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Charigan, ungefehr 60. meilen von beyden. Daca ist übrigenseine der vornehmsten städte des Königreichs Bengala. Maty,Diction.
Dachau , ein grosser und schöner Bayerischer marcktfleckenauf einem Hohen berge, 3. stunden von München an der Ampergelegen , hat sein eigenes ins Rent-amt München gehörigesLand-gericht, worzu man viel ansehnliche örter geschlagen. VorallerS hat dieser ort seine besondere Grafen aus dem Scheye-rischen geschlechte gehabt, bis er nebst der gantzen Grafschafftdieses nahmens von Uchtild, Conrads Grafen von Dachau ge-mahlin, an Otten, nachmaligen Hertzog in LZayern aus demWittelspachifchen hause verkauft worden: bch dessen nachkom-men es beständig verblieben. Im Teutschen kriege hat es vielleiden, und insonderheit an. 1633. und 1648. sich zu beydenmalen an Schweden , wiewol nach tapferer gegenwehr, erge-ben müssen. Das auf eben selbigem berge, aber noch viel ho-her, gelegene Churfürst!, residentz - schloß ist wohl sehens-wur-dig. Es ist selbiges aus der asche, darein es Kayser Conradund Hertzog Heinrich XI. geleget, durch Hertzog Wilhelm und' Albert in Bayern weit herrlicher, als vorhin, doch nur nachdamals bekannten bau-knnst-reguln aufgeführet worden, undwird die gegend vor gesund gehalten, daß die Medici bey ent-standenen seuchen, ihre Fürstliche Herrschafft nicht besser, alsauf diesem schloß verwahret zu seyn glauben. Vid. Hund.Bayer, stamb. p. 42. Chur -Bayern , p. i;o. Ertels Bayer,atlas, p. ;o.
* Dacheröden , oder Dachrod , ein altes adeliches gc-schlecht in Meissen und Thüringen , von welchem das eine wei-le von der Reichs-stadt Mühlhausen gelegene dorfDacherödenden nahmen haben soll. Claus von Dacheröden auf Ebeleden,so zu anfange des XVI. sieculi gelebet, zeugte mit Elisabethvon Bvsa aus Groß-Bösa Christianum und Henricum. Chri-stianus starb an. 1547. und hinterließ von Martha von Wolf-fen unter andern Christophorum, der Commenthur des Teut-schen ordens gewesen, und an. 1604. zu Rothenburg an derTauber im 79. jähre seines alters gestorben. Henricus brach-te das guth Talebra käuflich an sich, und zeugte mit Anna vonHorselgow 3. söhne: der erste, nahmens Hans, kaufte an.i$;o. die gukher Mittel-Sommern und Vargula, indemam-re Langen-Saltza, und starb an. 1577. der andere, nahmensHerdan, hatte unter andern von Martha von Brühl folgendedrey söhne: i. ) Hansen , welcher als Syndicus der Gräfli-chen Schwartzbnrgischen Ritterschafft, mit dem Grafen vonSchwartzburg wegen der jagd-qerechtigkeit viel Verdrießlichkeitgehabt, und an. 1584. sein leben geendet hat. 2.) George,welcher das guth Freckleben im Anhällischen kaufte, solchesaber dem Fürsten von Anhalt überließ, und sich an. 1587. inThüringen wendete, allwo er das guth Wasser-Thalheim wieder-käuflich an sich gehandelt. Sein mit Anna von Krosigk erzeug-ter söhn, Caspar, ein gelehrter Herr und guter Poet, starban. 16;;. 3.) Christoph, der erstlich Rath und Hof-Marfchallbey dem Gros,-Meister zu Mergentheim , nachgehends aberLands-Hauptmann der Ritterschafft in Francken gewesen. Erhat das drey meilen von Bamderg gelegene Ritter-guth Ober-Melzendorff gekauft, und mit Ursula Geyerin von GiebestadtHeinrich Philippen gezeugt, welcher als Bambergischer Rathund Amtmann zu Burg-Ebrach an. 1608. gestorben. Der drit-te söhn des obgedachten Henrici, nahmens Wiltich, war Fürst-licher Weimarischer Ober-Hof-Marschall, und starb an. i;;i.Er hinterließ von Catharina von Brühl 1.) Fridericum, wel-cher bey dem Grafen von Mannsfeld die stelle eines Hofmeistersverwaltet, nachher» aber bey einem Grasen in Ungarn in dien«ste getreten, da er an. 1561. mit Veronika von Barth Henri-cum gezeuget, der im kriege die charge eines Obersten erlanget,Und an. 16; 1. als Brandenburgifcher Anspachischer Rath undAmtmann zu Schwabach verstorben. 2.) Christophorum aufWest-Greusen, welcher an. 1602. mit tobe abgegangen , undvon Sophia von Krosigk unterschiedliche kinder nach sich gelas-sen. Unter denselben war i.) Hans Heinrich, welcher bey sei-nem an. 1640. erfolgten rode von Anna Sibylla von Schlott-heim unter andern Christoph Georgen verließ, der bis an. 1638.Ober-Hofmeister bey dem Grafen von Stollberg gewesen, undmit Anna Margaretha von Selnenitz 2. söhne gezeuget. 2.)Hans Magnus, Dom-Herr zu Magdeburg , welcher seine ge-fthlechls-historie beschrieben, und an. 1650. zu Erfurt gestor-ben. ;.)Lorentz aus West-Greusen, welcher an. 1643. gestor-ben, und mit Veronica von Wittern unter andern Caspar Wit-tichen gezeuget, der unter den Braunschweigischen trouppenOberst-Lieutenant gewesen, und an. 1673. auf seinem erkauf-ten guthe Schmerckendorff mit tobe abgegangen. Sein mitAnna Magdalena Pflugin erzeugter söhn, Adam Magnus, starban. 1703. als ein Brandenburgifcher Lieutenant, und hinterließvon Catharina von Hoym, Wolf Günthern , Schwartzburgi-schen Stallmeister , der das guth Schmerckendorff wieder ver-kauft , und von seiner gemahlin Johanna Eleonora von tzchön-berg kein kind nachgelassen. Rnauths prodr. Mifii. RönigsAdels-Historie, theil I. p. 164· scqq.
Dachhülff, Hertzog und Marggraf in Thüringen , welcherzugleich die Sorbische Marck verwaltete. Als die Böhmen an.849. einen einfall in Teutschland vorhalten, brachte der KönigLudovicus I. eine ansehnliche kriegs-macht auf die deine, undstellte rinter andern selbiger auch den Hertzog Dachhülff vor.
Die Böhmen , welche sich dessen nicht vermuthet hatten, undgleichwol bey erfolgtem einbruche in ihr land, sich wider einenso starcken feind viel zu schwach sahen, schickten Deputirte ab,und suchten durch darstellung ihrer geissel den frieden zu er-halten ; absonderlich setzten ste ihr vertrauen in den HertzogDachhülff, weil er der Wendischen Rechten und gantzen StaatSkundig war. Dachhülff, welcher in diesem zug eine wunde amlincken deine bekommen, wußte wohl, daß, wann er seine bles-sur den feinden mercken lassen würbe, selbige nur zu neuer kuhn-heit würden angegammet werden; setzte sich demnach bey an-kunft der Böhmischen Abgeordneten zu Pferde, und versprachihnen, so viel immer möglich, in der fache zu thun. Er hin.terbrachte auch würcklich ihr begehren den übrigen Generals-personen ; allein weil sie sein andringen mit neidischen äugenansahen , waren sie so wenig zu annehmung der geissel zu brin-gen , daß sie vielmehr mit grosser Hitze auf die Bohmen losgierigen, welches aber so übel ablief, daß sie mit blutigen kö-pfen davon lauffen, und durch stellung ihrer eigenen geissel umfreyen adzug bitten musten. Als an. 838. die Sorben-Wcn-den abermals redellirten, ist Hertzog Dachhülff aufs neue wi-der sie ausgeschickt worden, da er aber vermuthlich nicht vielsonderbares ausgerichtet. Annates FuldenJ'es. Sagittar. antiq.Ducat . Thuring. lib. III. c. 3. & 7.
Dachsburg, siehe Dagsberg.
Dachstein , oder Dagobertftein , lat. Dagobert, iaxum,eine kleine stadt im Nieder-Elfaß, in dem Bißthum Straßburg,hatte ehemals ein bestes schloß, so im 30. jährigen kriege zu-samt dem städtlein mehrmals eingenommen und geplündertworden, bis es zuletzt die Franzosen gar zerstörten. Topogr.
Alfas. Maty.
Dachstuhl, ein unweit Birckenfeld nahe an der Saar ge-legenes vestes schloß und städtlein, nebst einer barzu gehörigenHerrschafft, davon ehemals eine adeliche familie den nahmenaeführel, daraus Boemundus l. von an. 1287. bis 1299. Chur-fürst zu Trier gewesen. Nach deren abgang kam dieser ort andie Herren von Rollingen, von diesen aber an. 1389. durchheurath an die Freyherren von Fleckenstein, welche ihn an.1644. an das Ertz-Stift Trier verkauften. Trtmsd.
Dacia, ein altes Königreich , welches gegen norden an dieCarpatifchen gebürge, gegen süden an die Donau , und gegenOsten an die Teisse grentzet, und ein stück von Ungarn jenseitder Theiß , Siebenbürgen , die Wallachey und die gantze Mol-dau in sich begreiffet. Die einwohner hiessen bey den RömernDaci, bey den Griechen aber Ger «, und hatten ihre besondereKönige, bis endlich an. 98. Kavser Trajanus ihren König De-cebalum, den des Domiliani tragheit gantz stoltz gemacht hal-te , überwand. Nachgehends wurden die daci auch von Con-stantino M. den Gothen, Sarmatiern, und endlich von denHunnen unter das joch gebracht. Als die Sachsen von Caro.lo M. geschlagen worden, so erwehlten sie lieber in Daeien zuziehen, als unter seinem regimente zu leben. Wenigst ists diegemeinste muthmassung, daß die noch heut zu tage in Sieben bürgen die Teutsche spräche gebrauchen, und den nahmen derSachsen führen, von der hier gemeldten eolonie ihren Ursprungher haben. Die Dacier waren grausame und wilde leulhe;daS gemeine volck unter ihnen trug nur fein blosses haar, dieaber etwas vornehmer waren, trugen kappen und mützen, wiedie zusamt ihrer übrigen kleidung und waffen, in den zu Rom noch aufrecht stehenden triumph-bögcn Trajani, und vielen al.ten müntzen zu scheu. Sie wurden von den, H. Niceta be-kehret. ES soll eine eolonie von ihnen an die Norwegische see.kuste versetzt worden seyn. Vlin. lib. IV. c. 12. Strato, lib. VII.Ptolem. lib. III. c. 8- Dio Caßm, lib. LXVIII. Paulin. de re-ditu S. Nie. in Dac. Harrn. A. C. 396. Zamoscii , analectaantiq. in Dacia. Toppeltini de Medgyes origines & occasusTranssylv. Cluverii geogr. CeOar. not. orb. ant. &c. *
Dacianus, war Gouverneur in Spanien , unter den Rö.mischen Kaysern Diocletiano und Maximiano, welcher dieChristen zu ende des III. seculi heftig verfolgte, und Vincen-tium nebst andern mehr hinrichten ließ. P'rudent peristeph.hym. 4. & ;. in laud. 18. Mart. Cadar. Aug. &c. Metapbrall.Surius & Holland . 22. Jan. ,
* Dacier, (Andreas) war zu Castres in Ober-Languedoc den 6. april an. i6?i. gebohrcn. Sein vatter, der ein Advo-cat bey der Cammer und der Protestantischen reliqion zugethanwar, nahm anfangs selbst die sorge seiner auserziehung aufsich, darauf that er ihn in das Collegmm daselbst. Nachdemaber solches an. 1664. den Jesuiten allein überlassen worden,schickte er ihn auf die Academie nach Puylaurens, und vondar nach Saumnr; an welchem letzter» orte er sich der Unter-weisung des berühmten Tanaquilli Fabri vor andern bedienteDieser warf auch eine so grosse liebe auf den ivnqen Dacier,wegen seiner geschicklichkeit und fleisses, daß , unerachtct er ei.«ige jähre vor seinem ende alle seine kost-gänger abgeschaffet,er dennoch den einigen Dacier im Hause bev sich behalten. Fa-der starb an. 1672. deswegen verließ er die Universität, undgteng» nachdem er sich eine weile bey seinem vatter aufqehal.ten, nach Paris , theils daselbst fein glück zu suchen, theilsauch in die bekanntschafft der daselbst lebenden Gelehrten mkommen. Das letztere war ihm leichter zu erlangen, als daSerste. Unterdessen aber wurde Dacier bey dem hertzog vonMontausier bekannt, welcher, als er seine besondere geschicklich.
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