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Handbuch für Autographensammler / Eugen Wolbe
Entstehung
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Achtzehntes Kapitel.

und ganzen Sammlungen mit ziemlicher Sicherheit anzugeben.Dr. Loft behauptet, erfahrene Sammler haben unabhängig von-einander größere Posten Autographen auf den Wert von vielenTausenden abgeschätzt, und ihre Taxpreise wichen kaum nennens-wert voneinander ab.

Anders verhält es sich bei Versteigerungen, deren Ergebnisseselbst der beste Autographenkenner nicht vorauszusagen vermag.Die Auktion ist eben wie bereits angedeutet von einer Reihevon Faktoren abhängig, zu denen sich mitunter noch unvorher-gesehene Zufälle gesellen.

Obgleich immer wieder die Unmaßgeblichkeit der auf denAuktionen erzielten Preise betont wird, so lassen sich sowohlHändler wie Sammler ganz unwillkürlich von diesen beeinflussen,wenn seltene Stücke auf den Markt kommen. Und doch erzielt einAutograph manchmal einen hohen Preis, um bei der nächsten Ver-steigerung zu einem bedeutend niedrigeren wegzugehen, und um-gekehrt.

Im Jahre 1886 wurde ein Brief von Chodowiecki , dem einvon ihm selbst geschriebenes und unterschriebenes Preisverzeichnisseiner Radierungen beilag, bei der Auktion Liepmannssohn bis auf141 M. emporgetrieben. Zwei Kupferstichsammler waren es, diesich um das Autograph ihres großen Meisters stritten; der Siegerwar.sogar willens, bis auf 300 M. zu bieten. Das Stück wurde einpaar Wochen später einem Sammler, der bisher nur ein minder-wertiges Chodowiecki -Autograph besaß, zum Preise von fünfMark zugeschlagen.

Wer also seinen Autographenbedarf auf Versteigerungen deckt und das tut fast jeder ernsthafte Sammler der Gegenwart dermuß wissen, was er will. Wenn er sich in den Kopf gesetzt hat,den Kopernikus zu ersteigern, so stelle er lieber alle seine anderenAutographendesiderate zurück, als daß er auf das ersehnte Stückverzichte.Zugreifen! laute die Richtschnur für jeden Auktions-besucher. Es darf nicht auf ein paar Mark auch. nicht auf einpaar tausend Mark ankommen, wenn man ein Stück durchausbraucht. Das Autograph erscheint vielleicht erst in, Jahren wieder