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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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§e dem Charontt das fähr-geld geben könnten. ' UesycbSus,h. voce Suidai , voie noqd/uiinr. Junius , de pictur. II. 8-J. 1). Gutherius , de j U r. man. I. i6. Kuh«. & Jungermm-riw , ad Polluc. I. c.

Danae, war eine tochter Acrisii , Königs in Argos undder Euridice . Ihr vatter, als er von dem Oraculo vernom-men , daß er durch ihren söhn sollte umgebracht werden, ver-schloß sie in einem ehernen castell, um das gedrohete unglückverhüten. Allein Jupiter verwandelte sich in einen güldenenregen , drang also ins castell hinein , und schwängerte sie.Wie sie nun hernach einen söhn, Perseum, gebohren hatte,ließ ihr vatter beydes ihn und die nmtter in einen kästen ein-schlicssen , und solchen ins mcer werffen. Allein, nachdemsie an eine von den Cycladisthen insuln, nahmens Seriphe, an-getrieben worden, heurathete der Fürst desselbigen landes, Poly-decrus, die Mutter, und ihr söhn Perseus, von welchem diePersianer herstammen, schlug, nach des Oraculi Weissagung, sei-nen grvß-vatter A.A 1 . 267». A.C. 1; 12. todt. Ovid. lib.IV.fab.16.Danäus, (Lambertus) oder Daneau, war zu Orleans edvhren, und studirte die Rechlsgelehrsamkeit unter demerühmten Anna du Bourg, welcher Conseiller-Clerc bey demParlemeni zu Parts war, und an. 1999. wegen des Calvini-Uni verbrannt wurde. Dem ohngeachtet trat er zu der Protestan­ tischen religion, und begab sich an. 1560. nach Genf , allwo erPrediger und Hocker Theologie wurde. Nachgehends kam ernach Leiden in Holland , und von dar nach Gent; Als eraber von bannen durch die einheimischen kriege an. 1582. ver-jagt wurde, gieng er nach Orthez in Bearn, wurde so dannnach Castres in Languedoc an. 1594. bcruffen, und starb allda1596. Er war gelehrt, und schrieb viel wider die Lutheraner,sonderlich Chemnitium und Andreä. Man hat von ihm Com-mentarios in Matthieum und Marcum, desgleichen in Epistol.Pauli ad Philemon. & ad Timotheum ; Comment, in Enchiri-dion S. Augustini ad Laurentium & in librum ejusdem de Hae-resibus ; Harmoniam Proverbiorum & Ecclesiastae ; von der Poe-ten Geographie; vier bücher von den ältesten alterthümmern derWelt; Elenchum Hasreticorum & Methodum S. Scriptune; lo-cos communes; &c. La Croix du Maine , bibliotheq. Franq.Thuan. hist. lib. CXVII. & TeiJJier , addit. tom. II. p. 291. Ver-benden , effigies Theol. p. 179. Meurßi Ath. Bat. üb. II. Ada-mi, in vitis Theol. exter.

D AN AIDES, oder BELIDES, nach ihrem groß-vatter,waren90. fchwestern, dcS Danai töchter , welche ihre 90. vettern,des Egypti, ihres vatters bruderS söhne, heuratheten. Diesegrausame weibes-bilder ermordeten diese ihre bräutigame in dernacht, und zwar auf ihres vatters beseht, als welcher von ei-nem Otaculo gehört, daß er von einem schwieger-sohne um seinland Argos wurde gebracht werden. Allein, eine von besagtentöchtern, mit nahmen Hypermnestra , schonte ihres mannsLyncei leben, mit welchem sie den Adas, dieser aber mit derOcalca Proetum und Acrisinm, einen vatter der Danae, zeugte.Die Poeten richten, daß die andern fchwestern in der Hölle die-se strafe haben, daß sie ein bodenlos faß mit wasser füllen müs-sen. Hymnus.

Danaus, ein Egyptier , lebte A. M. 2509. A. C. 1479. undmeng nach Argos, allwo er an statt des verstossenen Königs Ge-lanor, eines sohns Stheneli, auf den thron erhoben wurde.Er war ein söhn des Beli und vatter der Danaidum , und re-gierte 90. jähr. Ihm succedirte Lynceus. Eußb. in chron.Apollodor. bibl. lib. XI. hlin. lib. VII. c. 96. Eußathius , Com-ment. in hom. Dionys. Alexand. geogr. Hygin. mythol. fab.1. 68. 277. Marmorn Arondeli, &c.

* Danaworti, ein flecken in der Grafschafft Argille in demsüdlichen Schottland , zu äusserst der halb-insul Cantyr, Irr-land gegen über.

* Danbury , oder Danbrey, ein ort an dem fluß Chel-mer in Essex, nicht weit von dem orte, wo er in die see fällt,war lange zeit der sitz der familie von Darcy. Camdem

Brit. p. 546.

Dandy, ein altes castell in dem Hundred, oder in der Wa-pentake von Cleveland , in dem nördlichen theil der Englischen provintz Zorkshire, bey welchem sich gantz nahe ein ferner thier-garten, gleiches nahmens, befindet. Vor alters gehörte esdem Lord Latimer, und ward, nebst andern dieser familie ge-hörigen landereyen, an Ralph Neviln, Grafen von Westmor-land, verkauft. Dieser gab es alsbald seinem söhn, dem Rit-ter George Nevil, welchen der König Henricus IV. nicht langehernach mit dem titul eines Lords Latimer zu dem Parlementberief. Als unter der Königin Elisabeth regierung dessen männ-liche posterität ausgieng , und die verlassenschafft unter seine 2.tochter getheilt ward , fiel besagtes castell, nebst den umliegen-den landereyen an die tochter Mariam, welche den Ritter, Io.hann Dauvers von Wiltshire , heurathete. Dieser beyder söhn,der Ritter Henricus Danvers , ward anfangs von dem KönigeJacobs I. zum Lord Danvers von Dantsey , den 7. febr. an.1629. von dem Könige Carolo I. zum Grafen von Danbygemacht. Er starb aber an. 164;. ohne leibes-erben, und al-sv gieng dieser Gräfliche titul mit ihm wiederum aus. Seineichwester, Eleonora, heurathete Thomam Walmesley vonDunckelhalgh in Lancashire , und zeugte mit ihm Annam , ei-ne gemahiin des Baronets, Eduarvi Osbvrne, und eine mut»Histor. Ltxicon in. Theil»

dan 17

ter des Ritters Thomä Osborne, welchen der König CaroluSII. an. 167;. zum Baron von Kiveton , wie auch zum Vice-Grafen Latimer, und an. 1674. den 27. junii zum Grafen vonDandy erklärte. Eben derselbe ward 20. ,ahr hernach zum Her-

i ivge von Leeds gemacht, unter welchem wort von ihm undeiner familie ein mehrers zu sehen ist. Heyiyni , hclp to Engl ,hiitor. p. 289. Peerage of England I. p. 92.

Dancala,, eine stadt und Königreich in Africa in Nubien ,erstreckte sich längst dem Rothen mcere gegen die meer.enge vonBabelmanbel.

Dancaster, Duncafter, eine stadt in Engelland, in demHertzogthunr Jorck gelegen.

Danckelinann, (Daniel Ludolph, Freyherr von) war den8. oct. an. 1648. gebohren. Sein vatter war Sylvester Dan«ckelmann, Chur - Brandend, und Fürstl. Orangischer Rath,Land-Richter und Gograf der Grafschafft Lingen, die Mutteraber Beala von Dierenthal, die mit einander 90. jähr in der ehegelebt. Er genoß anfangs in seines vatters Hause die privat-in,formation, und wurde an. 1699. nebst seinem bruder Georgenauf das Gymnasium illustre nach Steinfurt gesendet, woselbster sich so hervor that, daß er an. 1664. ad iectiones publi-cas gefuhret, und nachdem er anderthalb jähr dem studioJuris obgelegen, an. 1669. von dar nach Heidelberg geschicktworden, da er dann an. 1689. den curfum Juris absolvirte,bald darauf aber mit dem Grafen von der Lippe-Schaumburgverschiedene Höfe in Teutschland besuchte , und durch dieSchweitz in Franckreich reisete, woselbst er sich in den exer-citiis und erlernung der sprachen perfectionirte. Nachdem erwiederum in seinem vatterlanb angelanget, wurde er vondem Churfürsten zu Brandenburg , seinem andern söhne, Marg,gras Ludwigen, zu deförderung dessen studien zugegeben, balddarauf aber zum Churfürst!. RegierungS-Rath zu Halberstadt ,und nachgehends zum Cammer-Gerichts-Rath zu Berlin er-nennet. Bey ermeldtem Marggrafen Ludwig vertrat er dieCammer-Raths-stelle, und nach dessen absterben, bediente erdessen wittwe in gleicher qualität. Hierauf ernennte ihn derChurfürst, und nachmalige König Fridericus in Preussen an.1688. zum Requetenmeister, an. 169,. zum würcklichengeheimen Staats-unb Kriegs-Rath, auch Gencral-Kriegs-Com-miffario , und bey der inauguration der Friedrichs-Universitätzu Halle zum Curator derselben , vertraute ihm auch an. 1698.die ober-direction des Fürstenthums Halbcrstadt, und nach-dem er selbiges ins ;ke jähr redlich versehen, rief er ihn wieder-um zurücke, und ertheilte ihm dagegen das Pr-esidium in demBerlinischen Consistorio. Er starb den 14. febr. 1709.

* Danckelmann,· (Eberhard Christoph Balthasar, Frey-herr von) der vierte söhn Sylvestri von Danckelmann, waran. 164;. gebohren. In seinem 12. jähre disputirte er zu Utrecht de Jure Emphyteudco , ward, nachdem er seine studien undreffen vollendet , im 20. jähre von Churfürst Friedrich Wil­ helm von Brandenburg nach Berlin beruffen , und unter dervder-aufsicht des Ober-Präsidenten , Freyherr» von Schwe-rin , dem Printz Friedrich, nachmaligem Könige von Preussen,zu.dessen erziehung beygegeben, stund auch solchem amte miteinem unermudelen fleiß und eifer vor, und erwarb sich durchdie treue, welche er dem Printzen bey den damaligen ihmsehr widerwärtigen umständen des Brandenburgischen HofeSerzeigte, dessen gantz besondere gnade. Als daher derselbe zurregierung kam,machte er ihn zum würcklichen geheimen Staats-Kriegs-und Lehen-Rath, fvlgends yim Ober-Präsidenten, undPremier-Minister, welche beyde wurden anzunehmen er 7. jährhinter einander bedrucken getragen, auch Erb-General-Postmei-ster und Präsidenten zu Eleve. Bey Verwaltung dieser ämteethat er nicht allein seinem Herrn, und dem gantzen lande er-sprießliche dienste, sondern setzte sich auch an allen auswärtigenHöfen , sonderlich bey dem König Wilhelms III. von Engel-land , in grosse Hochachtung und ansehen. Den ihm von Kay-ser Leopvldo angetragenen Reichs-Grafen-stand, und die Graf-schafft Spiegelberg , so ihm sein König zu solchem ende erkauf-sen wollte, weigerte er sich anzunehmen, und liesse sich an derihm und seinen brüdern ertheilten Reichs-Freyherrlichen wür-de genügen. Wie er merckte, daß seine feinde seines Herrngnade von ihm gewendet, bat er sich die erlaubnis aus, sichvom Hofe hinweg , zu seiner Präsidenten - stelle nach Eleve zubegeben , erhielt auch solche an. 1697. im nov. nebst einer jähr-lichen bestallung von 10000. thalern. Allein nicht lange hernachward er, weil seine feinde aus furcht, daß er bald wieder zu-rück beruffen werden möchte, ihn einer verdächtigen correspon-dentz mit einem auswärtigen Hofe, und des Vorhabens fremdedienste anzunehmen, beschuldiget, am ro. dec. des gedachtenjahrs gefänglich nach Spandau , und einige zeit hernach nachPeitz in der Laußnitz gebracht, worauf ihm alle feine gütherdergestalt eingezogen wurden, daß er binnen ro. jähren nicht deneringsten genuß aus den einkünften gehabt. Denn obgleichie zu Untersuchung seiner aufführung niedergesetzte Commisssion nichts zu seiner last auf ihn gebracht, so wurde ihm docherst an. 1707. eine jährliche einkunft von 2000. rhalern, undendlich zum ausgangs dieses jahrs, nebst andern gefangenen,die wegen der geburt eines Prmßischen Printzen los gelassenworden, der genuß seiner freyheit wieder zugestanden, dochalso , daß er aus dem städtlein Cotbus nicht weichen durfte,auch den völligen besitz seines vermögenö nicht wieder erlangte.

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