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handelt; Francifcus, Herr von Briangon, der an. rzSg. inder belagerung Poitiers geblieben. Guido von Daillon, Grafvon Lude, rc. Ritter der Königl. orden, Gouverneur in Poitou,Sencschall von Aniou, rc. legte viele proben seiner tapferkeit ab,in Vertheidigung der stadt Metz, in der schlacht bey Renkt, beyeroberung Calais , Guincs, Marans, Bronage, und bey be-lagerung Poitiers , welches er an. 1369. von dem 22. jul. bis 7.sept. wider die Hugenotten beschützet. Er starb zu Briancon denn. jul. an. 158c. Sein söhn Francifcus de Daillon, GrafvonLude, rc. Sencschall von Aniou, diente den Königen HenricoIII. IV. und Ludovico XIII. wurde Hofmeister bey Gastonevon Franckreich, Hertzoge von Orleans , und starb an. 1619.Unter seinen söhnen sind zu mercken Caspar, Bischoff von Albr,Commandeur der Königl. orden, so an. 1676. gestorben; undTimoleon von Daillon, rc. welcher, als der älteste succediret,und Henricum von Daillon, Hertzoq von Lude, rc. Ritter derKöniglichen orden, Groß-Meister der artillerie von Franckreich,Schloß-Hauptmann von St. Germain en Laye und Versailles ,hinterlassen. Er war vorher Oder-Cammer-Herr bey dem Kö-nige , welcher ihn an. 167;. zum Hertzoge und Pair machte. Erstarb zu PariS in» arsenal an. i68;. Phil. Cominaus, lib. V. c.10. & 13. Martin. DuBeüay, mein. liv. I. Brcmtdme , vies deshomm. illust. Franq. Thuan. Davila. Sammartb. Anjelme. Go-defroy. Imhof. geneal. Gall. P. II. n. 96.
* Daillon du Lude, (Renatus von) Bischoff zu Bayeur,Abt zu Chateliers, rc. Commenthur der Königlichen orden,ein söhn Johannis Daillon, Grafen du Lude, und Annade Baternay, du Buchage. Während dem kriege wider dieHugenotten machte er sich bey den Catholischen, seines eifersfür die Catholische religion, und Hasses wider die Reformirtenwegen, sehr beliebet. An. i;8?> wurde er zum Bißthum vonLnqon beruffen , von dar er nach Bayeux gekommen, welchesder Cardinal von Bourbon, Carolus, eben aufgegeben hatte.Der König Heinrich III. beehrte ihn mit seinem H. Geistes-orden,da er das erstemal den zi.dec. an. 1578. dergleichen Rittergeschlagen hatte. Renatus von Daillon starb den 8. mertz an.
1601. Samte - Martbe.
Daimachus oder Deimachus von Platea, war Abge-sandter an Ällitrochaden, König in Indien , Androcoti söhn,dessen Justinus gedcncket. Er lebte unter Seleuco Xieawre,der nach dem tode Alerandri M. das Syrische Reich behauptet.Wir finden zwey seiner bücher von den Alten citiret. Das einevon Indien , worinn alles voll fabeln, als wären da leuthe mitso langen ohren, daß sie sich darauf als auf eine decke schlafenlegten, ohne mund und nasen, nur mit einem äuge mitten inder stirne, rc. Das andere handelt von allerhand kriegs-maschr-
»en. Strato, lib. I. Justin, lib. XV. Stepbanus, de urb. in voceLaced. Vojjius, de Histor. Grase. lib. I. c. 12. *
* Datmenes, Tifamenis söhn, einer der ersten eigenmäch-tigen Herren über Achaja, welches er mit deyhülffe seiner brü.der, Spartonis, Telletis und Leontomenis regierte. VidePausaniam in Achaicis. Sonsten war noch ein anderer Dai-menes, welchen Dionyflus der Tyrann zu Syracusa enthau-pten liesse, dieweil er, ohngeachtet er ein gebohrycr Griechewar, den Carthaainensern wider die Sicilianer dennochhülfliche Hand geleistet hatte. Diese geschichte fallen in das 4.jähr der XGV. Olympias, das ist vierhundert jähr vor Christigebnrt.
Dain , ( Olivier le ) des Königs in Franckreich Ludovici XI.barbierer, war von Thielt aus Flandern gebürtig, eines bau-ren söhn, der nicht weit von Gent wohnte, und le Diable, Teu-fel , oder wie andre sagen, le Mauvais, der Böse, mit demzunahmen hieß, welchen der König nachmals an. 1474. in Dainverwandelte. Er kam bey gedachtem Könige wegen seines Ver-standes und seiner geschicklichkeit in grosse gnade, wurde zu vor-nehmen chargen und Gouvernementen befördert, und erlangteein groß vermögen. Nach dem tode des Hertzogs von BurgundCaroli Audacis, da der König die Flandrische städte an sich zu'bringen suchte, ward er von demselben, weil er der sprächeund des landes kundig, nach Gent geschickt, um eine parteydaselbst zu machen, und bey der Printzeßin Maria, die die ein-zige tochter und erbin Caroli war, geheime audientz zu neh-men. Er hielte zu Gent einen ziemlichen prächtigen einzug, gabsich den titul eines Grafen von Meulan , weil ihm der Königdie Capitainerie von Meulan , neun meilen von Paris ge-geschencket. Er bekam auch öffentlich audientz bey der Printzes-sin, die geheime aber wollte die dürqerschafft nicht zulassen, da.her er in der öffentlichen wenig redete. Weil ihn nun die meistenleuthe kannten, und wußten, daß er nur ein barbier und bauren-sohn gewesen, ward er von der bürgerschafft und der Prin-tzeßin selbst nur ausgelacht: er rächte sich aber bald, indem erdurch hülffe einer heimlichen Verständnis Tournay dem König indie Hände spielte. So lange Lndovicus XI. lebte,blieb er bey ihmin gnaden; allein zu anfange der regierunq Caroli VIII. nach-dem die Reichs - Stände zu Tours eine versammlung gehalten,brachte es den General - Proeurawr dahin, daß dieser hochmü,thige Minister an. 1484. gar aufgehenckt wurde. Petr. Mattb.bist. Lud.XI. Phil. Cominaus. Du P«jr,hi(t.des Favor. Mezeray.Godefroy, dans les preuves & obfervat für les mem. de Phil.de Comines. Daniel, bist. de France tom. II. col. 1409. feg.
* Dameffus, (Gregor.) ein Niederländischer Doctor Theo-logiae und Augustiner - Mönch von Lüttich , lebte zu ansang des
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XVII. soculi , war unermüdet im studiren, und schrieb detriplici Mundo , Divino , Angelico & humano , davon nurder erste theil zu Lüttich an. 1639. in fol. heraus gekommen. Erübersetzte auch Johann Gonzalez de Critana Epitomen histo-riarum vitae monasticas S. Augustini ins Lateinische, so zu Ant werpen an. löir. gedruckt. Andrea bibl. Belg.
Dairi, waren Monarchen in Japan , welche über Kö-nige zu gebieten hatten, und wie göller angebätet wurden. Al,lein an. rebellirten diese Könige, und regierte sodann einjeglicher nach seinem eigenen belieben. Nadunanga, der vor-nehmste unter ihnen, ward, nachdem er an. 1570. die stadkMiaco eingenommen hatte, König über das gantze land, er-kannte aber noch immer die Dairi vor seine Ober - Herren.Darauf wurde Taikosamma durch die Dairi, die an. 1600. vonfreyen stücken abdanckten, zum Kayser von Japan erkläret, undlegte also den gründ zu einer neuen Monarchie. Montani beschr.der Holländ. Gesandtsch. an den Kayser von Japan .
Dairo, ist der nähme des grossen Japanischen Hohenprie-sters , dessen geschlechte sonst das Kayserthnm Japan gehörte,bis es deinseldigen von den vorfahren des jetzigen genommenworden, dessen pallast in der Japanischen Haupt-stadt Jedo ist,gleichwie der Dairi ihrer in der stadt Miaco. Die dem Dairovon den Japanesern beygemessene Heiligkeit ist so groß, daß keinfuß von ihm die erde berühren, noch die sonne sein Haupt be.scheinen darf. Es ist ihm nicht zugelassen, in die freye luft zukommen, noch sein haar, bart und nägel abschneiden zu lassen.Seine victualien müssen ihm allezeit in neuen körben auf die ta,fel getragen, und aus neue tcller geleget werden. Wenn er aus-gehen will, so geschiehet solches in einer sanfte, welche unsernkutschen in etwas gleich kömmt, deren Pfeiler alle von gediege.nem golde sind. Auswendig ist sie mit vielen göldenen figurengezieret, und mit einem silbernen zeuge umgeben, wodurch derDairo jederman, ihn aber niemand sehen kan. In dieser sänftewird er von 14. der vornehmsten Edelleuthe an seinem Hofe ge.tragen. Seine garde gehet voran, und eine kutsche kömmthinten nach, welche von zwey Pferden gezogen wird, deren zeugüber und über mit perlen und diamanten gesticket ist. ZweyEdelleuthe halten derselben zügel, und zwey andere marschirenauf beyden feiten, der eine mit einem wind-fcchel, den er stetSbeweget, um die luft kühle zu machen, und der andere mit ei-nem fonnen-fchirme, um damit schatten zu geben. Diese schönekutsche gehöret für des Dairo gemahlin und concubinen; wel-cher noch andere feine kutschen nachfolgen, die auch mit einemgewissen zeuge bedecket sind, wodurch die Damen alles sehe»,aber von, niemand gesehen werden können. Montani beschreib,der Holländ. Gesandtsch. an den Kayser von Japan .
Dala, ein fluß in Waüis, der seinen Ursprung an dem fußdes Gemmi-bergs eine gute meile hinter Leuckh hat, und unter-halb diesem flecken in den Rhodan läuft. *
Dalacka, eine insul in dem Rothen meer3. Meilen vom vestenlande gegen der stadt Ercoco über gelegen. Sie ist ohngeachtetihrer gesunden luft dennoch unfruchtbar. Die einwohner sindAbyßinische Christen, die unter ihrem eigenen Fürsten stehen. Amstrande findet man perlen. Vid. I. E. B. Staals-beschreibung.P. II. p. 570. *
* Dalaley, ein schloß in Shropshire, nahe bey Watling.street, welches Konig Richardus II. nach der Verbannung Ri-chardi, Grafen von Arundel , durch eine Parleinents-acte zuder Principality Ehester schlug; es ist aber eingegangen, undfindet man nur noch die reliquien davon. Camdeni Brit.pag· 54?.
Dalanguer, ein groß gebürge in Asien , siehe Laucasus.
Dalberg, siehe Cämmerer.
* Dalcke, lat. Dellina, Delbna , ein kleiner fluß im StiftPaderdorn in Westphalen, entspringt in der Grafschasst Riet.berg bey dem flecken Dalcka, geht von dar meist durch gehöltzeund wüsteney, bis er bey dem flecken Knetersloha die Olbeckezu sich nimmt, und zwischen dem städtlein Reda, und dem klo.ster Hersebrock in die Ems fließt. Schneiders befchrcibungdes alten Sachsenlandes, p. ;;r.
Dalc, (Antonvon) war den 8. nov. an. i6;g. gebohren.Er bezeugte von iugend auf grosse lust zu den sprachen, wardaber von seinen eitern genöthigt, sich der Handlung zu befleißigen,
. doch griff er wieder zu den ttudiis, da er schon 30. jähr alt war.Er legte sich auf die Medicin, in welcher er hernach promovirteund practicirte, auch zuletzt Hospital. Medicus zu Harlem ward, nachdem er eine zeitlang unter den Menonisten war Pre-diger gewesen, welche bedienung er jedoch selbst niederlegte, weiler sich nicht allzuwohl dazu schickte. Neben dem las er fleißigdie Griechischen und Lateinischen antiquitäken, wie man denn inseinen schriften grosse belesenheit antrift, und merckt, daß er sichalles wohl zu nutze machen können. Doch tadelt man daran, baßer unordentlich und nicht gut Latein geschrieben, welches wol derart, damit er seine studia zu treiben genöthigt gewesen, bevzu-messen ist. Diejenigen, so ihn gesehen, loben seinen Umgang,den er mit allerhand artigen Historien und mit seiner natürli-chcn freyheit, damit er von allen fachen redete, angenehm zumachen wußte, wie er sich denn öffentlich als einen femd allesaberglaubens und heucheley aufführte, welches ihm in unter,schiedenen fällen soll geschadet haben. Er starb zu Harlem aneiner blossen Mattigkeit den 28. nov. an. 1706. Seine schriften
sind