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seiner gemahlin Lucka fünf söhne, darunter Bernhardus in.und Simon zu mercken. Bernhardus III. machte durch allzugrosse auflagen die stadt Einbeck aufrührifch, daß sie sich seinerbotinäßigkeil entzöge, und Hertzog Albrechlen zu Braun schweig und Lüncdurq zu ihrem Herrn annahm. Seine übri-gen lande, als den Hundesrück, das städtlein Dassel , den da-zu gehörenden Sollinger - Wald und dörfer, entzog er demStifte Corbey, und wandte es dem Hildesheimtschen , allwosein schwager Bischoff war, zu. Darauf ist er an. izir. oh-ne erben gestorben. Nach seinem tobe griff sogleich der Bi-schoff Heinrich zu Hildesheim zur posseßion, darwider sich aberder Abt zu Corbey auf das äusserste setzte. ^Gl ichwol da GrafBernhards bruder, Simon, welcher ausser landes gewesen,daß niemand gewußt, ob er am leben oder todt wäre, unver-muthet darzwischen kam, muste Bischoff Heinrich vor diesesmal abziehen. Doch, weil Graf Simon mit seiner gemahlinSophia in fruchtloser ehe lebte, und an. >329. starb, kam diegantze Grafschafft, ausser einigen orten, als dem Hause Neueno-ber , welches GrafSimon mit seiner zugehörung Hertzog Ottenvon der Lerne zugewendet, nachdem sie von Walthero an, bisan jetzlgemeldten Graf Simons tob, bey der Dasselifchen fami-lie 629. jähr gestanden , an das Stift Hiidesheim. Johan-nes LezneruS hat von diesem uralten Hause eine eigene chrvnickverfertiget. Mei'oom chron. Berg. in toni. 111 . rerum 6 er-rnan. p'. 50;. Spangendcrgs Sächsische chrvnick, e. 53.Büntings Braunfchweigifchc chromck, P. 111 . p. 466. & P. I.p. 223. S 'pener. histor. inügn. üb. II. c. 9. Ü_UC<t Grafen-saal, p. 901. leg.
Dassel , (Adolph, Graf von 'i zugenannt der kühne, einbruder Reinholdi, Ertz-Bischoffs zu Cöln , war ein sehr hitzigerHerr , und dem kriege sehr ergeben. Auf vieles ermähnen sei-ner mutier, beschloß er, sich in den ehestand zu begeben, undversprach sich demnach mit Adelheit von Plesse. Ehe er aberdieselbe noch abgeholt hatte, erhub sich zwischen ihm und demStifte Northeim wegen einer Vogtey grosser Widerwillen, undob man schon zum öfter» in der gute versuchte, beyde parteyenauszusöhnen , wollte sich doch keine dazu bequemen. Adolphgriff endlich zum faust-recht, und brannte gedachtes Stift vongründe hinweg, darüber fünfzchen Dom-Herren, welche sichmit den vornehmsten fachen m ein gewölbe retiriret, elendiglicherstickten. Allein er setzte dadurch feine Unterthanen in den äus-sersten ruin; das haus Lauenburg wurde von dem GöttingischenStatthalter als ein vcrwircktes lehn weggenommen, und erselbst von dem Ertz-Bisthoff zu Mayntz in den bann gethan.Endlich, nachdem er schwere bedingungen eingegangen , daß ernemlich ein Nonnen-kloster auf vier und zwanzig Personen nebstihrem gesinde bauen , und mit aller nothdurft versorgen; dieihm versprochene gemahlin Adelheit von Plesse nicht ehelichen,sondern sie zu einer Aebtißin wiedmen; die kloster-kirche zuNordheim ausbauen, und mit bley decken , auch etwas von fti-nen güthern dahin vermachen wollte, wurde die fache in dergute beygelegt, und darüber zu Moringen an. 1130. ein ver-trag aufgerichtet. Hierauf suchte er von dem Papst die absolu-tion von dem bann , und gieng, nachdem er vorher durch ver-äusserung des Hauses und Amtes Fürstenberg an Graf Otto-nem von Ebcrstein , das benöthigte reise - geld zusammen ge-bracht , deswegen nach Rom , muste aber wegen Uneinigkeitder zwey Päpste unverrichteter fache wieder fortziehen. Weil ernun in seinem lande nicht viel freunde hatte, begab er sich zuseinem schwager, Graf Adolphen, nach Holstein, welcherdarauf mit dem Kayfer Friedrich in das gelobte land zog , undGraf Adolphen seine mutter, gemahlin und kinder anvertraue-te; da er sich denn auch wider Hertzog Heinrich den Löwen,welcher Holstein unter sich gebracht hatte, tapfer gehalten,und wider dessen armee einen grossen sieg befochten; woraufHolstein wieder an den vorigen Herrn gekommen, Ferrari, inchron. Holfat. I.etveri Dassellsthe chrvnick, p. 9. leg. Pon-tan. rer. Dan. lib. VI. p. 283. Krantiii Saxon. lib. VII. c. 2.
* Dassovius, (Nic.) ein Theologus , war zu Hamburg ,allwo fein vatter Johann Dassau an der Peters-kirche Archidia-c»nu8 gewesen, und den 6. sept. an. isgr. im fünfzigsten jähreseines Ministerii gestorben, an. 1639. denn. dec. gebohrcn,und wurde zu Greyphswalde Doctor und Professor Theologis,wie auch Pastor an der Marien-kirche. Er schrieb verschiedenetheologische Dilputationes und Progr. de Prifca Hsrest Berenge-riana, de Glorificatione Christi &c. und starb den 8. aug.an. 1706. Universal.Lexicon.
Dassqw, ein städtlein in dem eigentlich sogenannten Hcr-tzogthum Mecklenburg , gegen den Lübcckischen grentzen, ohn-wett der Ost-see, an einem meer-busen , so der Dassöwer - seegenannt wird, hat sonst dem geschlechte von Parckentin gehöret.
Topograph. Sax. ins. p. 202.
Datames, ein söhn Cammissaris, der unter den PersischenKönigen Gouverneur von Cilicien gewesen , war aus Carien ge-bürtig. Er diente zuerst unter Artererris Mnemonis garde alsein gemeiner soldat, wurde aber hernach General von seinerarmee, welche er mit so vortreflicher klugheil führte, daß erviel von des Königs feinden überwand. Sonderlich wird diegeschwindigkeit gepriesen , mit welcher er seine meiste thaten ver-richtet , und gemeiniglich den feint) eher unterdrückt, als er vonihm in der nähe vermuthet worden. Er wußte sich auch in denfällen, welche am wenigsten waren vorzusehen gewesen, schnel-
ler , als nie kein anderer Kriegs - Oberster zu entschliessen. Dieursach, warum er in seines Herrn des Persischen Königs »11,gnade gefallen, und wider denselben sich aufgelehnet, ist ausden alten scribcnten nicht allzu klar. Doch scheinet, die Hof-leuthe haben ihn aus Mißgunst verhaßt gemacht, und er habedarauf theils aus raachgier, theils auch zu seiner sicherheit wi-der den König selbst das gewehr ergriffen. Er setzte sich also inCappatocien und Paphlagouien veste, und begehrte sonst sei-nem Könige keinen wettern schaden zuzufügen. AIs er in kriegmit den Pisidiern , einem an ihn grentzenden räuberischen vvlcke,gerathen, wollte sein schwäher Mithrobarzancs mit einem theilder reuterey zum feinde /allen, welcher, wo er solche vcrstär-ckung erhalten hätte, wäre es bald um den Datamem geschehengewesen. Dieser erfuhr auch die fache nicht eher, bis jener schonm vollem marsch war, um sich mit den Pisidiern zu vereinigen.Aber da gab ihm sein fertiger geist den klugen anschlag in sinn,daß er sich stellete, als thäte dieses Mithrobarzancs aus seinemeigenen befchl, um die feinde plötzlich zu überfallen , zog auchmit der übrigen macht so schnell hernach, daß er gleich hinter denabtrünnigen auf der Pisidier lager stieß. Wodurch diese in arg-wohn geriethen, Mithrobarzancs habe sie betrogen , und dasspiel mit Datame also angelegt, um sie unversehens über» hauf-fen zu werffcn. Brauchten dcrowegen die Waffen gegen diesenselbst, und zwangen hiemit die abtrünnigen wider deren willengegen sie zu fechten. Datames hingegen eröfnete da erst denseinigen die gantze fache, und ließ sie auch von ihrer feite tapferauf die verräther zuschlagen. ,Auf solche weise wurden erst-lich diese verdienter Massen in stücken gehauen; und wie manvon ihnen endlich an die Pisidier geriethe, mustcn auch diesemit grossem vertust das seid räumen. Als hernach der KöiugArtaxerxes Datamen durch seinen Feldherrn Autvphradatemmit krieg angrciffen ließ, wußte sich jener mit viel kleinerermacht dergestalt zu wehren, daß er dem feinde mehrmals gros-sen abbruch that, und so gar eine ziemliche selb - schlacht ge-gen ihn gewann, daher man mit ihm in vergleich eintretenmuste, durch den er in seinen vorigen provintzcn eine zeitlangruhig verbliebe. Allein von dem an suchte man ihn durchHinterlist aus dem wege zu räumen, und als ein und der an-dere anschlag durch Datamis klugheit fehl geschlagen hatte,gerieth es endlich dem Milhridati, einem söhn Ariobarza-nis, ihn folgender Massen umzubringen. Er hatte sich mitwillen des Königs gestellt, als hätte er sich auch gegen denselbenempöret, und an mehrercrn orten solchen schaden gethan, daßDatames fast nicht mehr zweifeln konnte, es wäre «hm ernst.Nachdem drang Mithridatcs auf ein gespräch , um sich zu un-terreden , wie beyde den krieg aemeinjamlich am besten führenmöchten. Dieser hielt es selbst für nöthig, versäumte aber nicht,jenen vor der zusammenkunfl aufs genaueste durchsuchen zu las-sen , ob er >a kein gewehr unter den kleidern versteckt mit sichbrächte. Aber dieser hatte schon zuvor an dein orte, da mansich einsinden sollte, mehrere dolchen auf dem bodc» versteckt.Deren einen nahm er nach vollendetem gespräche, als Datamesschon weggegangen, heimlich zu sich, rüste darauf jenen zu-rück, ob hätte er demselben noch was wichtiges zu sagen, und in-dem er ihm anlas gab, nach einem gewissen ort zu schauen, er-stach er selbigen unversehens, ohne daß es möglich war, ihmzu hülffe zu kommen. Die grosse tapferkeit und kriegs-verstan-digkeit dieses manns , der seines gleichen in Asien nie gehabt,und sein rares schicksal hat diese etwas lange crzehlung wohlverdient. Er lebte um die Olymp. C 1 V. 3. U. C. 392. A. M.3622. A. C. 362. Dtoä. Sie. lib. XV. Corn. Nep. toljan.k'rontin. *
* DATARIA , ein Römisches Gerichte, wo an dem Päpst-lichen Hofe die fachen, ehe« und Pfründe betreffend , und daper tnodnm gratis etwas entweder gegeben oder dispensirtwird, ausgefertigt werden. Die formalitaten, so in erthel-lung der bullen und der dispensationen üblich, sind folgende:Wann ein geistliches amt oder Lenestcium durch absterben desbesitzers erledigt wird, muß man sich bey dem Substikuten derausfertigungen , welcher unter dem Datario stehet, anmelde» ;in allen andern fällen aber, wo ein kirchen-amt durch Verwechs-lung, freywillige aufgebung desselben, erlangung eines andernBeneficii , welches bey dem ersten nicht bestehen kan, oder aufandere dergleichen weisen ledig wird , muß man sich beydem Datario selbst, oder wenigstens bey dem unmittelbarunter ihm stehenden 8nbdatario angeben. Man kan auch,ob man will, durch hülffe eines Ambassadorn oder Cardmalsgleich an den Papst selbst gehen, und dieser pfleget nach derHand die biltschrist dem Datario einzuhändigen. Wann nunder Datarius dieselbe angenommen , und dem supplicanlen INseinem begehren gnade widerfahren soll, so schreibet derDatarius nur die Worte : Annvit Sandtislimus darunter.Worauf eine zweyte dittfchrift präsentiret wird , darinnen dernunmehrige impetrant, in der gewöhnlichen sorin nach demstylo Cnris Romans , um die nöthigen claufeln und einschrän-ckungen, welche man darbey haben möchte, anhaltet. Diesebringt man wiederum dem Subdatario , welcher unten daranmit wenig Worten den innhalt des begchrens setzet, und alsodem Datario üdcrgiebet, und ihn von neuem über das gantzegeschafft informiret. Der Datarius üdergiebet sie sodann demPapst, welcher , so er einwilliget, die mcynung mit diesen we-nig Worten giebet, bat ut petitur ; hierauf wird die billschrift
dem