., einTolstoi, 1. a. s., für 700 M., ein Bismarck, 1. s., für 200 M. zuhaben war, so bedeuteten diese Preise 2,50 M-, 35 und 50 M. derVorkriegszeit. Das Seltenwerden von Handelsartikeln bedingt ihrePreissteigerung. Wenn demgemäß Stücke von internationaler Be-deutung — wie Beethoven, Goethe, Wagner, Ibsen — nachdem Kriege in Massen ins Ausland wanderten, so gingen selbst-verständlich die im Inlande verbleibenden Autographen in die Höhe.
Bei der beständigen Wechselwirkung zwischen Nachfrage undAngebot auf dem Autographenmarkte ist es natürlich, daß sich derSammler — auch wenn er nichts kauft — an den Versteigerungenbeteiligt. Er ist dadurch in der Lage, die Kursschwankungen fest-zustellen und lernt den durchschnittlichen Wert von Einzelstücken