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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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^>aniscles, war ein Hof-bedienter bey dem Tyrannen DiorNvsio dem ältern, dessen glückstligkeit er über alle Massen hochhielt , aber hernach feine gedancken änderte, da er von demftl-bigen auf ein kostbares banouet eingeladen worden. Denn alsman ihn allda auf ein prächtiges ruh-bethe gesetzet, wurde ergewahr, daß ein fchwerdt über ihm an einem zarten faden hien-ge. Darauferfnchte er alsofort den Tyrannen, daß er ihn jawieder in feinen vorigen stand fetzen möchte, um die glückselig-keit eines mittelmäßigen lcbens und nicht allzuhohcn standes zugeniessen. dc. quasit. Tusc. üb. V. Sonsten deuten auch da-rauf Horat. lib.. od. 1. Perßus, sät. ;.

Damocrita, stehe Alcippus.

Damocritus, ein Gricchifcher gefchicht-fchreiber, welcherwegen seiner schriften berühmt ist, worinncn er die kunst armeenin schlacht-ordnung zu stellen weiset, auch unter andern den Ju-den schuld giebet, daß sie einen esels-kopf andäteten,und alle siebenjähr einen pilgrim oder fremden opferten. Voßus, de Hist . Grac.lib. III.

Damocritus, oder Damocrates, ein Media,s. Manweiß nicht, zu welcher zeit er geledet hat, sondern nur, daß ereinen medicinischen lractat in Versen geschrieben, wie Galenus an unterschiedenen orten bezeuget. Auch noch vor diesem citirteihn Plinius üb. I. Kill. nac. in erzehlung deren, welche er in sei-nem 3 ?. buch zu hülffe gezogen.

Damocritus, war U. C. 962. Olymp. CXLVII. 1. A. M.3792· A. 192· ein Pra;tor oder General der Actvlier, da sienebst Antiocho einen krieg wider die Röiner führten, und brach-te die Aetolier darzn, daß sie sich mit dem Antiocho conjungirten.Als der Römische Abgesandte, Titus Quinctius, eine abschriftvon der resolution der Aetolier , die sie dem Antiocho zu gefallenefassct, verlangte, antwortete er, daß er selbige in Italien ge-rn wollte, wenn die Aetolier daselbst ihr lager würden aufge-schlagen haben. Er wurde aber von Acilio Glabrione bey Über-gabe der stadt Heraclea in Actolien gefangen , und nach Rom gebracht, um ihn daselbst im triumph aufzuführen. Er suchtesich zwar durch die flucht zu retten, da man ihn aber wieder be-kam, erstach er sich selbst. Livius , lib. XXXI. XXXVI.XXXVII.Damodice, siehe Critolaus.

* DAMOISEAU , oder DAMOISEL : also wurden in denmittlern Fränckijchen zeilen die Königliche Printzen, und anderejunge söhne grosser Herren genannt. Dieser titul wurde auchden kleinern Herren, in ansehung der grösser» , oder auch deraltern Herren gegeben. So wie bey den alten Teutschen diesöhne der Fürsten , Grafen und Freyen, Iunckcrn, das ist diejungen Herren, und die töchter Fräulein, das ist die kleineoder jüngere Frau genennet wurden ; worinnen das Wort Herrund Frau in ihrem (sogenannten) scnsu eminent, genommenwerden, und einen regierenden Herrn oder Frau bedeuten, zu-mal der titul Herr und Frau nicht einem jeden, wie heut zutage, sondern nur denen gegeben wurde, welche land und leutheregierten , oder sonsten eine jurisdiction hatten. Auf gleicheweise leitet Stephanus Pasquier das Wort Damoiscau von demalten Fränckischen Wort vorn, welches Herr bedeutet, davonDamoiseau das diminutivum ist, Wie hingegen Dame auch da-von herkommt, und eine regierendeFrau bedeutet, davon dasdiminutivum Damoiselle eigentlich ein Fräulein jagen will,von welchen zweyen das erste nur den vornehmsten Weibs-bildern , und dieses ihren töchtern gegeben wurde. Heutigestages , da das Wort Demoitelle allein unverheuratheten gege-ben wird, wird dennoch ein unterscheid gemacht, da in denactis pubücis , nach dem stylo Curia» , die Fräuleins, welcheadeliches Herkommens sind , Damoisclles , d«e bürgerlichen abernur Demoiselles , das ist, jungfern, (welche die Engelländerfpinfters nennen) genennet werden. In dem ersten verständeist folgendes epitapüiurn der in der liebe unglücklichen Mar?aretha von Oesterreich , welches sie sich bey einem ausznste-enden stürm selbsten gemacht, und das darinnen befindlicheWort Damoiselle zu nehmen.

Cy gift Margot, la Gentil Damoiselle ,

Qua deux Maris , & encore est Pucelle.

Die unadelichen werden Demoiselles genannt, wann sie auchschon würcklich verheurathet gewesen, wiewol die Banquiers-und andre reiche bürgerliche weiber, nun auch Dames undnicht mehr Demoiselles wollen genennet werden; welches ih-nen auch insgemein accordirt wirb, doch nur aus Höflichkeit,der stylus Curi* ist aber beständig auf dem alten fuß, und derAdel giebt es ihnen nur spotts-weise und in dem verstände, davor uralten zelten der ausschuß von dem schönen geschlecht,als die Hebammen, fischers-weiber, fleischerinnen rc. mit ;u-thuung des tauf-nahmcns sind Dames genennt worden , (alsDame Marie, Dame Jeanne , See.) und noch also genennet wer-den , in welchem fall Dame nur das weibliche geschlecht , undein weid bedeutet. In Engelland, wo sie viel aus der altenFränckischcn spräche beybehalten, werden die Adelichen weiber,von den Herzoglichen an, bis auf der Ritter gemahlinnen,Mylady oder Lady genannt. Lady bedeutet Domina , odereine adeliche Frau. Also werden auch die unverheurathetentvchter der Lords genannt. Die Adelichen aber, so unter denRittern sind , als Ecuyers-Doctors-Banquiers-und wohlha-bende bürgers-weibcr, aus der sogenannten Gencry , oder demuntern Adel, nehmenden titul Madam an, ihre ledige töch-Histor, Lextcon in. Theil.

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ter aber werden Miss genennet. Die gar geringen , als dieYomans-Farmers-unb handwercks-weiber , heisset man Mistrissoder auch Madam , mit zuthuung des tauf -nahmens, als Ma-dam Mary, Madam Ann &c. In Gascogne ist der titul Da.mviseau noch Üblich, wiewol er an andern orten verloschen.Das Haus de L-arbruche hat ihn insonderheit beybehalten, undandre, welche die Herrschaffc Commercy unter diesem nahmenDamoiseau besessen, welchen sie auf Latein Dornicellus überse-tzet haben. Doch schriebe man zu zeiten Marcolfi weder Do-minos noch Dornicellus , sondern Domnus und Domnicellus ,lib. II. form. ult. Die register der Französischen cantzley enthal-ten ein privilegium von an. 1339· so von Philippo von Valois ,dem edlen Arnold von Orbesson , le Mange genannt, gegebenworden, welcher die 2. Ritter Hugonet und Petrum von Bos-sedan erschlagen, worinnen Arnold, le Damoiseau dOrbessvn,genennet wird. Zu unsern zeiten wird aber dieses Damoiseaufast nur von denen gebrauchet, welche den Weibsbildern er-gebene kerls sind, und ihr einziges werck daraus machen, demschönen geschlecht eine wackere aufwartung zu verschaffen, wor-aus zu sehen, wie weit mit der zeit die Wörter von ihrer erstenbedeutung abgehen, da dieses Wort von einem so ansehnlichentitul fast zu einem spvtt-wvrt worden ist. Henricus Speelmau.glostär. Archäolog. De la Rocque , traite de la Noblesse c.

Dämon, ein Philosophus von der Pythagoreischen stete,welcher A. M. 3384. A. C. 400. A. R. 3^4. Olymp. XCV. i.lebte, richtete mit feinem mit-schüler Pythia eine sonderbare ver-trauliche freundschafft auf, welches vornemlich aus folgendemerhellet: Als der Tyrann Dionysius ihm hatte andeuten lassen,daß einer von ihnen sterben sollte, erlaubte er Damoni, daß erzuvor nach Hanse gehen, und seine häusliche geschäffte noch vorfeinem tode in richtigkeit bringen möchte, doch mit dem bedin-ge , daß er unterdessen bis zu seiner Wiederkunft einen bürgen anfeine statt verschaffte; hierzu erbot sich alsofort Pythias gutwillig,und unterwarf sich des Tyrannen gewalt. Als nun Dämon her-nach zu der bestiminten zeit wieder zurück kam, verwunderte sichDionysius über ihre treue und freundschafft dermassen, daß erdem Damoni das leben schenckte, und sie bat, ihn, als dendritten mann, mit in ihre freundschafft aufzunehmen. Cic. üb.

V. Tusc. & Üb. III. de offic. Jambitcb. p. 197. Va:er. Maxim .lib. IV. c. 7. ex. 10. Lafiant. lib. V. c. 18.

Dämon, ein Griechischer geschicht-schreiber, gebürtig vonCyrene, welcher eine Historie von den Philosophis geschrieben.Es war auch ein berühmter Musicus dieses nahmens zu Athen ,von welchem unten ein artickul. Dkg. Lam. in vita Thalet.Athen . lib. X. Vlutarcb. in vita Thefei & Numae. Plitt.lib VII. c. 2. Voßus, de Hist . Graec. Üb. III. p. 351. seq.

* Dämon, aus der stadt Chäronea, war einer von den nach,kömmlingen des Wahrsagers Peripoltä, welcher den KönigOvheltas und die völcker, so unter ihm stunden , in Böotiengeführet, und eine grosse posterität hinterlassen hat, davon diemeisten lang flvrirten, und sich in der stadt Chäronea se-tzeten, welche sie zuerst den Barbarn abgenommen, und diesedaraus verjaget haben. Alle, so von diesem Hause abstamme-ten, waren behertzte leuthe, und diejenigen, so sich dem ein-sall der Meder, und nachmals den Galliern am tapferstenlvidersctzten, rieben sich endlich dadurch fast auf, und bliebniemand davon über, als Dämon, von dem hier geredt wird,welchem man den zunahmen Peripoltas, von seinem ältcr-vatter her, dem obqcmeldten Wahrsager, gegeben hat. Er warvatter-und mutter-los, und übertraft alle übrigen jungen leu-che an schönheit des leibs und des Verstands. Wobey er nocheine ausserordentliche tapferkeit blicken ließ,: aber dabey warer sehr stoltz, verächtlich und rohe. Ein Römischer Jnfanterie-Hauptmann, welcher dort in garnison lag, entbrannte inunkeuscher liebe gegen ihm, da er kaum das männliche altererreichet hatte, und als er durch bitten zu seinem böstn zwecknicht vermochte zu kommen , so schiene es, als wollte er ge-walt brauchen. Dämon entschlösse sich deswegen zu rächen.Er verbände sich zu dem ende mit etlichen jungen leuthen sei-nes alters, deren er bey fünfzehen seinen anschlag entdeckete,und damit sie desto weniger möchten erkannt werden, beschmier-ten sie ihre angesichte mit unschlit und kien-ruß, und fielendiesem viehischen Römer des morgens frühe, da er auf demöffentlichen platz opferte, auf den hals, erschlugen ihn nebsteiner ziemlich grossen anzahl seiner leuthe, m,d flohen, nach-dem der streich geschehen, eilends aus der stadt, welche durchdiese that in grossen lärmen gebracht worden, und die raacheder Römer beförchtete, weswegen auch so bald, um diesemvorzukommen, der Rath versammlet, und obgedachre Übel-thäter verurtheilek wurden. Aber den nemlichen tag, da die-ses urtheil gegeben worden, und die Raths-alieder nach ge«wohnheit des orts bey einander zu nacht fpeiseten, über-fiele Dämon mit seinen leuthen auch sie, erwchrgete dieselben ,und entflohen wiederum aus Chäronea. Lucius Lucullus ,welcher sonsten daherum kriegs-geschäffte hatte, nahm seinenweg über Chäronea, und erkundigte sich dieser gefthichte we-gen die rechten umstände zu erfahren , und da er überiviesenworden, daß die einwohner keine schuld hätten, zog er seinenweg fort, und nahm auch die Römische stadt-garuison mitsich. unterdessen dnrchstriche und plünderte Dämon das landrings um die stadt, so daß die bürgerschafft von Chäro-nea , welche nicht im stände war, ihn mit gewalt zu bezwin-

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