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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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18 dan

Als der König Friedrich Wilhelm zur regierung kam, begaber sich auf dessen beseht an. 1713. nach Berlin , und verstarbdaselbst an. 1722. den 31. mertz im ?s. jähr seines alters. Erwar ein in staats-sachen gründlich erfahrner mann, und besaßüberhaupt alle eigenschassten eines tüchtigen Staats-Ministcrs,doch wird ihm schuld gegeben, daß er etwas herrschsüchtigund allzu sorgfältig gewefen, sein geschlechtgroß zu machen. Sei-ne gemahlin, eine aebohrne Freyin von Morrien , die ihm beyallem seinem ungluck, auch während seiner gefangenschasscbeygestanden, hat ihm verschiedene klnder gebohren. Der al,teste söhn, Carl Friedrich, war anfangs Premier-Oendlbommsde la Chambre bey dem damaligen Cron-Printz Friedrich Wil-helm , ward ferner Cammer-Gerichts-Rath,Lands-Hauptmannzu Rupin, Prälat zu Cammin, Dom-Herr zu Havelberg , unddes Johanniter-ordens Ritter. Er ward schon an. 1697. zumwürcklichen Kayserlichen Reichs-Hof-Rath ernennet, und warder erste Herr von der Reformirten religion, der solche wurdeerhielt, begab sich auch deswegen an. 17°). nach Wien , allwo erden 19. dec. an. 17;8. unvermählel starb. Der andre söhn, Wil­ helm Heinrich , war anfangs Cammer-Jnncker bey der Chur -fürstin von Brandenburg , nachgchends Regierungs - Rath zuHalberstadt , allwo er an. 172z. als Vice-Präsident der regre-rung ohne kinder verstorben. Der dritte, Friedrich, lebte alsHessen -Casselifcher Regierungs-Rath und Land-Drost zu Rin-teln, und hat mit seiner gemahlin, einer gebohrnen von Baum-bach , verschiedene kinder gezeuget. Von Eberhards tochtern istdie älteste an den Obersten von Wulffen, die andere an einenvon Huwald, die dritte an den Königlichen Preußischen Cam-mer-Herrn von Wülckniz, und die vierte an ihren velter Sil-vester , Freyherr« von Danckelmann, vermählt worden. Letne

für la disgrace des deux Minßres de la Cour de Frujje. Burnet ,Rist- de la dem. revolut. dAngleter. tom. II. p. 79z.

* Danckmarsfeldt, oder Tagmersfeld, vor alters Tang-maresfeld, ein wüster seid - marckt und ehemaliges dorf amHartz, unweit Hartzgerode. Dieser ort ist daher bekannt, weilGero, Ertz-Bischoff von Cöln , und dessen bruder Dilmarns I.Marggraf von Laußnitz , um das jähr 97°. ein Benedictinerkloster der H. Jungfrau Mariä zu ehren daselbst gestiftet, undeinen Vetter Kayfers Ottonis, nahmens Hagano, zum Abt ein-gesetzet haben. Weil aber dieser ort sehr rauh und unbequemdaselbst zu leben war, so hat ermeldter Kayscr Otto solchesan. 97;. nach Nienburg in dem Anhältischen verleget, allwoes bis zur Reformation in grossem ansehen floriret. BuceimiGerm. sacr. P. II. p. 2z. Beckmanns Anhält, histor. P. III. Üb.IV. C. 2. 5. 2. p. 423.

* D AND ALI I, alte Teutsche völcker, welche in dem XII. fe-culo sehr mächtig waren ; sie sind aber beneben so abgöttisch ge-wesen , daß sie nicht einmal von dem Christlichen glauben beysich wollten reden lassen, weswegen die Christlichen Könige,nach ihrem damaligen herrlichen gebrauch, sie mit gemalt undgewaffneter Hand zu Christen zu machen, sich angelegen seynliessen. Waldemarus König in Dänemarck , ihr nachbaran den meer-seiten und gegen norden, die Fürsten von Pom­ mern gegen morgen und mittag, und endlich Henricus Leo, derbekannte Hertzog von Sachsen , drangen sie von allen feite» sostarck, daß sie endlich Evangelische Prediger annehmen musten,welche ihnen sodann das Christenthum predigten. Krantzius.

* Dandery , ein gewisser kurtzweiliger Rath bey dem Kay-ser Theophilo an. 8}°. welcher diesen Printzen durch feine kurz-weilige einfalle öfters belustigte. Er hatte die erlaubnis allerorten hinzugehen, auch in die geheimsten Kayserlichen zimmer.Auf einen tag kam er unversehens in der Kayferin Theodoräschlaf-gemach, wo sie einen altar und bät-haus hatte, undeben auf den knien lag , ihre andacht zu verrichten. Siehatte aber in diesem bät-hauss heimlich viele sehr schöne bildcr,welche sie unwissend dem Kayser , für sich behielte, und vordemselben verborgen hielte, dieweil er ein Iconoclasta, oderein bilder - stürmer gewesen. Dieser Dandery , welcher nicht ge-wöhnet war, dergleichen bilder zu sehen, fragte die Kayferin,was es wäre, worauf ihm Theodorä antwortete, daß es dockenseyen , die sie für die jungen Printzeßmnen aufputzete. Er näh-me diese antwort für bekannt an , und war damit zufrieden.Des mittags , da der Kayser Mahlzeit hielte, fände sich die-ser Hof - mann nach gewohnheit auch ein, und erzehlte demKayser mit erstaunen, wie schöne bocken die Kayferin hätte,und wie lieb sie derselben wären, da er sie kniend vor denselbenund sie küssend angetroffen. Theophilus bildete sich alfobald ein,daß es bilder seyn möchten , welche die Kayferin heimlich ver-ehrele, stunde im eifervon der tafel auf, liefe nach derKay-serin, und bestrafte sie deswegen härtiglich: die Kayferin wolltees in ein gelächter ziehen , und den Kayser bereden, daß es nurkinder-docken wären, wormit sie den jungen Printzeßinnen zugefallen gespielet hätte, und Dandery könnte dessen zengnis ge-ben , der sie dabey angetroffen habe. Theophilus ward auchdadurch beredet, glaubte es, lachte darüber, und kehrte wiederzurück an die tafel. Indessen war doch Theodor« froh, daßsie sich so glücklich aus diesem ladyrinthe gezogen sahe, undliesse den narren unter der Hand derbe abgeisseln , um ihn zuverhindern , ins künftige von ihren docken zu sprechen; welchesihn dcrmassen ängstigte, daß er nach der Hand, so oft man vonbilder» redte, die finger auf den mund legte, und fein zu schwei-gen wußte. Maimbourg , hist. Iconoclaltar.

Dandini, (Hicronymus) ein Cardinal, war zu Cessna,einer stabt in Romagna , an. 1509. gebohren. Er studirte die

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Rechtsgelehrsamkeit zu Bononien , kam darauf an den Röml.schen Hof, und wurde Bisshoff zu Cassano, hernach aber zuJmola. Paulus III. schickte ihn als einen Nuntium nach Franck«reich, wie sich denn auch Julius III. feiner bediente, der ihn an.1551. zum Cardinal machte, worauf er den 4. dec. an. i;cy.starb, nachdem er noch. andere bedienungen verwaltet hatte.Thuan. bitt. lib. VIII. Ugbell. Ital. sacra. siubcry , bitt. desCard. Onuphr. Petrameßar. &c.

Dandini, (Hicronymus) gebürtig von Cessna in dem Kir-chenstaate, war der erste aus der Societät JEsu , der die Phi-losophie zu Paris lehrte. Er war aus einem vornehmen adeli-chen geschlechle, aus welchem auch Grafen dieses nahmens her-gestammet, und bediente in seiner Societät viel ansehnliche stel-len ; sintemal er die Theologie zu Padua gelehrt, und Rectorihres Collegii zu Fcrrara, Forli , Bologna , Parma und May-land , ingleichen Vilicawr in dem gebiethe Venedig , Toulousi:und Guienne , auch endlich Provincial in Polen , und imMayländischen gemessn. Clemens VIII. schickte ihn an die Ma-roniten auf den berg Libanon , welche reife er den 14. jul. an.1596. antrat, und den i;. aug. des folgenden jahrs wieder zuRom ankam. Diese seine mißion beschrieb er in einem tractate,welcher zu Cessna an. 1656. unter dem titul : Miflkme Apollo-lica al Patriarca e Maroniti del monte Libano , gedruckt , undvon dem P. Simon ins Französische übersetzet worden , welcheVersion zu Paris an. 1675. herausgekommen. Er ist zu Forli den 29. nov. an. 16,4. im hohen alter gestorben, und hat nochandere sshriften hinterlassen , als einen Commencarium in Ari-stot. lib. III. deAnima ; Ethicam sacram , hoc est, de Vir-tutibus & Vidis. &c. Alegambe & Saotuel , in bibl. Simon ,preface du voyage du mont Liban. Bayle.

Dandolo , eine edle Venerianische familie , woraus vielDogen gewesen , als zu erst Henricus , von welchem hernach;ferner Johannes, der an. 1230. Doge war. Er kam denChristen im gelobten lande zu hülffe, und war der erste, wel-cher ducaten müntzen ließ. Er starb an. 1290. FrancifcusDandolo, der wegen seiner treue, oder vielmehr wegen feinerallzugrossen erniedrigung gegen dem Papst Clemens V. dem er,um ihn mit Venedig zu versöhnen , zu füssen gefallen, und indieser postur eine zeitkang liegen geblieben , Carie oder der Hundzugenannt wurde, eroberte der Republick viel städte. Er starban. i;;9. Andreas, von dem besonders, war an.1 342. Doge.Nicolaus, welcher an. 1570. regierte, verlohr aus UnachtsamkeitNicosia , und wurde hernach von den Türcken umgebracht. Petr.Marcel, vitaä Princ.VeneL Sanfovin.lib.il. chron. Merula, P. 1 I.Ital. Contaren. de Rep.Ven. Voffius, de Hist . Lat. lib. III. c. 9. *

DmiLQlo, (Henricus) ein berühmter Venetianischer Her,og, welcher sich durch seine klugheit und tapferkeit einen un-erblichen rühm erworben. Er wurde an. 119;. erwehlet,nachdem er <;°. jähr zuvor, da er als Ambastädor zu Constanti-nopel der Republick bestes besorget ^von dem Griechischen Kay«ser Manuel durch ein glüendes kupfer-blat fast gäntzlich seineräugen war beraubet worden. Als die Fürsten von dem creutz-zuge ihre Deputirten an. 1201.nach Venedig schickten, verschaff-te er ihnen nicht allein schiffe, um sie in Syrien oder Egypken zubringen, sondern schlug sich auch mit zo. wohl bewaffnetengaleeren zu ihnen , um unterdessen mit den Türcken zur see zufechten, wenn die Franzosen mit ihnen zu lande stritten, jedochmit der bedingung , daß sie die conqueten, welche man dassel-be jähr machen würde, mit ihm gleich theilen sollten. In demnächstfolgenden jähre stieg er in gegenwart des Raths, derFürsten von dem creutz-znge und vornehmsten des volcks, in derkirche St. Marci auf den thron, und ersuchte, ohnaeachtet sei-nes hohen alters und blöden gesichts , die Republick, daß sie ihmzulassen möch^, das creutz anzunehmen, und ihre armee inperson zu conMiandiren, da er immittelst bey seiner abwesen-heit seinem söhne das gouverno anvertrauen wollte. Als manihm solches vcrwilligte, ließ er gleich das Ritter-zeichen des creu-tzes aufdie Hertzogliche mutze machen, damit es von jedermangesehen werden mochte. Bey dem angriffdcr stadt Constantino-pel an. 1203. führte er sich ungemein tapfer auf. Dann, ober gleich fast 90. jähr alt war, halte er sich dennoch gantz gehar-nischt , auf das vordere theil der Admiral-galeere mit einem blosssen schwerdte in der Hand bey der vor ihm aufgestellten St. Marx - standarte postiret. So bald sie das land erblickten, be-fahl er , daß man ihn 'ans ufer setzen sollte, durch welche ta-pferkeit und kriegs-list er die gantze flotte nach sich zog, als welchees vor schimpflich achtete ihn zu verlassen, und stiegen also ingrosser eil allesamt aus. Die Franzosen erstaunten , als sie soplötzlich die grosse St. Marx-standarte auf einem der lhürme gc-pflantzet sahen, und verdoppelten dahero ihren muth. Nachdemnun Dandolo von den no. längst dem Hafen hinauf geführte»thurmen 25. erobert, und vernommen hatte, daß der Kaysereinen mlsfall aufdie Franzosen gethan, machte er sich eilendszu ihnen hin , worauf sich der feind bald wiederum zurücke zog.Nach eroberung der stadt wurden 12. Wahl-Fürsten ernennet,nemlich 6. Denetianer und 6. Franzosen, um , nach dem getrof-fenen vergleiche, einen Kayser zu erwehlen. Die Venckianerwollten ihren Doge darzn haben, allein hernach wurden sie, aufdesselben einrathen, mit den Franzosen einig, und erwchl-ten den Grafen Balduinum zum Kayssr. Er starb an. 1203. im15. jähre seiner regierung. Betn JuJtiniani histor. Venet. Mar-ceilm.vWx Princ. Venet. Maimbnurg , histoir. des Croisad.

* Dando lo, (Andreas) war aus einer familie, welche schonvor an. wo. in Venedig florwlc, daraus diese Republick verschic.

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